Joseph-Haydn-Konservatorium wächst über sich hinaus

Baustart in Eisenstadt

Das Joseph-Haydn-Konservatorium wird nicht nur strukturell zur Privathochschule aufgewertet, sondern schießt auch baulich in die Höhe. Bis Feber 2024 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein.

Von Peter Wagentristl

Das Haydnkons erstrahlt künftig nicht mehr in knalligem rot-weiß-rot sondern schlicht in grau. Zwar wird aufgestockt, die Maximalhöhe bleibt aber gleich.

Das Haydnkons erstrahlt künftig nicht mehr in knalligem rot-weiß-rot sondern schlicht in grau. Zwar wird aufgestockt, die Maximalhöhe bleibt aber gleich.

© BVZ, Peter Wagentristl

Nächsten Donnerstag fällt der Spatenstich für den Um- und Ausbau des Joseph-Haydn-Konservatoriums. Nachdem die Aufwertung zur Privaten Hochschule bereits unter Dach und Fach ist, geht es nun auch baulich zur Sache.

Insgesamt 4,5 Millionen Euro investiert dafür das Land, genauer gesagt der Eigentümer des Gebäudes, die Landesimmobilien Burgenland (LIB). Eigentlicht hätte der Bau schon früher starten sollen, die erste Ausschreibung - noch in Pandemie-Zeiten - führte nicht zum gewünschten Ergebnis. In einer erneuten Ausschreibung kam dann ein deutlich besseres Angebot, dass nun bis Ende Februar 2024 umgesetzt wird.

Schon ab 1. Oktober startet das Haydnkons ins erste Semester als Privathochschule, das allerdings noch von Bauarbeiten beeinflusst wird. „Wir Musiker sind Improvisation gewohnt, das gehört dazu“, nimmt Geschäftsführer Franz Steindl die Einschränkungen mit Humor.

Joseph-Haydn-Konservatorium wächst über sich hinaus

© BVZ, Peter Wagentristl

Die Arbeiten werden von einem Bauausschuss begleitet, dem Lehrende, Studierende und die Administration angehören - „damit alles transparent abläuft“, betont Steindl die Einbindung aller Betroffenen. Ausweichquartiere hat das Haydnkons auch im Haus der Begegnung gefunden. Vor Ort könne auch während der Bauarbeiten unterrichtet werden - „eingeschränkt, aber doch.“

Neues Stockwerk mit neun Musikzimmern

Für den Umbau werde zudem „kein Quadratmeter Boden zusätzlich versiegelt“, ist Steindl stolz. Stattdessen wird das ganze Gebäude auf das Niveau des bisher höchsten Punktes aufgestockt. So entsteht Platz für neun zusätzliche Musikzimmer und einen kleinen Konzertsaal, mit dem das Gebäude ab Februar 2024 „Privathochschul-konform“ ist. Insgesamt entsteht damit im 2. Stock eine zusätzliche Nutzungsfläche von 400 Quadratmetern. Auch die Fassade bekommt einen neuen Anstrich, künftig auch geziert vom neuen Haydnkons-Logo.

Neben dem Zubau steht auch noch eine Sanieurng und Adaptierung des Bestands an. So ist das Gebäude derzeit etwa nicht klimatisiert, „was für die Saiteninstrumente durchaus problematisch ist“, erklärt Steindl. Kleine Temperaturschwankungen können nämlich bereits dazu führen, dass die Tonfrequenz abweicht, was bei Musik auf Universitätsniveau natürlich nicht optimal ist. Auch an der Akustik in den bestehenden Räumen muss etwas gefeilt werden.

„Wir sind überglücklich und merken, dass hier ein Ruck durch die musikalische Landschaft im Burgenland geht“, zeigen sich Geschäftsführer Steindl und Direktor Gerhard Krammer begeistert.

Joseph-Haydn-Konservatorium wächst über sich hinaus

© BVZ, Peter Wagentristl

Das Haydn-Liszt-Forschungszentrum, geleitet von Ex-Direktor Tibor Nemeth, ist bereits am Haydnkons angesiedelt. Künftig findet auch wieder der Burgenländische Blasmusikverband Platz im Gebäude an der Glorietteallee. „Das bringt Synergien für Blasmusik und Privathochschule“, ist Steindl überzeugt.

Als Privathochschule - die einzige im Land, die auch als universitäre Einrichtung zählt - bietet das Konservatorium mit den zwei Aushängeschildern knapp 300 Studienplätze, davon 50 Prozent für Studierende aus 32 Nationen, die andere Hälfte für Österreicher.

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Joseph-Haydn-Konservatorium wächst über sich hinaus

© BVZ, Peter Wagentristl

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