Mit Erhard Schober als neuem Küchenchef und Dominic Lackner als Restaurantleiter und Sommelier stellt sich das Seerestaurant „die Möwe“ im VILA VITA Pannonia in Pamhagen neu auf und setzt dabei auf regionale Zutaten, internationale Einflüsse und ein Sharing-Konzept.
Nachlass von Matthias Lidy: 45 Jahre Kunst stehen zum Verkauf
Atelierauflösung
Nach dem Tod des Frauenkirchner Malers und Bildhauers Matthias Lidy wird sein Atelier aufgelöst: Beim Nachlassverkauf werden Arbeiten aus 45 Jahren künstlerischen Schaffens angeboten.
Atelier Matthias Lidy in Frauenkirchen
© zVg/Willig
Über Jahrzehnte war das Atelier in der Dr. Meidlingergasse in Frauenkirchen für Matthias Lidy Werkstatt, Galerie und Begegnungsort zugleich. Nun wird der künstlerische Nachlass des im April verstorbenen Malers und Bildhauers dort zum Verkauf angeboten. Zu sehen ist eine große Auswahl an Bildern und Skulpturen in unterschiedlichen Techniken und Formaten.
Damit spannt die Atelierauflösung einen Bogen über 45 Jahre künstlerischen Schaffens. Lidys Werk wird dem abstrakten Expressionismus zugeordnet, entwickelte jedoch über die Jahrzehnte eine eigenständige Bildsprache. Expressive Pinselstriche und eine intensive Farbgebung prägen seine Malerei. Zu seinen wiederkehrenden Motiven zählen Frauendarstellungen, Landschaften und religiöse Themen. In den vergangenen rund 20 Jahren bezog er zudem verstärkt Symbole und Textelemente in seine Bilder ein.
Eine wichtige Inspirationsquelle lag unmittelbar vor seiner Haustür: Die Landschaften des Neusiedler See-Seewinkels fanden immer wieder Eingang in seine Arbeiten. Motive aus seiner Malerei griff Lidy auch in seinen Skulpturen auf. Dabei arbeitete er unter anderem mit geschweißtem Metall, Metallfundstücken, Bronzegüssen und Stein sowie mit unterschiedlichen Materialien und Techniken.
Künstler Matthias Lidy (†)
© BVZ Archiv
Von Frauenkirchen bis Paris
Lidy wurde am 9. November 1954 im Burgenland geboren und absolvierte zunächst eine Tapeziererlehre. Von 1983 bis 1985 studierte er in Wien bei Professor A. Kornberger, 1991 besuchte er die Internationale Sommerakademie für Bildende Kunst in Salzburg bei Martha Jungwirth.
Seine Arbeiten wurden später im In- und Ausland gezeigt, darunter in Wien, Salzburg, München, Paris, Basel, Mailand und auf Gran Canaria. 1993 stellte Lidy in der Burgenländischen Landesgalerie aus, zwei Jahre später folgte eine Ausstellung in Paris. Werke des Künstlers gelangten auch in die Albertina in Wien und in die Sammlung Infeld. Arbeiten Lidys werden zudem von Wiener Auktionshäusern wie dem Dorotheum und dem Kinsky angeboten.
Kunstkritik hebt Farben-Feuerwerk hervor
Die Kuratorin und Kulturpublizistin Gabriela Koschatzky-Elias beschrieb Lidys Schaffen einst als dynamisches Zusammenspiel von intensiver Farbgebung und gestischer Ausdruckskraft und spricht von einem „Feuerwerk der Farben“. Auch Karl Heinz Maringer von der Galerie Maringer St. Pölten-Krems hob 2010 die Bedeutung der Farbe bei Lidy hervor: „Er ist ein Getriebener, voll Eifer, der ungehemmt in den Farbtopf greift. Im Mittelpunkt steht die Kraft der Farben, hervorgehoben durch ein pastelliertes Umfeld. Sein schöpferisches Potential läßt weite Entfaltung zu. Die stark ausgeprägte Expressivität fördert die Umsetzung seiner Motive und gibt so seinen Bildern ihre unverkennbare Eigenständigkeit.“
Spuren im Frauenkirchner Stadtbild
Trotz seiner Ausstellungen über die Grenzen Österreichs hinaus blieb Frauenkirchen der Mittelpunkt von Lidys künstlerischem Leben. Auch außerhalb seines Ateliers sind seine Arbeiten dort bis heute präsent. 1993 schuf er die Bronzeskulptur „Gemeinschaft“ für die Fußgängerzone. Ein Jahr später entstand mit „Energieträger“ eine weitere Bronzeskulptur für das Gebäude der heutigen Burgenland Energie, damals Burgenländische Erdgasversorgungs-Aktiengesellschaft (BEGAS).
Weitere Metall- und Bronzeskulpturen Lidys befinden sich im öffentlichen Raum. Seine Beschäftigung mit dem menschlichen Körper und der Erotik zog sich ebenso durch sein Schaffen wie die Auseinandersetzung mit der Landschaft seiner Heimatregion.
Matthias Lidy starb am 13. April 2026 im Alter von 71 Jahren. Mit der nun anstehenden Auflösung seines Frauenkirchner Ateliers kommt sein dort über Jahrzehnte gewachsenes künstlerisches Schaffen noch einmal in großer Breite zusammen. Die angebotenen Bilder und Skulpturen geben dabei Einblick in unterschiedliche Phasen seines 45 Jahre umfassenden Werks.
5. und 6. Dezember 2026, jeweils 10 bis 18 Uhr Atelier Matthias Lidy Dr. Meidlingergasse 16 7132 Frauenkirchen Kontakt: Martina Willig (geb. Lidy) willig.martina@gmail.com