Der SV Lackenbach hat seinen neuen Coach gefunden

Burgenland Energie Landesliga

Das Schlusslicht aus Lackenbach beordert den 39-jährigen Norbert Nemeth als neuen Cheftrainer.

Von Sascha Strodl

Norbert Nemeth ist der neue Dirigent des Lackenbacher Ensembles.

Norbert Nemeth ist der neue Dirigent des Lackenbacher Ensembles.

© Martin Ivansich

BurgenlandligaKeine fünf Minuten hat das finale Gespräch zwischen Norbert Nemeth und dem SV Lackenbach am Sonntag gedauert. Der 39‑jährige Ungar kennt einen Teil der Mannschaft und hat unter anderem mit Interimstrainer Manfred Wukowitsch zusammengespielt. Jetzt soll Nemeth den Klub aus dem Tabellenkeller der Burgenlandliga führen. „Ich kann aber auch keine Wunder wirken“, schmunzelt der seit Montag 39‑Jährige. Im Vordergrund steht ohnehin der Erstkontakt mit seinem neuen Team. „Wir müssen uns einmal stabilisieren. Das Selbstvertrauen ist ganz unten, die Stimmung sicherlich auch nicht optimal“, sagt er. Er will aber auch die fehlende Erfahrung nicht außer Acht lassen.

Der Schlüssel zum Erfolg

Etliche Kicker bestreiten ihr erstes Jahr im Oberhaus. „Genügend Qualität ist da, aber ohne Unterstützung ist es extrem schwierig.“ Nemeth weiß zwar, wie man Meister wird - mit Kobersdorf wurde er Meister in der 1. Klasse Mitte, mit Sopron stieg er in die ungarische Regionalliga auf -, der Tabellenkeller ist bis auf ein zweimonatiges Engagement in Pilgersdorf aber Neuland für ihn. „Das stört mich nicht. Ich habe 18 gut ausgebildete Spieler, die besser sind, als es die Tabelle derzeit zeigt, und einen klaren Plan, der 20 Runden lang Zeit hat, zu funktionieren.“ Geduld ist das Stichwort. Bestenfalls sollte der frische Input und das neue Spielsystem aber schon am Samstag beim Aufsteigerduell in Pinkafeld zu sehen sein.

Vor den formstarken Südburgenländern warnt er: „Sie haben zwei Topstürmer. Wenn wir nicht einander helfen, wird es sehr schwer.“ Danach geht es mit Kohfidisch und Neudorf gegen zwei weitere Sorgenkinder. Außerdem steht ein Derby gegen Deutschkreutz an. Neusiedl komplettiert das Rest-Quartett. „Ich sehe es als Vorteil, dass wir direkte Duelle haben“, scheut Nemeth nicht vor Erwartungsdruck zurück.

Nichts überstürzen

Mit komplexen Aufgaben will er seine Elf hinter den Kulissen in der Kennenlernphase nicht konfrontieren, weil die Situation ohnehin schon an der Moral kratzt. Welche Elemente seine Arbeit allerdings sofort enthalten soll? „Kurze, druckvolle Trainings. Aggressivität. Volle Disziplin“, lautet sein Credo. Er kündigt aber auch schon harte körperliche Arbeit in der Winterpause an, weit bevor seine Mannschaft im Jänner wieder am Platz zusammenkommen wird.

„Die Heimläufe sind noch weit weg. Jetzt geht es darum, sich gut kennenzulernen und bestenfalls sechs oder sieben Punkte bis dahin zu machen“, sagt Nemeth. Florian Mileder wird zudem aus seiner interimistischen Rolle als Cheftrainer wieder in die Rolle des Co-Trainers schlüpfen. „Er kennt die Mannschaft, ich werde anfangs viel zuhören“, vertraut Nemeth.