Ehrung, Radweg, Budget und mehr: Müllendorfer Gemeinderat tagte

Gemeinderatssitzung

Bei der ersten Sitzung des Müllendorfer Gemeinderates herrschte großteils Einstimmigkeit zwischen den Fraktionen, auch beim Budget und bei einer Radweg-Debatte. Die Gemeinde ehrte im Rahmen der Sitzung auch die langjährige Rot-Kreuz-Ortsstellenleiterin Daniela Kovacs-Jeck.

Von Von Peter Wagentristl

Daniela Kovacs-Jeck erhielt von Bürgermeister Werner Huf und Vizebürgermeisterin Monika Teubenbacher-Schriefl eine Ehrung für ihre Verdienste um die Gemeinde Müllendorf.

Daniela Kovacs-Jeck erhielt von Bürgermeister Werner Huf und Vizebürgermeisterin Monika Teubenbacher-Schriefl eine Ehrung für ihre Verdienste um die Gemeinde Müllendorf.

© BVZ/Wagentristl

Vergangene Woche kam der Müllendorfer Gemeinderat zu seiner ersten Sitzung im heurigen Jahr zusammen. Zu Beginn stand dabei ein erfreulicher Punkt auf der Tagesordnung: Die Verleihung des Ehrenabzeichens der Gemeinde Müllendorf in SIlber an Daniela Kovacs-Jeck.

Kovacs-Jeck gründete die Ortstelle des Roten Kreuzes in Müllendorf mit und leitete sie elf Jahre lang. Auch in anderen Vereinen packe sie seit Jahren tatkräftig an, außerdem sei sie auch für ihre starken Reden bekannt, hieß es in der Laudatio: „Oft habe ich Angst gehabt, dass du eine bessere Rede hinlegst als ich“, scherzte Bürgermeister Werner Huf bei der Verleihung.

Besonders hervorheben wollte der Ortschef dabei den Erste Hilfe-Kurs für Kinder, der diesmal besonders stark nachgefragt wurde. Das könnte auch daran liegen, dass die Gemeinde diesmal den Kurs finanziell unterstützt hat, meinte die Geehrte: „Hoffentlich geht das in Zukunft auch einmal wieder.“

Budget wenig rosig, aber im Rahmen

Dass bei der Budgetdebatte Jubelstimmung ausbrechen würde, war - wie in allen 171 Gemeinden des Landes - nicht unbedingt zu erwarten. Dennoch zeigten sich alle Fraktionen einverstanden, wie sich auch am einstimmigen Abstimmungsergebnis zeigte.

Von der ÖVP war aber erwartungsgemäß Kritik an den Abzügen des Landes bei den Ertragsanteilen zu hören: „Wir sind wieder im Minus, heuer nimmt uns das Land besonders viel weg. Spielraum gab es für die Gemeinde nicht, sonst wäre das Ergebnis wohl noch besser ausgefallen. Daher stimmen wir auch zu“, so Vizebürgermeisterin Monika Teubenbacher-Schriefl.

Radweg Großhöflein-Steinbrunn auf Müllendorfer Hotter

Der Radweg zwischen Großhöflein und Steinbrunn war am Rande ebenfalls Thema bei der Gemeinderatssitzung in Müllendorf. Die Verbindung zwischen den beiden Gemeinden müsste nämlich über Müllendorfer Hotter laufen, auch wenn Müllendorf nicht wirklich davon profitieren würde. „Zu sagen das ist nicht unser Problem, wäre kurzsichtig“, zeigt sich Bürgermeister Huf solidarisch mit den Nachbargemeinden.

Ein Teil des Radweges wurde bereits errichtet - aber auch dort gibt es einige Probleme. Einige Anrainer würden etwa klagen, dass sie ihre Felder nicht befahren können, da die Höhenunterschiede zu groß sind. Außerdem gebe es nach wenigen Jahren bereits Risse im Asphalt.

Bei touristischen Radwegen sind kleinere Umwege eher kein Problem, bei Alltagsradwegen allerdings schon: „Wer nur schnell von A nach B will, der wird den kürzesten Weg nehmen“, auch wenn dieser über die Bundesstraße statt über einen Radweg führt, weiß auch der Ortschef. Nicht zuletzt auf diese Tatsache ist auch ein tödlicher Verkehrsunfall zwischen Rust und Oggau zurückzuführen, bei dem vor rund zwei Jahren ein junger Mann am Heimweg von der Arbeit ums Leben kam.

Hier würden die Verhandlungen zwischen Land und Grundeigentümer allerdings nur sehr schleppend vorangehen. „Beim aktuell gebotenen Preis wird es auf keinen Fall etwas werden“, findet der Bürgermeister klare Worte. Ein Gutachten habe nämlich einen Quadratmeterpreis ergeben, der nicht der Praxis entspreche. „Aber das Land muss mit öffentlichen Geldern natürlich sorgsam umgehen und sich an Gutachten und Richtwerten orientieren“, so Huf.

Teil der Industriestraße wird zur Schlumbergerstraße

Auf der Tagesordnung stand auch noch die Umbenennung eines Teils der Industriestraße im Businesspark in Schlumbergerstraße. „Die ersten Gespräche für die Ansiedlung haben schon 2017 stattgefunden“, berichtet der Bürgermeister: „Damals war die Frage: ,Wollt ihr uns haben?' So ein Traditionsunternehmen wünscht sich natürlich jeder, war meine Antwort.“ Voraussetzung für die Ansiedlung waren 150.000 Quadratmeter zusammenhänge Baufläche, schließlich wurden es 160.000. Und: „Schon damals ist die Schlumbergerstraße im Gespräch gewesen.“

Die anderen Betriebe, die schon länger im Businesspark Müllendorf angesiedelt sind, sollen sich dabei nicht benachteiligt fühlen. Daher lautete der Vorschlag nun, den noch nicht zugeteilten Abschnitt der Industriestraße, wo Schlumberger bereits in den Startlöchern steht und sich etwa auch Gurkenprinz ansiedeln will, in Schlumbergerstraße umzubenennen. Der Gemeinderat gab dafür einstimmig grünes Licht.

Der Betriebsstart sei für Mitte des Jahres geplant. Bürgermeister Huf habe bereits eine Führung durch den neuen Leitbetrieb im örtlichen Businesspark bekommen, eine Führung für den gesamten Gemeinderat sei ebenfalls geplant.