Geduld brauchen Verkehrsteilnehmer in den nächsten Wochen: Entlang der Bahnstrecke zwischen Wulkaprodersdorf und Schützen am Gebirge finden Bauarbeiten statt.
Stadtfeuerwehr Eisenstadt wird 150 Jahre alt
Party & neues Auto
Großbrände ziehen sich wie tiefe Wunden durch die Stadtgeschichte. Die Feuerwehr musste sich immer wieder neu erfinden, um diese Wunden zu versorgen.
Die Mannschaft vor dem Fuhrpark der Stadtfeuerwehr im Jahr 1924.
© zVg FF Eisenstadt
Gebrannt hat es in der jüngeren Stadtgeschichte nicht selten, war das offene Feuer doch die einzige Wärme- und Energiequelle, Feuermauern kannte man kaum, gebaut wurde Mauer an Mauer. So brannte es 1704 und 1744, im Jahr 1768 starben sogar zehn Menschen.
Eine tiefe Wunde in der Geschichte der königlichen Freistadt Eisenstadt war der „Große Stadtbrand von 1776“. Damals war nahezu die gesamte damalige Innenstadt betroffen, fast 100 Familien kamen zu Schaden, eine Delegation musste beim Kaiser für ein Darlehen vorsprechen. Der gewährte 15.000 Gulden (im Ungarischen in Anlehnung an den Produktionsort Florenz damals schon Forint genannt) und verzichtete auf Steuern. Wieviel waren 15.000 Gulden? Sagen wir so: Es brauchte 40 Säcke, fünf „Fassl“ und einen eigenen Wagen, um das Geld von Bratislava (damals noch Deutsch: Pressburg) nach Eisenstadt (damals noch Ungarisch: Kismarton) zu bringen.
© zVg FF Eisenstadt
Auch Haydn hätte eine Feuerwehr gebraucht
Das Geld kam auch dem wohl berühmtesten Bürger der Stadt zugute: Joseph Haydn war zwar der größte Komponist aller Zeiten, die Notwendigkeit von Brandschutz-Baumaßnahmen unterschätzte er aber - und bezahlte das mit seinem Dachstuhl. Die auf 87 Gulden geschätzten Schäden übernahm sein Arbeitgeber, Fürst Esterhazy.
Im 19. Jahrhundert ging es weiter mit den Bränden, 1857 etwa bei der Pfarrkirche, 22 Häuser vom Vicedom bis zum Stadttor brannten. Der Brand weitete sich auf die Häuser und Scheunen der Vorstadt aus, das Getreide auf den damals natürlich noch unverbauten Kirchäckern brannte ab.

© zVg FF Eisenstadt
1874 - Start in die Innovationsgeschichte
Am 12. April 1874 fand dann die erste Hauptversammlung der Stadtfeuerwehr statt, sie gilt als Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Eisenstadt. Sie zählte damals bereits einen Mannschaftsstand von über 80 Mitgliedern - und das bei der damaligen Bevölkerungszahl von nicht einmal 7.000.
Einen festen Sitz gab es noch keinen, der Bau eines ersten Feuerwehrhauses in der Ruster Straße wurde erst 1906 beschlossen, mit Geld der Gemeinde und des Fürsten Esterhazy sowie nach den Plänen von Gustav Kritsch. Der „Ahnherr der heutigen Eisenstädter Familie Kritsch, in der seit 1733 ununterbrochen das Zimmermannsgewerbe fortlebt“ (Burgenländische Heimatblätter, 1927/1) war damals beim großen Scheunenbrand 1776 ums Leben gekommen.

© zVg FF Eisenstadt
1935 ging vom mittlerweile jüngsten Kind der Republik Österreich eine Innovation aus, die sich die älteren Kinder von uns abschauen sollten: Der Eisenstädter Feuerwehrkommandant schrieb das erste burgenländische Feuerwehr-Gesetz, die Wehren wurden nun eine eigene Rechtspersönlichkeit.
In der Nazi-Zeit wurden die Feuerwehren gegenüber der Kriegsmaschinerie benachteiligt, sie waren unterbesetzt, wenn es brannte mussten Zivilpersonen aushelfen, eine wirkliche Hilfestellung war kaum möglich. Das war ein Mitgrund, wieso am 10. Mai 1944 das Bombardement Eisenstadts so einen großen Schaden anrichten konnte. Mehr als 20 Häuser wurden vollständig zerstört und 40 Menschen getötet.

© zVg FF Eisenstadt
Die Sechziger und Siebziger waren vom wirtschaftlichen und Bevölkerungs-Aufschwung geprägt, 1971 wurden mit den Gemeinden Kleinhöflein und St. Georgen auch deren Feuerwehren in den neu geschaffenen Feuerwehrbezirk Eisenstadt eingegliedert. Aufgrund des Wachstums wurde 1991 auch der Bau eines neuen Feuerwehrhauses beschlossen, am 17. September 1995 wurde dieses eingeweiht.
Wachsende Stadt muss weiter aufrüsten
Am 2. Feber 1980 zeigte ein Großbrand der Eisenstädter Martinskaserne, dass die Eisenstädter Ausrüstung städtischen Ansprüchen kaum noch gewachsen war und es wurde die erste neuartige Drehleiter (DL 30) gekauft. Sie bewährte sich bis 2005 als sie durch die bis heute im Einsatz stehende Teleskopmastbühne ersetzt wurde.
Erst am vergangenen Dienstag wurde die Ausrüstung um das neue Wechselladefahrzeuges mit Kran (WLF-K) ergänzt. Das ist das erste von insgesamt 16 seiner Art, die im Auftrag und auf Bestellung des Burgenländischen Landesfeuerwehrverbandes, örtlich aber auch überörtlich durch die jeweilige Stationierungs-Feuerwehr eingesetzt werden. Investiert wurden insgesamt 600.000 Euro, die Stadt übernimmt hier 100.000 Euro, die Feuerwehr Eisenstadt 13.000 Euro.

© zVg KÖStV/MKV
Samstag, 25. Mai
Ab 10 Uhr: Hüpfburg, Feuerwehr-Vorführung und „Stoffi's BBQ“
17 Uhr: Festakt mit WLF-Segnung
Ab 19:30: Band Groovezeichen
Sonntag 26. Mai
Ab 10 Uhr: Hüpfburg, Feuerwehr-Vorführung und „Stoffi's BBQ“
Ab 11:30 Uhr: Frühschoppen mit der Stadt- und Feuerwehrkapelle