Geduld brauchen Verkehrsteilnehmer in den nächsten Wochen: Entlang der Bahnstrecke zwischen Wulkaprodersdorf und Schützen am Gebirge finden Bauarbeiten statt.
St. Georgen sagt wieder „Prost“ statt „Mahlzeit“
Jungweintaufe
Am Sonntag fand in St. Georgen die traditionelle Jungwein-Taufe statt. Die Rekord-Lese wurde erneut auch geschmacklich wieder ein Highlight.
Pfarrer Stefan Vukits taufte den Jungwein.
© BVZ/Kaiser
Wer die Weinbau-Legende Hans Moser kennt, weiß, dass es zu seinem Handwerk gehört, das Unmögliche möglich zu machen. Auch heuer ist ihm das wieder gelungen: „Wir hätten es seit 2020 nicht mehr für möglich gehalten, aber der Jahrgang 2024 ist nochmal eine Stufe besser“, erklärte der Obmann des Vereins zur Kultivierung der St. Georgener Rebe bei seiner Ansprache zur Jungweintaufe in St. Georgen am vergangenen Sonntag. Und das, obwohl es in diesem Jahr mit dem späten Regen, dem hohen Risiko einer Pilzerkrankung und der neuen Hefeselektion gar nicht so einfach war. Im Endeffekt konnte dennoch gefeiert werden: Die Viehtrift, die laut Moser wärmste und sandigste Lage St. Georgens, brachte heuer 2.800 Kilo Trauben und 1.800 Liter Wein hervor – beides ein Rekord.
Rekordverdächtig ist auch die Rolle des Weins in der Bibel: 199 Mal werde der Wein darin erwähnt, wie Pfarrer Stefan Vukits in seiner launigen Predigt recherchiert hatte. In seiner Lesung zitierte er aus dem Buch Jesus Sirach: „Was ist das für ein Leben, wenn es keinen Wein gibt?“ Vukits sprach auch über das erste Wunder Jesu, die Verwandlung von Wasser in Wein, und betonte, dass in Mäßigung genossener Wein einen besonderen Platz in der christlichen Kultur habe. Abschließend verwies er darauf, dass sogar über dem Tempel in Jerusalem eine goldene Traube angebracht war – ein Zeichen für die historische Bedeutung des Weins.
Danach gab es den Jungwein aus der St. Georgener Rebe zu verkosten. Wein Burgenland-Geschäftsführer Christian Zechmeister bestätigte dabei Mosers Urteil: „Der 2024er-Jahrgang ist jetzt schon laut in der Nase, hat tolle exotische Anklänge wie Grapefruit und Zitrusnoten. Die prägnante Säure, die der Wein trotz der Hitze des Jahrgangs zeigt, offenbart das Zukunftspotenzial der Sorte. Ein echtes Highlight, auch wenn ich in den nächsten Jahren noch mit Steigerung rechne: Die Rebe braucht diese Zeit, um nach ihrer Veredelung zu Kräften zu kommen.“
Man darf also gespannt sein, was die Jungweintaufen der nächsten Jahre bringen werden. Die BVZ wird sicher auch dann wieder berichten.