Breitenbrunn: Dieb klaute Kupfer-Dachrinnen von Kirchen

Viele Fakten

Ein 52-jähriger Slowake wurde jetzt verurteilt, weil er von März bis Juni 2024 an vielen Gebäuden Kupferdachrinnen und Kupferfallrohre demontierte und mitnahm.

Von Elisabeth Kirchmeir

Auf den Diebstahl von Kupferdachrinnen hatte sich ein Slowake spezialisiert.

Auf den Diebstahl von Kupferdachrinnen hatte sich ein Slowake spezialisiert.

© Symbolfoto: Shutterstock, Blue Corner Studio

Am Freitag, 23. August 2024, stand der seit 7. Juni in Untersuchungshaft befindliche 52-jährige slowakische Staatsbürger am Landesgericht Eisenstadt vor der Strafrichterin.

Sie hielt ihm eine Vielzahl an Fakten vor: Immer waren von Gebäuden Dachrinnen und Fallrohre aus Kupfer entwendet worden. Selbst vor Kirchen und Schlössern machte der Slowake nicht Halt.

„Ich hatte kein Geld, meine Wohnung ist abgebrannt“, sagte der Angeklagte, der früher im Bezirk Wiener Neustadt gelebt hatte. Doch dann war sein Aufenthaltstitel ausgelaufen und er hatte sich nicht rechtzeitig um eine Verlängerung gekümmert. „Wenn ich meine Dokumente in Ordnung habe, verdiene ich 2.500 bis 3.000 Euro“, behauptete der Angeklagte.

In seiner Notlage und aufgrund der Arbeitslosigkeit habe er die Diebstähle begangen.

Der Angeklagte gab nur einige Diebstähle zu

Der erste Kupferdachrinnen-Diebstahl, der dem Angeklagten vorgehalten wurde, datiert auf den Zeitraum 11./12. März 2024. Der Angeklagte bestritt aber, in Breitenbrunn Kupferrohre gestohlen zu haben. Er gab nur „sieben oder acht“ Diebstähle zu, insgesamt wurden ihm aber weit mehr zur Last gelegt.

Einige andere Fakten, vorwiegend im Bezirk Gänserndorf, gab er zu. In Kopfstetten hatte er sogar eine DNA-Spur hinterlassen, die ausgewertet werden konnte. Er soll dort auch versucht haben, in die Sakristei einzubrechen, was der Angeklagte aber bestritt.

Von 26. auf 27. April kamen in Mannersdorf bei einem Weinkeller Dachrinnen abhanden - da war das Handy des Angeklagten bei einem Funkmasten in der Nähe eingeloggt.

Dachrinnen bei Schloss abmontiert

Im Zeitraum zwischen 29. und 31. Mai 2024 stahl er in Loimersdorf Dachrinnen von einem Einfamilienhaus, Anfang Juni fehlten in Witzelsdorf bei Eckartsau die Dachrinnen bei der Kirche und einem weiteren Einfamilienhaus. Auch das Schloss Engelhartstetten suchte er heim.

„Wo genau Witzelsdorf ist, weiß ich nicht“, sagte der Angeklagte.

„Wie kamen Sie auf die Idee, Dachrinnen abzumontieren?“, fragte die Richterin.

„Ich kenne mich in diesem Gebiet aus, weil ich Baggerfahrer bin und mich mit Wohnungsabrissen beschäftigt habe“, sagte der Angeklagte. Er habe „jemanden aus der Slowakei gefragt, der sagte, dass diese Regenrinnen meistens aus Kupfer sind“.

2.000 Euro für das Kupfer bekommen

Und Kupfer ist wertvoll. Er habe für den Verkauf der Regenrinnen 2.000 Euro bekommen, so der Angeklagte.

Als er am 7. Juni in Lassee verhaftet wurde, fand die Polizei in seinem Auto eine Vielzahl an Werkzeugen. Die meisten habe er für seine legale Arbeit verwendet, so der Angeklagte, er repariere Bagger. Für die Dachrinnen-Diebstähle habe er sich nur eines Bolzenschneiders und einer Rohrzange bedient. Die Staatsanwaltschaft beantragte die Konfiskation dieser Werkzeuge, den Rest bekommt der Angeklagte zurück.

Zwölf Monate Haft teilbedingt

Er wurde zu zwölf Monaten Freiheitsstrafe verurteilt, davon neun Monate bedingt. Zum einzigen Faktum im Burgenland - dem Dachrinnen-Diebstahl in Breitenbrunn - erging ein Freispruch: „Das passt nicht zu den übrigen Fakten, war zeitlich weit früher“, erklärte die Richterin. Zu allen übrigen Dachrinnen-Diebstählen wurde der 52-Jährige schuldig gesprochen.

Der Angeklagte nahm das Urteil an: „Ich akzeptiere es“, sagte er. Am 6. September wird er enthaftet und dann voraussichtlich aus Österreich abgeschoben.