Knapp zwölf Stunden hat die Landtagssitzung gedauert, Themen wurden wieder viele abgedeckt: Für Batteriespeicher und Ehrenzeichen gibt‘s neue Regeln, um die Gesundheits- und Finanzpolitik gab‘s altbekannte Debatten ...
Demokratie fängt früh an: Mitsprache für Kinder
SOS Kinderdorf zeitgt es vor
In Frankreich protestieren Jugendliche und bestehen auf ihr Recht auf Mitsprache. Im Burgenland achtet SOS Kinderdorf darauf, dass junge Menschen gehört werden.
Kindern Möglichkeit zur Mitsprache zu geben, ist dem Team des SOS Kinderdorfs ein Anliegen.
© VeraThaler
Den österreichischen Nationalfeiertag, der auch an den Wert von Demokratie und aktiver Bürgerbeteiligung erinnert, nimmt SOS-Kinderdorf Burgenland zum Anlass, um zu zeigen, wie Beteiligung funktionieren kann.
„Kinder sind keine kleinen Erwachsenen, es geht darum, sie als Persönlichkeiten anzuerkennen, die genauso das Recht auf eine eigene Meinung haben", sagt Marek Zeliska, Standortleiter SOS-Kinderdorf Burgenland. Ob im Alltag, in Hausrunden oder im Kinderparlament - Beteiligung habe bei SOS-Kinderdorf hohen Stellenwert.
„Wenn Kinder die Möglichkeit haben zu erleben, dass sie selbst etwas bewirken können, werden sie bestärkt durchs Leben gehen", sagt der Kinderdorf-Leiter.
In den demokratisch gelebten Alltag werden auch externe Facheinrichtungen wie die Kinder- und Jugendanwaltschaft einbezogen.
Selbstwirksamkeit zu erleben, ist für Kinder und Jugendliche wichtig.
© Vera Thaler
„In Form verschiedener Projekte und auch der Öffnung nach außen erleben wir ein ernsthaftes Interesse seitens SOS-Kinderdorf Burgenland am Wohlergehen der Kinder“, lobt Teresa Neuwirth von der Kinder- und Jugendanwaltschaft Burgenland.
Wichtig sei es, Kinder und Jugendliche zu informieren und in Entscheidungen einzubeziehen, vor allem, wenn sie in Fremdunterbringung leben. "Nur so können sich Kinder und Jugendliche als wertvolle Mitglieder einer Gemeinschaft erleben, wo sie sich respektiert fühlen, ernst genommen und Selbstwirksamkeit erleben, das Gefühl, „Pilot im eigenen Leben“ zu sein, zumindest in Teilbereichen je nach Alter", sagt Teresa Neuwirth.
Jugendliche fordern, dass der Fußballplatz saniert wird oder sie wünschen sich mehr Medienzeit. Es geht um den Zeitpunkt fürs Schlafengehen, um Ferienplanung, mehr Privatsphäre. Soll eine Katze ins Haus, brauchen die Jüngsten eine neue Sandkiste? Jedes Thema hat seinen Platz, soll diskutiert und zielführend bearbeitet werden.
Diskussion um Hygieneartikel
"Jüngst gab es eine Diskussion über Hygieneartikel", erzählt Marek Zeliska. "Darüber, dass es ungerecht ist, dass Mädchen mehr Ausgaben haben als Burschen." Manches wird von den Jugendlichen untereinander geregelt, manches wird von den Erwachsenen geklärt.
Kürzlich konnten die Kinder und Jugendlichen im SOS Kinderdorf Pinkafeld beispielsweise eine Lösung finden, was das Befahren von Blumenbeeten mit Fahrräder betraf. Ein offenes Ohr hatte die Kinderdorf-Leitung für ein besonders sensibles Thema: Die Kinder und Jugendlichen erzählten, dass es ihnen unangenehm ist, in einem Auto mit SOS-Kinderdorf-Logo zur Schule gebracht zu werden.
Auch in der Zusammenarbeit mit den leiblichen Eltern wird Beteiligung vorgelebt. „Wir versuchen in sämtliche Entscheidungen und Anliegen die leiblichen Eltern der Kinder mit einzubeziehen", sagt Marek Zeliska.