Das schaffen nur wenige Betriebe: 280 Jahre Familientradition und ein innovatives Konzept für die Zukunft. Hier ist die Geschichte der Bäckerei Altdorfer.
Hauben und Sterne glänzen über „Taubenkobel“ in Schützen
Kulinarik
Das zweite Restaurant, das bei der Guide Michelin-Wertung Österreichs 2025 Sterne verliehen bekommen hat, wollen wir heute unter die Lupe nehmen. Es ist der wohl allen bekannte in Schützen beheimatete 4-Hauber „Taubenkobel“. Barbara Eselböck und ihr Mann Alain Weissgerber übernahmen 2014 das Lokal von Walter und Evelyn Eselböck und gestalteten es nach ihren eigenen Vorstellungen um.
Haubenkoch Alain Weissgerber und Barbara Eselböck führen das Restaurant im Herzen Schützens seit 2014. Über viele Auszeichnungen dürfen sie sich freuen, jetzt auch über zwei Sterne im "Guide Michelin Österreich 2025".
© Taubenkobel
Mitten in Schützen am Gebirge liegt, eingebettet in die Ortschaft, das Restaurant „Taubenkobel“. Wer ein auffälliges, modernes Gebäude erwartet, wird wahrscheinlich daran vorbeifahren. In regionstypischem Stil erbaut, fügt es sich harmonisch in die pannonische Landschaft ein.
40 Jahre ist es her, dass Evelyn und Walter Eselböck, die Eltern von Barbara, das Gasthaus gründeten. Schon Barbaras Großeltern kamen aus dem Gastgewerbe. Die „Eselmühle“ gehörte ihnen, vor vielen Jahren ein sehr beliebtes Ausflugsziel im Burgenland.
Vorerst war der „Taubenkobel“ ein Treffpunkt für Künstler und Jugendliche. Cool war er, trendig. Kulinarik stand nicht im Vordergrund. Das sollte sich aber bald ändern. Walter Eselböck entdeckte seine Leidenschaft fürs Kochen und begann diese auszuleben. Lang dauerte es nicht und er erkochte zwei Sterne. Als Vorreiter kann man ihn bezeichnen, denn es gelang ihm eine Mischung aus Spitzenküche und Szenetreff in rustikal-pannonischem Ambiente zu kreieren.
© Taubenkobel
Eine burgenländisch-elsässische Verbindung
2014 übernahmen Tochter Barbara und ihr Mann Alain Weissgerber den „Taubenkobel“. Wer sind die beiden, das wollen wir kurz skizzieren.
Alain Weissgerber ist - der Name lässt's vermuten - ein Franzose. Aus dem schönen Elsass stammt er. Kurz liebäugelte er damit Konditor zu werden, die Arbeitszeiten gefielen ihm dann aber doch nicht wirklich. Koch ist ein sicherer Job, dachte er und schloss in einem französischen Haubenrestaurant eine Lehre ab. Die Schweiz lockte, dann Deutschland und schließlich landete er Ende der 80er-Jahre in Österreich und zwar im „Steirereck“ in Wien.
Dann der Weg in die Selbstständigkeit. Man schrieb das Jahr 1993, als Alain Weissgerber die „Blaue Gans“ in Weiden eröffnete. Ein Herzensprojekt, bei Gästen beliebt aufgrund der Küche und der Lage am See. Leider brannte das Lokal im Jahr 2010 ab.

© Taubenkobel
Die „Blaue Gans“ fliegt in den „Taubenkogel“
Zu dieser Zeit war er schon mit seiner Frau Barbara liiert. Die Eselböck-Tochter besuchte vorerst die Tourismus-Schule in Salzburg, bevor es sie in die weite Welt zog. In Paris, der Stadt der Liebe, arbeitete sie, dann in New York bei Wolfgang Puck. Letztendlich ließ Amor Barbara aber in der „Blauen Gans“ ihres Alains landen.
Im Jahre 2010 dann der Schock. Die „Blaue Gans“ brannte ab. Barbara und Alain beschlossen fortan im „Taubenkobel“ mitzuarbeiten. Im Jahr 2016 zogen sich Evelyn und Walter Eselböck zurück und die „Jungen“ übernahmen das Restaurant ganz.

© Taubenkobel
Das Essen schmeckt besonders gut, wenn man seinen Koch lieben tut (Heinz Nitschke)
Die Aufgaben teilen sich der Franzose und die Burgenländerin auf. Alain Weissgerber steht in der Küche, Barbara Eselböck, die über den Michelin Service-Award freuen darf, überall anders. Langeweile kommt keine auf. Ein nach „Gault & Millau“ 4-Hauben-Restaurant, das vor zwei Wochen im „Guide Michelin 2025“ zwei Sterne bekommen hat, gehört geführt, ein Hotel mit zwölf Zimmern und die Greisslerei ebenso.
Letztere, übrigens mit drei Hauben prämiert, ist die Möglichkeit zu günstigeren Preisen zu speisen. Ja, da gibt es auch Wiener Schnitzerl und Krautsuppe, aber auch französische kulinarische Impressionen, wie Schnecken und Muscheln, Ente- und Gänseleber, selbstverständlich von Tieren, die nicht der grausamen Methode des „Stopfens“ zum Opfer gefallen sind.
Auch im Restaurant „Taubenkobel“ gilt die Devise: „Das Einfache sticht im Zweifelsfall das Komplizierte“. Puristischer Tendenz sind die Gerichte, naturbezogen und nachhaltig. Der Geschmack und das Handwerk sollen im Vordergrund stehen. Eine offene Feuerstelle gibt den Speisen eine besondere, unverwechselbare Note.

© Taubenkobel
Weihnachtlicher Abstecher in die Hauptstadt
Vor Weihnachten steht seit 10 Jahren „Wien“ am Programm. Zu dieser Zeit ist in Schützen geschlossen und das Team bedient ein Pop Up-Restaurant, dessen Standort jährlich wechselt und das jedes Jahr unter einem anderen Motto steht. Vergangenes Jahr lautete es „Discokobel“, man speiste im Volksgarten neben der Disco. Einmal ließ man sich „Brieftaubenkobel“ einfallen und mietete sich in der „Alten Post“ im 1. Bezirk ein.
Nun kommt aber Gott sei Dank bald der Frühling und dann kann man im „Taubenkobel“ wieder im romantischen Garten speisen, umgeben von Kräutern, Obstbäumen und einem Teich.

© Taubenkobel