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Neudörfls ehemaliger Pfarrer Franz Hillinger feiert 90. Geburtstag
14 Jahre in der Gemeinde
Am kommenden Sonntag, den 23. November, ab 10 Uhr wird im Rahmen der Cäcilienmesse der 90. Geburtstag von Monsignore Dr. Franz Hillinger (geboren 27. November 1935) in der Pfarrkirche Neudörfl gefeiert. Hillinger war zwischen 1967 und 1981 Pfarrer in Neudörfl. Seine Amtszeit fällt in eine Phase von Modernisierung und Restaurierung der Pfarre Neudörfl.
Pfarrer Monsignore Dr. Franz Hillinger bei der Fronleichnamsprozession in Neusiedl am See 2022. Zwischen 1967 und 1981 war Hillinger Pfarrer in Neudörfl.
© https://www.seelsorgeamsee.at/fronleichnam2022/
Franz Hillinger stammt ursprünglich aus der Marktgemeinde Jois im Bezirk Neusiedl am See, wo mittlerweile, seit seiner Pension 2002, wieder sein Lebensmittelpunkt liegt. Hillinger besuchte zunächst die Hauptschule in Neusiedl am See und Wien, anschließend ein Bundesgymnasium in Wien 13, wo er zusammen mit dem späteren Bundespräsidenten Heinz Fischer im Jahr 1956 maturierte.
Anfängliche Überlegungen, Bäcker oder Gärtner zu werden, gerieten rasch in den Hintergrund, seine Berufung sah er in der Priestertätigkeit. Nach Abschluss des Studiums an der Universität Wien wurde er am 29. Juni 1961 in Eisenstadt zum Priester geweiht. 1967 trat Hillinger seinen Pfarrdienst in der Pfarrgemeinde Neudörfl an. Während seiner Amtszeit wurde unter anderem die Kirchenheizung erneuert sowie ein elektrisches Läutwerk installiert. 1977 wurde zudem eine neue Orgel angeschafft und ein Kreuzweg mit Kreuz aus Terracotta vom Bildhauer Jakob Kopp installiert, der bis heute an den Innenwänden der Pfarrkirche die Leidensgeschichte Christi erzählt.
© https://www.seelsorgeamsee.at/60-jaehriges-priesterjubilaeum/
Ende der 70iger Jahre brachte Franz Hillinger gemeinsam mit dem damaligen Pfarrgemeinderat Krippenfiguren aus Südtirol mit nach Neudörfl. Auffallend dabei: Einen Engel vermisste man unter den rund 15Figuren. Warum damals kein Engel mit angeschafft wurde, ist nicht dokumentiert. Vergangenes Weihnachten machte Franz Hillinger der Pfarre Neudörfl jedoch ein besonderes Geschenk: einen eigens angefertigten Engel, der die Krippe nach rund 50 Jahren nun vervollständigt.
Offen für alle zu sein, ist Franz Hillingers Leitspruch
Neben seinem priesterlichen Dienst ist Monsignore Hillinger vor allem auch als Kirchenhistoriker und Heimatforscher hervorgetreten. Seine zahlreichen Publikationen belegen das breite Spektrum seiner Interessen: Kirchen- und Ortsgeschichte, Heimatgeschichte, Denkmals- und Restaurierungsfragen. Er verfasste mehrere Werke zur Geschichte seiner Heimatgemeinde Jois, unter anderem „Jois – Bausteine zur Geschichte“ (2005) und „Hexen, Tod & Teufel. Geschichte und Geschichten aus Jois“ (2015). Durch seine Forschungen trug er wesentlich zur historisch-kirchlichen Dokumentation des Burgenlandes und speziell der Region Neusiedl am See bei. Auch Neudörfl widmete Franz Hillinger ein über 200 Seiten umfassendes Werk mit dem Titel „Neudörfl – Geschichte der Pfarre“, erschienen 2020 (erhältlich in der Sakristei, im Pfarramt und am Gemeindeamt).

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Nach seiner Tätigkeit in Neudörfl bewarb sich Hillinger 1981 für die frei gewordene Pfarrstelle in Purbach. 21 Jahre lang war er dort, und in Breitenbrunn, Pfarrer. In dieser Zeit war er auch drei Perioden (15 Jahre) Dechant des Dekanates Rust. Im Jahr 1994 ernannte ihn Bischof Dr. Paul Iby zum Diözesanökonom der Diözese Eisenstadt.
Offen für alle zu sein, ist sein Leitspruch. Besonders Krankenbesuche, die er während seiner aktiven Tätigkeit regelmäßig im Krankenhaus absolvierte, lagen ihm am Herzen. Die Predigt, sagte Monsignore Hillinger für ein Porträt der Neusiedler Nachrichten aus dem Dezember 2005, sei „nicht seine Leidenschaft“ gewesen, vielmehr die Seelsorge. Von der katholischen Kirche erwartete sich Hillinger schon damals neuen Schwung, eine Öffnung und dass der Funke überspringe. Gegen jedes Denkverbot soll die Mitarbeit von Laien in kirchlichen Ämtern vorangetrieben werden.
Quellen u.a.:
https://www.neudoerfl.gv.at/service/religion/katholische-kirche
https://nw-nachrichten.at/wp-content/uploads/2021/07/200512.pdf