Marcel Rainprecht spricht über sein Aus bei „Die große Chance“

Sänger aus Oggau

Ein Gesangstalent ist der Oggauer Marcel Rainprecht. Das nahm er zum Anlass sich bei „Die große Chance - Let's sing and dance“ zu bewerben. Diesmal schied er zwar aus, doch sein musikalischer Weg hat erst begonnen.

Von Nina Mayer

Marcel Rainprecht bei seinem großen Auftritt

Marcel Rainprecht bei seinem großen Auftritt

© zVg, zVg

22 Jahre ist Marcel Rainprecht jung. In Rust und Loipersdorf aufgewachsen, zog es ihn vor einigen Jahren nach Oggau, in einen alten Streckhof, der seit vier Generationen von seiner Familie bewohnt wird. Schon als Baby liebte er Musik, in der Volksschule begann er sie durch die Teilnahme an einem Chor aktiv zu betreiben. Schnell spürte er, dass er ein besonderes Gespür für Gesang hatte. Trotzdem trat er nie öffentlich auf, sang nur zu Hause, vorzugsweise unter der Dusche.

Obwohl man Marcel als den Inbegriff des Worts „kommunikativ“ bezeichnen kann, hat es ihm bei der Präsentation seiner stimmlichen Darbietung an Selbstbewusstsein gefehlt. Erst im vergangenen Jahr wagte er den für ihn großen Schritt und bewarb sich bei „The Voice of Germany“. 35000 Bewerber gab es, Marcel Rainprecht wurde ausgewählt und kam unter die letzten 120.

Lampenfieber in vollen Zügen

Sein erster Bühnenauftritt folgte, ein einziger Alptraum, wie er berichtete: „Ich war so nervös, dass mir furchtbar übel war, mein Gesicht war kreidebleich und ich dachte, ich werde bewusstlos.“

Eine richtige Panikattacke überfiel mich. Meine Hände haben gezittert, tausende Emotionen nahmen von mir Besitz und ich wusste nicht, wie ich sie ordnen sollte. Der Oggauer Marcel Reinprecht über seinen ersten Auftritt.

Natürlich merkte man ihm die Anspannung an, aber trotz seines Ausscheidens empfahlen ihm die Juroren, sich im nächsten Jahr wieder zu bewerben. Er jedoch gab der Show „Die große Chance - Let's sing and dance“ in Österreich den Vorzug.

Die Nervosität hatte Marcel Rainprecht schon besser im Griff, leider war er aber mit der Abwicklung der Sendung nicht vertraut. Er dachte, er hätte mehrere Wochen lang die Möglichkeit, sich zu präsentieren, bevor eine Entscheidung gefällt wird und so startete er mit einem Song, bei dem er sich stimmlich in einer Komfortzone fühlte.

„Chasing Cars“ von Snow Patrol wählte er. Im Nachhinein gesehen, taktisch nicht besonders glücklich gewählt. Trotzdem waren die Kritiken allesamt nicht schlecht, lediglich Missy May ließ mit der Aussage aufhören, dass sie Marcel ihre Stimme vorenthalten habe, weil er beim Singen die Augen geschlossen hielt.

Darf man für Emotionen bestraft werden?

Unverständlich, wenn man bedenkt, dass dies ein Ausdruck tiefen Empfindens und Fühlens war und auch ein bisschen ein Schutzmechanismus, wie der Oggauer Einblick in sein Inneres gewährte: „Wenn ich ins Publikum schaue, deute ich Blicke von Menschen und mache mir Gedanken über sie, hinterfrage meine Leistung. Aber auch zu Hause singe ich mit geschlossenen Augen, denn wenn ich ein Sinnesorgan ausschalte, verstärke ich die Leistung der anderen.“

So hat es leider nicht für die zweite Runde gereicht. Kein Solosänger kam übrigens weiter. Drei Tanzgruppen, ein Chor und ein Mädchen-Duo stiegen auf. Ablauftechnisch zu hinterfragen ist die Tatsache, dass Tänzer mit Sängern in einen Topf geworfen werden, was den Vergleich von Äpfeln und Birnen nahelegt.

Aufbruch zu neuen Ufern

Nächstes Jahr wird sich der herzliche, überschwängliche Sänger, der bei allen Beteiligten der Show sehr beliebt war, wieder in Deutschland bewerben. Bis dahin nimmt er fleißig Gesangsunterricht - übrigens zum ersten Mal in seinem Leben.

Und noch etwas Neues probiert er aus: demnächst darf man ihn als Sänger bei Trauungen erleben. Nicht kommerziell auf der Feier, sondern ganz andächtig während der Zeremonie. Emotionale Momente unterstützen, ihnen noch größere Bedeutung verleihen, dort zu sein, wo Musik die stärkste Aussagekraft hat - das macht Marcel Rainprecht zutiefst zufrieden und glücklich.

Seine abschließenden Worte klingen noch lange nach: „Musik ist Medizin für meine Seele. Nie im Leben werde ich aufhören zu singen, nie will ich ohne sie sein!“