In der Stadtbücherei Mattersburg las Autor Michael kürzlich Hess aus seinem Buch „Gehessig“. Die Besucher erlebten einen abwechslungsreichen Abend mit humorvollen Sprachspielereien und nachdenklichen Texten.
Nirgendwo sterben mehr Wildtiere als im Neusiedler Bezirk
VerkehrsStatistik
Im Bezirk Neusiedl am See wurden im Jagdjahr 2025/26 insgesamt 3.937 im Straßenverkehr getötete Wildtiere gemeldet – damit liegt der Bezirk österreichweit an erster Stelle.
© Tim Böhm
3.937 tote Wildtiere im Bezirk
Wildwechsel ist auf den Straßen des Bezirks Neusiedl am See ein besonders großes Thema. Das zeigt die aktuelle Fallwildstatistik für das Jagdjahr 2025/26: 3.937 Wildtiere kamen hier im Straßenverkehr ums Leben. Kein anderer Bezirk in Österreich verzeichnete mehr gemeldete Fälle.
Damit entfällt beinahe die Hälfte der 8.405 im Burgenland getöteten Wildtiere auf den Bezirk Neusiedl am See. Mit deutlichem Abstand folgen innerhalb des Burgenlands Oberwart mit 1.122 und Güssing mit 857 Fällen. Bei Wildunfällen im Bezirk Neusiedl am See wurden 2025 zudem drei Personen verletzt.
Österreichweit weist die Fallwildstatistik 65.036 im Straßenverkehr getötete Wildtiere aus. Am häufigsten betroffen waren Rehwild mit 38.139 Tieren, Hasen mit 15.417 und Fasane mit 4.142. Rund 13 Prozent aller Fälle entfielen auf das Burgenland. Im Vergleich der Bundesländer liegt das Burgenland hinter Niederösterreich, Oberösterreich und der Steiermark an vierter Stelle.
Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) geht darüber hinaus von einer Dunkelziffer aus, weil nicht nach jedem Wildunfall Polizei und Jägerschaft verständigt werden.
Im Herbst steigt die Gefahr
Gerade an trüben Herbsttagen mahnt das KFV zu besonderer Vorsicht und einer an die Verhältnisse angepassten Geschwindigkeit. Nach Angaben des Kuratoriums ereigneten sich österreichweit 38 Prozent der Wildunfälle aufgrund nicht angepasster Geschwindigkeit, weitere 54 Prozent aufgrund von Unachtsamkeit und Ablenkung.
Taucht plötzlich ein Tier auf der Fahrbahn auf, rät das KFV vor allem von riskanten Ausweichmanövern ab. „Sobald ein Tier vor einem auftaucht, sollte man daher sofort abbremsen, abblenden und gegebenenfalls mehrmals hupen, um das Wild aufzuschrecken und zur Flucht zu veranlassen. Keinesfalls jedoch sollte man Ausweichmanöver einleiten, weil dies in Kollisionen mit dem Gegenverkehr oder mit Bäumen resultieren kann“, sagt Johanna Trauner-Karner, Geschäftsführerin des KFV.
Hinzu kommt: Reh- und Rotwild sind häufig in Gruppen unterwegs. Nach einem Tier können daher weitere folgen. Besondere Aufmerksamkeit ist auf jenen Straßenabschnitten gefragt, die mit „Achtung Wildwechsel“ gekennzeichnet sind. Die Schilder stehen laut KFV dort, wo Jägerinnen und Jäger sowie Gemeinden von häufigem Wildwechsel berichten oder bereits Wildunfälle passiert sind.
Nach einem Unfall Polizei rufen
Kommt es dennoch zu einer Kollision, sollte das Fahrzeug möglichst abseits der Fahrbahn abgestellt und die Warnblinkanlage eingeschaltet werden. Warnweste und Pannendreieck dienen dazu, die Unfallstelle abzusichern. Bei Verletzten sind Rettungskräfte zu verständigen und Erste-Hilfe-Maßnahmen einzuleiten.
Ein verletztes Wildtier sollte weder berührt noch bewegt werden. Auch wenn das Tier nach der Kollision weiterläuft und niemand verletzt wurde, muss der Wildunfall der Polizei gemeldet werden. Wer die Unfallstelle einfach verlässt, riskiert laut KFV rechtliche und versicherungstechnische Folgen.
Trauner-Karner appelliert deshalb, nach einer Kollision Hilfe zu holen: „Verständigen Sie im Fall des Falles Polizei und Rettung, ist viel geholfen. Sie retten damit möglicherweise auch Leben.“