Überraschungen im Finish
1. Klasse Mitte
In der letzten Runde vor der Winterpause sorgten vor allem die Kellerteams für Staunen.
SV Antau zeigt Herz und kämpft sich mit einem Überraschungssieg eindrucksvoll zurück.
© Alfred Wagentristl
In Antau begann die Partie gegen die SPG Nikitsch/Kroatisch Minihofmit einem mutigen Auftritt der Gastgeber. Früh nutzten sie die Unsicherheiten des Favoriten und trafen zweimal entschlossen – ein Start, der die SPG völlig aus dem Konzept brachte. Zwar arbeitete sich die Mannschaft von Trainer Gellert Ivancsics nach der Pause beeindruckend zurück, verkürzte nach einem Eckball und stellte durch Detre Ivancsics in der 78. Minute auf 2:2. Doch die Geschichte des Tages schrieben die Außenseiter: Antau blieb wach, blieb giftig und schockte den Tabellenvierten kurz vor Schluss mit dem 3:2-Siegtreffer.
Fast parallel – und nicht weniger überraschend – sorgte Tschurndorf für eines der emotionalsten Spiele der Runde. Der Tabellenvorletzte startete gegen Kroatisch Geresdorf mit einem frühen Treffer und zeigte sofort eine Intensität, die man in dieser Form lange nicht gesehen hatte. Der Ausgleich kurz vor der Pause brachte zwar kurz Unruhe, doch selbst als ein kurioser Weitschuss aus der Mittelfeldzone die Gäste in Führung brachte, brach Tschurndorf nicht ein. Im Gegenteil: Die Mannschaft kämpfte sich zurück, glich aus und drehte das Spiel nach einem Standard sogar vollständig. Ein 3:2, das von purem Willen und einer herausragenden Teamleistung lebte – und von Michael Steiner zurecht als „verdient“ bezeichnet wurde.
Während die Außenseiter im Rampenlicht standen, setzten sich die Favoriten in den übrigen Partien mehrheitlich durch. Die SPG Hrvati zeigte gegen Raiding eine abgeklärte Leistung und legte früh den Grundstein für einen verdienten 3:1-Erfolg. Auch wenn Raiding laut Trainer Anton Drabeck spielerisch verbessert auftrat, war das Defensivverhalten letztlich nicht stabil genug, um die Angriffsphasen der Gastgeber zu überstehen.
In Forchtenstein dauerte es nur fünf Minuten, ehe Dino Guc mit dem frühen Treffer die Marschrichtung vorgab. Ein Spiel, das über weite Strecken von Taktik und Kontrolle geprägt war, blieb lange offen, doch Unterpullendorf fehlte im letzten Drittel die Durchschlagskraft, um den Favoriten ernsthaft zu gefährden. Ronald Spuller zeigte sich erleichtert, betonte aber auch, wie schwer der dezimierte Kader auf Seiten der Gäste, die Vorbereitung auf die Partie gemacht hatte.
Noch klarer verlief der Nachmittag für Tabellenführer Weppersdorf, der sich inMannersdorf durch eine reife und abgeklärte Leistung durchsetzte. Auf schwierigem Untergrund nutzte Weppersdorf die sich bietenden Räume effizient, schlug zweimal in kurzer Abfolge zu und verteidigte den Vorsprung im zweiten Abschnitt mit Ruhe. Chancen auf beiden Seiten blieben zwar vorhanden, doch Weppersdorf fehlte nach der Pause die letzte Präzision, um das Ergebnis höher zu gestalten – der Sieg war dennoch nie wirklich in Gefahr.
Loipersbach feierte ebenfalls einen erfolgreichen Abschluss der Hinrunde. Nach einem ausgeglichenen Beginn brachen die Gäste aus Neckenmarkt nach dem frühen Gegentor ein und kassierten noch vor der Pause das 2:0. Zwar brachte ein schöner Abschluss von Laszlo Gulyas Neckenmarkt wieder heran, doch Loipersbach übernahm im Schlussabschnitt das Kommando und fixierte kurz vor Ende den verdienten 3:1-Heimsieg.
Dörfl und Stooblieferten sich ein Spiel, das sinnbildlich für die Bedeutung einzelner Momente im Amateurfußball steht. Stoob führte früh mit 2:0 und schien klar auf Kurs, ehe die Gelb-Rote Karte kurz vor der Pause das Spiel komplett in die andere Richtung lenkte. Dörfl nutzte die numerische Überlegenheit sofort aus, glich noch in den ersten Sekunden der zweiten Hälfte aus und legte danach im Zehn-Minuten-Takt Treffer nach. Ein 5:2, das am Ende deutlicher wirkte, als die Anfangsphase vermuten ließ.
Im Duell zwischen der SPG Rabnitztal und Unterfrauenhaid teilten sich beide Teams die Punkte, obwohl es für beide Gelegenheiten zum Sieg gab. Unterfrauenhaid dominierte die ersten 60 Minuten und ging verdient in Führung, verpasste aber den zweiten Treffer. Rabnitztal kam nach mehreren Umstellungen besser ins Spiel, erzielte durch Fabian Schütz den Ausgleich und hatte in der Schlussminute sogar den Sieg vor Augen – der Ball landete jedoch nur an der Latte. Am Ende stand ein Remis, das sich für beide Teams gleichzeitig bitter und nachvollziehbar anfühlte.