Balsam auf Burgenlands Fußballseele

Leitartikel des Sportchefs

Auch wenn das östlichste Bundesland seit dem SVM-Crash 2020 nicht mehr im Bundesliga-Betrieb vertreten ist, bietet der heimische Erwachsenenfußball jungen Talenten weiterhin ein Sprungbrett.

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Balsam auf Burgenlands Fußballseele

© Lexi

BERNHARD FENZ

Steigt die Sportvereinigung Oberwart bald in die Admiral 2. Liga auf? Gelingt dem MSV 2020 früher oder später der Gang in die zweithöchste Spielstufe und somit ein Comeback im österreichweiten Fußball? Oder wird es Parndorf sein, das sich seit dem Abstieg im Jahr 2014 wieder einmal im Konzert der Zweitgrößten beweisen darf? Es sind unbeantwortete Fragen rund um den burgenländischen Klubfußball und dessen Perspektiven.

Klar ist aber, dass es bis ganz nach oben noch ein ganz, ganz weiter Weg ist. Damit das Burgenland wieder einmal einen Verein in der obersten Klasse stellen kann, bräuchte es schon . . . kein Wunder, aber eine fantastische Entwicklung, die von der Regionalliga Ost aus einfach nicht seriös vorhersehbar ist. Dieser aktuelle Befund bedeutet aber nicht, dass sich niemand aus dem burgenländischen Spielbetrieb heraus für Höheres empfehlen kann. Selbst die Burgenland Energie Landesliga, sportlich eine Stufe unterhalb der Ostliga, kann ein kräftiges Sprungbrett sein. Frag nach bei drei Herren.

Der Pöttschinger Niklas Lang stürmte vor einem Jahr noch bei Titelfavorit Mattersburg. Mittlerweile ist er bei Sturm Graz II gesetzt und sammelt fleißig Spielpraxis in der 2. Liga.

Der St. Margarethener Alexander Hofleitner netzte für den ASK Klingenbach und schaffte über Kapfenberg den Sprung in die Bundesliga, wo er aktuell beim GAK aktiv ist.

Der Halbturner Marco Hoffmann sammelte nach seiner Zeit im Rapid-Nachwuchs Erwachsenen-Praxis bei seinem Heimatverein. Von der Burgenlandliga aus ging es nach Hartberg in die Bundesliga. Dort feiert Hoffmann am Sonntag gegen Altach nicht nur seinen 23. Geburtstag, sondern er darf sich auch seit vergangenen Montag Teamspieler auf Abruf nennen. Ralf Rangnick nominierte den Nordburgenländer für den Kader der finalen Nations League-Spiele. Noch steht Hoffmann auf der Abrufliste. Der mit acht Treffern Führende der Torschützenliste kann sich nun weiter empfehlen und aufdrängen.

Und Burgenlands gehobener Spielbetrieb? Der hat sich in der jüngeren Vergangenheit als Plattform für junge Talente empfohlen. Diese Erkenntnis tut der rot-goldenen Fußballerseele gut - auch ohne Bundesliga-Klub.