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Rekord geknackt! 72 Storchenbabys in Rust
Fliegender Nachwuchs
Seit gestern ist es fix: In Rust gibt es so viele Storchenbabys wie noch nie seit Zählungsbeginn in den 70er-Jahren. Die BVZ begleitete Storchenverein-Obmann Igor Smrtnik bei der Nachwuchszählung.
Es tut sich einiges in den Nestern über den Dächern von Rust.
© BVZ/Wagentristl, Peter Wagentristl
Die Störche haben es schon von den Dächern gepfiffen, dass heuer ein geburtenstarker Jahrgang auf Rust zu kommt. Mit 26 Storchenpaaren ist man auf einem neuen Rekordhoch, seit dem Einbruch der Storchenpopulation in Rust in den 60er und 70er Jahren.
1970 waren es etwa 35 Storchenpaare, die Zahlen der Brutpaare und der Küken wurden nicht erhoben. Den Negativrekord verzeichnete die Storchenstadt jedenfalls 1994 und 1997 mit nur fünf Brutpaaren, die jeweils zwölf Babys in die Welt setzen.
Seit der Gründung des Storchenvereins 1995 gingen die Zahlen wieder steil bergauf. Heuer kam Storchenverein-Obmann Igor Smrtnik bei der Zählung vom Turm der katholischen Pfarrkirche auf 72 kleine Störche.
„Damit haben wir den Rekord deutlich geknackt, obwohl die Zahl sogar noch steigen könnte“, erklärte der oberste Storchenfreund über den Dächern von Rust euphorisch. Beim BVZ-Lokalaugenschein am Mittwoch war beim Zwischenergebnis von 59 Storchenküken der Rekord bereits geknackt.
Dabei waren sieben Nester zu diesem Zeitpunkt noch nicht einsehbar, weil die Storcheneltern einen Blick auf ihren Nachwuchs gewährten. Hinzu kommt noch ein brütender Storch, der allerdings mit der Nachwuchsplanung ziemlich spät dran ist. Die Zahl könnte also sogar von den aktuell 72 Babys noch nach oben korrigiert werden - denn vier Nester „haben ihr Geheimnis noch immer nicht gelüftet“.
Ausreichend Futter sorgt für Babyboom
Ein Hauptgrund für den geburtenstarken Jahrgang sind die Wetterbedingungen im heurigen Jahr, erklärt Smrtnik. In den trockenen Jahren von 2020 bis 2022 waren Wiesen und Felder schon früh im Jahr trocken, die Futtersituation für die fliegenden Ruster Stadtpatrone also eher ungünstig. Tragisch, aber leider in der Natur üblich: Wenn zu wenig Futter da ist, werfen die Storcheneltern die schwächsten Kinder aus dem Nest, um zumindest die starken Küken durchzubringen.
Im Vorjahr dann ein gegenteiliges Bild: zur ungünstigsten Zeit für die Störche, genau zu Beginn der Brutzeit, als der Nachwuchs noch nicht oder frisch geschlüpft war, sorgten Starkregen für überflutete Nester und kosteten zahlreichen Küken das Leben. Heuer waren die Babys bei den Starkregenfällen zum Glück schon groß genug. „Vielleicht lernen die Störche auch dazu und bauen ihre Nester etwas weniger dicht, damit das Wasser abrinnen kann“, spekuliert der Storchenverein-Obmann beim Blick durch den Ferngucker.
Ein Weißstorch, der ein Schwarzstorch sein will

© BVZ/Wagentristl, Peter Wagentristl
Eine Besonderheit gibt es heuer auch noch: nämlich einen Baumbrüter. Eigentlich brüten nur Schwarzstörche in Baumkronen, ein fliegender Ruster Sommergast überlegte es sich allerdings anders und baute selbstständig ein Nest in einem lädierten Baum in der Ruster Pappelallee neben der Storchenwiese. „Ob das etwas wird...“, ist Smrtnik hier bezüglich der Nachwuchsplanung allerdings skeptisch. Für ein Foto zeigte sich der Storch der BVZ jedenfalls von seiner fotogenen Seite.

© BVZ/Wagentristl, Peter Wagentristl
Update 5. Juni
Mittlerweile ist die Zählung beendet. Letztlich wurde der Rekord sogar auf 86 Küken nach oben geschraubt.