Vom Eisenstädter Bürgermeister-Büro in die Energiewirtschaft

Michael Hamedl

Nach zwei Jahrzehnten im öffentlichen Dienst verlässt Michael Hamedl, der langjährige Büroleiter von Bürgermeister Thomas Steiner, das Rathaus in Eisenstadt. Er wechselt zur Firma Enlion Energy mit Sitz in Stegersbach, wo er künftig die Bereiche Unternehmensentwicklung und Strategie verantworten wird.

Von Markus Kaiser

Michael Hamedl nahm Abschied von seinen Kolleginnen und Kollegen aus dem Bürgermeister-Büro, dessen Leitung er nun nach zehn Jahren in die Hände von Peter Opitz (2.v.l.) legt.

Michael Hamedl nahm Abschied von seinen Kolleginnen und Kollegen aus dem Bürgermeister-Büro, dessen Leitung er nun nach zehn Jahren in die Hände von Peter Opitz (2.v.l.) legt.

© zVg Stadtgemeinde

Sein Weg führte ihn kurz nach dem Bundesheer und dem Studienbeginn zunächst als parlamentarischer Mitarbeiter in die Bundespolitik. Es folgten Stationen im Jugendreferat des Landes Burgenland, bevor er im Jahr 2015 in den Dienst der Freistadt Eisenstadt trat. Während dieser Zeit entwickelte sich das Thema Energie von einer Begleiterscheinung zu einem zentralen Arbeitsschwerpunkt. Insbesondere bei der Gründung von Energiegemeinschaften brachte Hamedl seine Kompetenzen ein: „Ich konnte auf ein gutes Basiswissen aus meiner Mechatronik-Ausbildung an der HTL Eisenstadt aufbauen, aber intensiv hineintigern in das Thema musste ich mich natürlich trotzdem - und es hat mich nicht mehr losgelassen“, erklärt er die Motivation seines Wechsels in die Privatwirtschaft im BVZ-Gespräch.

Energiemarkt der Zukunft

Bei seinem neuen Arbeitgeber Enlion Energy, der vom Miteigentümer Andreas Schneemann geführt wird, stehen innovative Projekte im Vordergrund. Dazu zählen unter anderem Großspeicheranlagen ab zwei Megawatt sowie Konzepte zum autonomen Fahren. „Da kann man schon stolz sein, wie hoch gerade die österreichische Kompetenz da auf dem Weltmarkt ist“, ist Hamedl beeindruckt.

Vom Eisenstädter Bürgermeister-Büro in die Energiewirtschaft

© zVg Stadtgemeinde

Ein wesentlicher Schwerpunkt seiner künftigen Tätigkeit liegt auf dezentralen Energiesystemen. Ziel ist es, Energie dort zu verbrauchen, wo sie produziert wird, um durch die intelligente Vernetzung von Wind, Wasser, Biogas und Photovoltaik eine weitgehende Unabhängigkeit zu erreichen. Dies soll ohne Zwischenhändler über moderne Plattformen und Prognosemodelle realisiert werden. Als Beispiel nennt Hamedl kleine Wasserkraftanlagen oder Biogasanlagen im Südburgenland, die Regionen zu einer Autarkie von über 90 Prozent verhelfen können. Auch in Eisenstadt ist eine Biogasanlage am Bauhof geplant, um den Stadtbus zu laden.

Verbundenheit zur Stadt bleibt

Der Abschied aus dem Rathaus fiel emotional aus, erzählt Hamedl: „Bürgermeister Thomas Steiner war schon überrascht, mit Peter Opitz hatte er aber eine erfahrene Nachfolge im Talon, er ist ja auch bald zehn Jahre im Team.“ Trotz des Wechsels bleibt Hamedl seiner Heimatstadt eng verbunden. Er wird weiterhin in der Schlossparkerhaltungs GmbH tätig sein: „Das ist mein Herzensthema.“ Auch ein politisches Engagement im Stadtbezirksausschuss schließt er für die Zukunft nicht aus.

Aus seiner Zeit in der Verwaltung nimmt er die Erkenntnis mit, dass man sich stets auf das Finden von Lösungen konzentrieren sollte, anstatt Probleme in den Vordergrund zu stellen. Für die Zukunft erhofft er sich zudem eine weiterhin starke Anerkennung der Bedeutung Eisenstadts für die umliegenden Nachbargemeinden, insbesondere in den Bereichen Sport und Bildung.