Der Herbstmeister scheint reif
2. Liga Mitte
Im Oberpullendorfer Bezirk spielten sich vergangene Woche einige Highlights ab. Von einem Herbstmeister, der reif für das rot-goldene Oberhaus agiert, bis zu einem Testspielkuriosum, das man nicht alle Tage sieht, war alles dabei.
Christian Staffler und sein SCO spielen bis dato eine hervorragende Vorbereitung und zeigen früh im Jahr 2025, dass der Meistertitel wohl nur über seine Jungs zu holen sein wird.
© Alfred Wagentristl
Bereits in den vergangenen Wochen zeigten die OberpullendorferKicker, dass ihnen kein Gegner zu groß gewachsen ist. Landesligist Deutschkreutz wurde bezwungen, dem Tabellendritten der 2. Liga Süd, dem UFC Markt Allhau, ließ man keine Chance. Zuletzt fuhr man den nächsten Achungserfolg ein. Trotz etlicher Ausfälle dreht der SCO einen 0:3-Rückstand gegen Burgenlandligist Draßburg in einen 4:3-Sieg und zeigte zum wiederholten Male in der Vorbereitung, dass man durchaus reif für die Burgenlandliga wäre. Darüber macht sich Übungsleiter Christian Staffler allerdings wenige Gedanken, für ihn steht die Leistung im Vordergrund: „Überbewerten wollen wir das nicht, weil es doch nur ein Testspiel war. Dennoch war die erste Halbzeit schon schwer in Ordnung, die Aufholjagd in Halbzeit zwei war natürlich richtig gut für die Moral der Mannschaft.“
Umso erfreulicher wurde der Testspielsieg, wenn man einen Blick auf die Abwesenheitsliste der Bezirkshauptstädter wirft. Bisher wurde man von diversen krankheits- und verletzungsbedingten Ausfällen verschont. Bis zum jüngsten Aufeinandertreffen. „Leider hat es uns da voll erwischt, es haben neun etatmäßige Kampfmannschaftsspieler gefehlt“, erläutert Staffler. Dafür durfte man einen mehr als nur erfreulichen „Gastspieler“ begrüßen. Peter Hofer, der als Kapitän vergangenen Sommer seiner Trainerkarriere bei der Wiener Austria nachging, war beim Abschlusstraining und beim Spiel mit von der Partie. „Das war eine richtig schöne Geste von ihm und man hat gemerkt, dass er sofort wieder eine Bereicherung für die Gruppe war. Den Jungs fehlt er einfach in der Kabine“, weiß Staffler um das Standing des „Mr. SCO“ Bescheid.
Neben der Rückkehr vom Leithammel gab es bei den Rot-Weißen auch anderweitig positive Neuigkeiten aus dem Personalsektor. Vor Wochen war man sich bereits einig, dass man noch einen dritten Tormann verpflichten würde, wenn die Umstände passen. Nun hat man mit Kristof Akos einen solchen Goalie gefunden, wie Staffler verrät: „Er ist ein junger Torwart, der absolut nicht schlecht ist, vorerst aber nur für die Reserve gedacht ist und im Extremfall, wenn uns einer der beiden Kampfmannschaftstormänner fehlt.“
© Alfred Wagentristl
Indes testste die FSG Oberpetersdorf / Schwarzenbachbereits am Mittwoch vergangene Woche. Beim 6:6 gegen Schützen zeigte das Brüderduo Michael und Andreas Huber besonders auf. Beide trugen sich mit einem Doppelpack in die Schützenliste ein. Und obwohl man eine 6:1-Führung verspielte, zeigte sich deren Coach Markus Schmidt zufrieden: „Mir hat es gefallen, wie wir uns gegen eine gute 2. Klasse-Mannschaft verkauft haben und einfach einen richtigen Schritt in die richtige Richtung gemacht haben. Dass wir uns in der zweiten Halbzeit mit unserer U23 die Tore quasi selbst geschossen haben, war nicht so wichtig. Auch die jungen Burschen haben das teilweise gut gelöst und hätten sicherlich auch das eine oder andere Tor machen können.“
Außerdem konnte man bei der FSG entgegen aller Erwartungen noch einen Stürmer verpflichten. Ob Patrik Papranec der gewünschte Offensivmann sein wird, kann wohl erst in den nächsten Wochen gesagt werden. „Ich habe ihn noch nicht gesehen, kenne ihn nicht. Wir haben ihn quasi blind verpflichtet, aber sind jetzt zumindest froh, noch etwas für die Kaderbreite getan zu haben und wer weiß, vielleicht entpuppt er sich als absoluter Glücksgriff“, verrät Coach Markus Schmidt, der mit seinem zähen Transferprogramm wohl nicht zu einhundert Prozent zufrieden sein kann.

© Gernot Heinzlmayer
Lackenbach wird in der ersten Meisterschaftsrunde auf seinen Keeper Ivan Kardum verzichten müssen. Der Grund ist ein äußerst seltener: Der Goalie sah in der Schlussphase des Freundschaftsspiels seiner Mannschaft gegen Unterpullendorf die Rote Karte. Sein Trainer Robert Serdar klärt auf: „Ich finde, dass man die Situation ganz anders hätte lösen können. Er ist mit einem Gegenspieler verbal aneinandergeraten, hat im Gegensatz zum gegnerischen Kicker aber die Rote Karte bekommen. Leider ließ sich der Schiedsrichter danach auch nicht mehr bewegen, anders zu entscheiden. Da hätte man mehr Fingerspitzengefühl zeigen müssen.“ Dass nun zum Auftakt wohl Neuzugang David Oprodovsky zwischen den Pfosten stehen wird, stört Serdar keineswegs: „Dafür haben wir ihn geholt, er hat genug Qualität - auch für höher.“

© Martin Ivansich
Zwar nicht aufgrund einer Roten Karte, aber aufgrund der jüngsten 2:7-Schlappe gegen Bad Tatzmannsdorf kann man in Pilgersdorfvon keiner großartigen Probe sprechen. Nichtsdestotrotz wusste Neo-Pilgersdorf-Coach David Blazanovic sofort, woran es lag: „Wir haben in der Woche zuvor etwas die Intensität zurückgeschraubt und das hat man sofort gemerkt. Wir haben gegen einen starken Gegner körperlos gespielt, einen schwachen Test abgeliefert“, macht er sich auf lange Sicht aber keineswegs Sorgen: „Wir haben doch einige Veränderungen im Kader, die Jungs müssen sich erst finden. Die Stimmung ist aber dennoch gut, so wollen wir weitermachen.“ Nächste Chance, eine bessere Perfomance abzuliefern, gibt es am morgigen Samstag gegen Großpetersdorf. Ob um 10 Uhr vormittags auf Kunstrasen oder am Nachmittag auf dem Pilgersdorfer Platz gespielt wird, wird noch entschieden.

© Malcolm Zottl