Silvester-Einbrecher durch DNA-Treffer überführt

Schmuck und Geld weg

Bargeld, Schmuck und Uhren stahlen Einbrecher von Dezember 2024 bis März 2025 aus Wohnhäusern im Bezirk Eisenstadt. Ein Täter konnte dank zweier DNA-Treffer ausgeforscht werden.

Von Elisabeth Kirchmeir

Der 29-jährige ungarische Einbrecher wurde jetzt wegen drei Straftaten im Bezirk Eisenstadt verurteilt.

Der 29-jährige ungarische Einbrecher wurde jetzt wegen drei Straftaten im Bezirk Eisenstadt verurteilt.

© BVZ/Kirchmeir

Am Montag, 1. Dezember 2025, stand der 29-jährige ungarische Staatsbürger in Eisenstadt vor Gericht. Fünf Einbruchsdiebstähle in Wohnhäusern werden ihm vorgeworfen. Dabei sollen Wertgegenstände im Wert von 112.400 Euro erbeutet worden sein.

An zwei Tatorten in Siegendorf und Trausdorf wurde DNA des Angeklagten gefunden. Nur zu diesen Einbruchsdiebstählen bekannte sich der Angeklagte schuldig. Drei weitere Straftaten in Trausdorf, Breitenbrunn und Siegendorf bestritt er. Insgesamt umfasst der Strafakt neun Einbruchsdiebstähle, zu vier Fakten werden noch Ermittlungen geführt.

Er sei am 20. Dezember 2024 mit einem Komplizen nach Österreich gefahren. „Er fand ein Haus, wo niemand zuhause war. Er öffnete das Kellerfenster mit einem Draht und ging hinein“, erzählte der Angeklagte über den ersten Einbruchsdiebstahl in Siegendorf. „Es waren nicht viele Sachen drin, das Haus wurde gerade renoviert“, behauptete er.

„17 Uhren und 37 Schmuckstücke - das ist ja nicht so wenig!“, hielt ihm die Richterin vor.

Der Komplize habe die Beute verkauft, er habe 3.000 Euro bekommen, so der Angeklagte, der in Budapest lebt - 250 Kilometer vom Burgenland entfernt.

In der Silvesternacht 2024 wurde in zwei Wohnhäuser in Trausdorf eingebrochen. Der Angeklagte war jedoch nur zu einem dieser Fakten geständig. Dort habe sein Komplize mit einem Bunsenbrenner ein Loch in ein Fenster geschmolzen und habe danach das Fenster geöffnet. „Soweit ich weiß, hat er dort nicht viel gefunden“, meinte der Angeklagte.

„Naja“, sagte die Richterin. „Lebensmittelgutscheine und fünf Schmuckstücke im Wert von 6.420 Euro.“

„Es ist nicht ausgeschlossen“, meinte der Angeklagte. Er habe seinen Komplizen „nicht durchsucht“. Er sei unter dessen Einfluss gestanden. „Wir wollten die Eigentümer nicht schädigen“, sagte der 29-Jährige. Er habe aber schon gewusst, dass sein Komplize Einbruchsdiebstähle begehen wollte, bestätigte er auf Nachfrage der Richterin. Wie schon beim ersten Einbruchsdiebstahl wurde auch am Tatort in Trausdorf eine DNA-Spur des Angeklagten sichergestellt.

Silvester-Einbrecher durch DNA-Treffer überführt

© BVZ/Kirchmeir

„Wozu brauchte Ihr Komplize Sie?“, fragte die Staatsanwältin. „Um die Wahrheit zu sagen, damit ich vor dem Haus draußen bin. Um die Wahrheit zu sagen, damit er nicht alleine ist, wenn er fliehen sollte“, brachte der Angeklagte vor.

„Dann ist es aber spannend, dass Ihre DNA gefunden wurde“, meinte die Staatsanwältin.

450 Meter entfernt fand in derselben Trausdorfer Gasse in der Silvesternacht ein zweiter Einbruchsdiebstahl statt. „Das bedeutet nicht, dass wir den begangen haben“, meinte der Angeklagte.

Ein Kriminalbeamter berichtete, dass in der Silvesternacht 2024 im Burgenland vier Einbruchsdiebstähle begangen worden seien. „Einer im Süden, zwei in Trausdorf und ein Einbruchsversuch in Purbach“, sagte der ermittelnde Beamte. „Mehr war nicht in der ganzen Silvesternacht.“ Deshalb ging die Kriminalpolizei davon aus, dass auch die zweite Tat in Trausdorf dem Angeklagten zuzuordnen sei.

Die Täter entwendeten beim zweiten Einbruchsdiebstahl in Trausdorf einen Möbeltresor, den sie in ein nahegelegenes Waldstück brachten und dort mit einem Werkzeug aufbrachen. Sie entnahmen die im Tresor aufbewahrten Wertgegenstände und ließen den aufgebrochenen Tresor samt leeren Schmuckschachteln zurück.

Am 24. Jänner 2025 wurde in Breitenbrunn eingebrochen. „Diese Straftat habe ich nicht begangen“, behauptete der Angeklagte. Auch sei er nicht am 8. März 2025 in ein Haus in Siegendorf eingestiegen.

Mehr als 50.000 Euro Schaden bei einem Einbruchsdiebstahl

Als Zeugen wurden die Opfer der Einbruchsdiebstähle befragt. Sie hatten sich zum Tatzeitpunkt nicht zuhause befunden. „Am 1. Jänner war ich im Haus der Eltern, um einzuheizen, da fiel es mir auf“, berichtete der Sohn der Besitzer eines jener Häuser in Trausdorf, in die in der Silvesternacht eingebrochen worden war. Der Schaden dort war enorm: 53.390 Euro machte der Hausbesitzer geltend.

„Die Auswahl von Objekten am Ortsrand ist üblich, weil da das Einsteigen einfach ist“, erklärte der Kriminalbeamte zu den Tatorten.

Der Angeklagte wurde zu den drei Einbruchsdiebstählen im Dezember 2024 schuldig gesprochen - der Schöffensenat ging davon aus, dass auch die zweite Tat in der Silvesternacht in Trausdorf dem Ungarn zuzurechnen sei. Zu zwei Fakten erging ein Freispruch. Der Einbrecher wurde zu zweieinhalb Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.