Alte Leykam-Druckerei wird zur Plastikpfand-Sortieranlage

Plastik statt Papier

Die ehemalige Leykam-Druckerei wird zu einer modernen Sortieranlage umgebaut. Gekauft wurde das Areal von der Entsorgungsfirma Nemetz AG. In Zukunft werden dort Tausende Einweg-PET-Flaschen aus vielen Teilen Österreichs sortiert.

Von Daniel Freismuth

Im Sommer war Gleichenfeier beim der Nemetz Müllendorf GmbH: Am Standort der ehemaligen Leykam- Druckerei entsteht ein zentrales Sammel- und Sortierlager für Einwegpfand.

Im Sommer war Gleichenfeier beim der Nemetz Müllendorf GmbH: Am Standort der ehemaligen Leykam- Druckerei entsteht ein zentrales Sammel- und Sortierlager für Einwegpfand.

© zVg Gemeinde

Wo einst Papier bedruckt wurde, werden bald tausende Tonnen an Plastikflaschen täglich sortiert. Auf einer Gesamtfläche von 42.000 Quadratmetern errichtet die niederösterreichische Entsorgungs- und Transportfirma Nemetz in Zusammenarbeit mit der Recycling Pfand Österreich GmbH - kurz EWP - eine der modernsten Sortieranlagen Österreichs. Die Sortieranlage ist im Eigentum der EWP und wird von der Entsorgungsfirma Nemetz betrieben. Nur die Liegenschaft der ehemaligen Leykam-Druckerei selbst wurde von Nemetz aufgekauft und steht nun in deren Besitz.

Alte Leykam-Druckerei wird zur Plastikpfand-Sortieranlage

© zVg Gemeinde

PET-Flaschen aus vielen Teilen Österreichs

Grund für die Errichtung einer Sortieranlage für Plastikflaschen ist das seit diesem Jahr gültige Pfandsystem. Die EWP hat daraufhin schon im vergangenen Jahr den Zuschlag für eine Sortieranlage in einem öffentlichen Vergabeverfahren ausgeschrieben. Den Zuschlag hat dann die Entsorgungsfirma Nemetz erhalten. Sämtliche PET-Flaschen aus ganz Österreich, die in den Supermärkten zurückgegeben werden, kommen in die Sortierhalle nach Müllendorf. Nur die Bundesländer Tirol und Vorarlberg werden in der Zentrale in Leopoldsdorf sortiert. Neben Nemetz hat auch noch die Firma Struber Entsorgung in Salzburg den Zuschlag für eine Sortieranlage bekommen. Dort wird aber nur ein kleiner Teil der Plastikflaschen sortiert.

Kapazität von 45.000 Tonnen Einweg-Pfandflaschen

Bis zu 45.000 Tonnen Einweg-Pfandflaschen sollen laut Nemetz jährlich sortiert werden können. Ein Großteil des sortierten Materials wird direkt nebenan an die Plastik-Recycling-Firma PET2PET weitergegeben. Dort können die Plastikflaschen wieder zu Plastikgranulat zerschreddert werden. Für die Betriebsstelle in Müllendorf wurde auch eine eigene Tochtergesellschaft gegründet. Mario Prammer ist der Geschäftsführer der Nemetz Müllendorf GmbH.

Betriebsstart Anfang des Jahres

Die Inbetriebnahme der neuen Sortieranlage ist für Anfang 2026 geplant, heißt es vom Geschäftsführer der Nemetz Müllendorf GmbH Mario Prammer. Dann sollen rund 30 Angestellte werktags in einem 2-Schichtbetrieb-Turnus am Standort Müllendorf beschäftigt sein.