Auf Lackenbach warten die Wochen der Wahrheit

Burgenland Energie Landesliga

Lackenbachs Trainer Norbert Nemeth erlebte gegen Neudorf eine Achterbahnfahrt der Gefühle und muss mit seinem Team jetzt liefern, bevor es zu spät ist.

Von Sascha Strodl

Sebastian Bauer (r.) und seine Lackenbacher kamen in Neudorf nicht über ein 2:2 hinaus und müssten jetzt eigentlich sechs Punkte aus den restlichen zwei Spielen holen.

Sebastian Bauer (r.) und seine Lackenbacher kamen in Neudorf nicht über ein 2:2 hinaus und müssten jetzt eigentlich sechs Punkte aus den restlichen zwei Spielen holen.

© Schneeweiß

Aufgrund einer starken ersten Halbzeit hätte man dem Sieg näher als je zuvor sein können. Nach dem Seitenwechsel verlor Lackenbach aber jegliche Spielkontrolle in Neudorf. Zum Schluss hatten beide Teams noch einen großen Matchball. Zuerst die Gäste, dann waren die Hausherren dem Sieg sehr nahe. Lackenbachs Cheftrainer Norbert Nemeth reflektiert die letzten Minuten des Kellerduells, die entscheidend dafür waren, ob man einen Punkt gewonnen oder zwei verloren hatte: "In der 90. Minute habe ich mich geärgert, weil wir eine hundertprozentige Chance ausgelassen haben. In der 93. Minute war ich über den Punkt froh."

Vom Punkt konnte man sich allerdings reichlich wenig kaufen. Denn weder Neudorf noch Lackenbach konnte mit der Ausbeute zufrieden sein. Das weiß auch Nemeth: „Es war das korrekte Ergebnis, aber für beide schlecht.“ Weil Eberau, Edelserpentin, Kohfidisch und Oberpullendorf allesamt punkteten, wuchs der Abstand zum rettenden Ufer auf bereits acht Punkte.

Umso mehr trauerte Nemeth dann doch der ersten Halbzeit hinterher. „Wir sind nicht umsonst dort. Die Topteams der Liga nutzen solche Dinge eiskalt aus“, sagt er. Seit seiner Übernahme vor drei Wochen ließ er auch keine Chance aus, anklingen zu lassen, dass es im Winter im physischen Bereich einiges an Arbeit geben wird. „Die Kraftprobleme waren auch in Neudorf klar zu erkennen“, gesteht der Übungsleiter.

Vorausschauend denken

Neben Pinkafeld, das aufgrund des 7:1-Sieges gegen Halbturn zum absoluten Spitzenfeld aufschloss, war wohl Kohfidisch der große Gewinner des letzten Spieltages. Die Südburgenländer befreiten sich mit einem 2:1-Heimsieg gegen Rust aus der Abstiegszone - und treffen jetzt auf Lackenbach. Nemeth schaute dem Gegner genau auf die Füße und sieht eine machbare Aufgabe.

„Rust hat meiner Meinung nach zu offen gespielt. Kohfidisch war nach den beiden Toren sehr stabil und musste nicht mehr viel machen“, analysiert der Coach. Zu Hause rechnet er sich jetzt also Chancen aus - unter anderem, weil die Richtung stimmt. Gegen Deutschkreutz und Neudorf hatte vieles schon so ausgesehen, wie er sich das vorstellt. Einzig und allein das Ergebnis war nicht optimal. Da es im Fußball aber nun einmal um Punkte geht, gibt er eine klare Marschroute vor. „Wir brauchen jetzt sechs Punkte aus zwei Spielen, weil schon ein großer Abstand besteht“, sagt Nemeth. Nachsatz: „Dann haben wir eine gute Chance, die Liga zu halten.“

Dem blinden Optimismus fällt er aber nicht zum Opfer. „Wenn wir zweimal verlieren, wäre es vielleicht schon gut, eine neue Mannschaft zusammenzubauen und anders zu planen.“ Noch warten aber zwei Endspiele auf Nemeth und Co. - mit einer großen Portion Glauben.