Mehr als 200 Teilnehmerinnen machten den ersten Frauenlauf in Loipersbach zu einem großen Erfolg. Nun konnte eine Spendensumme von 9.000 Euro an die Krebshilfe Burgenland übergeben werden.
Abschied nehmen, wie es zum Leben passt
allerheiligen und allerseelen
Immer mehr Menschen wünschen sich eine individuelle Gestaltung von Trauerfeiern. Die Pöttschinger Trauerrednerin Katharina Leitgeb zeigt, welche Möglichkeiten es gibt, um Verstorbenen einen persönlichen und würdevollen Abschied zu bereiten.
Katharina Leitgeb aus Pöttsching gestaltet als freie Trauerrednerin individuelle Abschiedsfeiern, die den Menschen und seine Lebensgeschichte in den Mittelpunkt stellen.
© zVg
Allerheiligen und Allerseelen sind traditionell Tage des Gedenkens. Gräber werden besucht, Kerzen entzündet und Erinnerungen an verstorbene Angehörige wachgehalten. Gleichzeitig verändert sich auch die Art des Abschiednehmens. Neben klassischen Begräbnissen gewinnen persönliche Trauerfeiern zunehmend an Bedeutung. Dabei stehen nicht religiöse Vorgaben oder feste Abläufe im Vordergrund, sondern das Leben und die Persönlichkeit des verstorbenen Menschen.
„Jeder Mensch hinterlässt seine ganz eigene Geschichte. Und genauso individuell darf auch sein Abschied gestaltet werden“, sagt Katharina Leitgeb aus Pöttsching. Unter dem Namen „Die Geleitgeberin“ begleitet sie Angehörige als freie Trauerrednerin bei der Gestaltung individueller Verabschiedungen.
Geschichten, die bleiben
Im Mittelpunkt ihrer Arbeit stehen Gespräche mit den Angehörigen. Gemeinsam wird auf das Leben des Verstorbenen zurückgeblickt: Welche Erinnerungen prägen die Familie? Welche Eigenschaften, Hobbys oder Eigenheiten machten den Menschen aus? Aus diesen Erzählungen entsteht eine persönliche Trauerrede, die den Verstorbenen noch einmal in seiner Einzigartigkeit sichtbar werden lässt.
Für Katharina Leitgeb geht es dabei vor allem darum, das gelebte Leben zu würdigen. Die Trauer habe ihren Platz, gleichzeitig dürfe aber auch auf schöne Erinnerungen und prägende Momente zurückgeblickt werden.
Individuelle Zeichen des Abschieds
Auch die Gestaltung der Feier selbst kann sehr unterschiedlich ausfallen. Angehörige können etwa persönliche Gegenstände, Fotos oder Lieblingsmusik des Verstorbenen einbringen. Manchmal werden Briefe vorgelesen oder Erinnerungsstücke an die Trauergäste verteilt. Selbst beim letzten Weg zum Grab sind individuelle Formen des Abschieds möglich, etwa mit handgeschriebenen Botschaften statt klassischer Blumengebinde.
„Es sind oft die kleinen, persönlichen Gesten, die einer Abschiedsfeier ihre besondere Bedeutung geben. Entscheidend ist, dass sie zu dem Menschen passen, von dem wir uns verabschieden“, erklärt die Pöttschingerin.
Natur als letzte Ruhestätte
Zunehmendes Interesse registriert die Trauerrednerin auch bei Naturbestattungen. Dabei werden Urnen in dafür vorgesehenen Waldgebieten beigesetzt. Für Menschen, die sich der Natur besonders verbunden fühlten, könne dies eine passende Form der letzten Ruhestätte sein. Auch die Abschiedsfeier lasse sich dabei individuell gestalten und in die natürliche Umgebung einfügen.
Es sind oft die kleinen, persönlichen Gesten, die einer Abschiedsfeier ihre besondere Bedeutung geben. Entscheidend ist, dass sie zu dem Menschen passen, von dem wir uns verabschieden
Ergänzung zur kirchlichen Feier
Eine freie Trauerfeier wird oft von Menschen gewählt, die sich eine Verabschiedung außerhalb eines kirchlichen Rahmens wünschen. Sie kann aber auch ergänzend zu einem kirchlichen Begräbnis stattfinden, sofern dies mit der zuständigen Pfarre abgestimmt wird.
Als diplomierte Lebens- und Sozialberaterin sowie zertifizierte freie Rednerin sieht Katharina Leitgeb ihre Aufgabe darin, Angehörigen in einer schwierigen Lebensphase Orientierung und Unterstützung zu geben. Im Zentrum stehe dabei stets ein würdevoller Abschied, der dem Verstorbenen und seinen Hinterbliebenen gerecht wird.