Spatenstich für Pumpdruckleitung im Schlosspark Eisenstadt

Historischer Wasserlauf

Im Schlosspark Eisenstadt wurde kürzlich der Spatenstich für die Errichtung einer Pumpdruckleitung gefeiert. Diese Maßnahme markiert den Auftakt zur Wiederherstellung des historischen Wasserkreislaufs und ist Teil des EU-Projekts „ParksFit4Future“.

Von Markus Kaiser

Spatenstich für historische Wasserlauf-Rekonstruktion: Igor Smrtnik, Andreas Zechmeister, Thomas Steiner, Katharina Bruckner, Christian Widder und Stefan Ferschich (v.l.).

Spatenstich für historische Wasserlauf-Rekonstruktion: Igor Smrtnik, Andreas Zechmeister, Thomas Steiner, Katharina Bruckner, Christian Widder und Stefan Ferschich (v.l.).

© Foto: BVZ/Kaiser

Historische Gartenanlagen, einst repräsentative Elemente adeliger Hofhaltungen, sind heute wertvolle Naherholungsgebiete und touristische Anziehungspunkte. Das grenzüberschreitende Interreg-Projekt „ParksFit4Future“ wurde daher 2024 genehmigt und im Oktober in Eisenstadt präsentiert. Es widmet sich der Weiterentwicklung und Klimaanpassung historischer Schlossparks in Eisenstadt, Wien-Schönbrunn sowie Stupava und Modra in der Slowakei. Für den Schlosspark Eisenstadt stehen zusätzlich zu den fast 800.000 Euro der Stadt und Esterházy auch noch die INTERREG-Fördersumme von 600.000 Euro bis 2026 bereit.

Historischer Wasserlauf soll widerhergestellt werden

„Wasser spielte hier stets eine zentrale Rolle“, betonte Bürgermeister Thomas Steiner bei der Pressekonferenz am vergangenen Montag: „Mit der Wiederherstellung des historischen Bachlaufs stärken wir das ökologische Gleichgewicht und machen den Park klimafit für zukünftige Generationen.“

Der Wasserkreislauf, einst unterbrochen, soll durch die Errichtung eines Pumpenschachts und Pumpdruckleitungen vom Maschinenteich zum Obeliskteich wiederhergestellt werden. Das Wasser wird, wie einst, über eine Pumpe vom tiefsten zum höchsten Punkt des Parks befördert.

Nachhaltigkeit und Naturschutz im Fokus

„Die Maßnahmen werden mit größter Sorgfalt für die bestehende Tier- und Pflanzenwelt umgesetzt“, versichert Christian Widder, Geschäftsführer der Schlosspark Eisenstadt Erhaltungs GmbH. „Wir haben die ressourcenschonendste Möglichkeit gefunden, um das historische Naturjuwel wieder in seiner ganzen Pracht zu präsentieren.“

Die Arbeiten zur Revitalisierung des Wasserkreislaufs beginnen im April und werden in Zusammenarbeit mit dem Bauunternehmen Porr und dem Ziviltechnikerbüro Pieler realisiert. Deren Vertreter erklärten auf BVZ-Nachfrage, dass die Arbeit in einem historischen Schlosspark nicht anders als sonst laufe, lediglich beim Graben der Künette müsse man verstärkt auf das Wurzelwerk der historischen Baumarten achten.

Über den Schlosspark Eisenstadt

Ende des 18. Jahrhundert erfolgte eine Umgestaltung des damaligen Hofgartens in einen englischen Landschaftsgarten. Mit der Fertigstellung des Leopoldinentempels 1823 waren die Arbeiten weitgehend abgeschlossen. Eine Dampfmaschine pumpte Wasser aus dem tiefstgelegenen Maschinenteich, der von Quellen gespeist wurde, in den am höchsten gelegenen Obeliskteich. Das überschüssige Wasser floss anschließend im freien Gefälle in den Leopoldinenteich und weiter über den Antonigraben zurück in den Maschinenteich. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Druckleitung vom Maschinenteich zum Obeliskteich zerstört, wodurch dieser Wasserkreislauf unterbrochen wurde.