Sieben Hochkaräter, eine Mauer und ein Ball, der einfach nicht über die Linie wollte. Manchmal erzählt ein 0:0 die lauteste Geschichte des Spieltags.
Verletzungspech, Traumtore und kuriose Fußballgeschichten
Burgenlandliga-Schmankerlstrecke
Ein Abwehrchef fällt bis zur Winterpause aus, ein 16-Jähriger springt ins kalte Wasser und ein Stürmer trifft gleich doppelt ins Kreuzeck: In der Burgenlandliga war wieder einiges los. Dazu gibt es ein bitteres Déjà-vu, dreimal Aluminium-Pech und einen Comeback-Auftritt mit besonderer Vorgeschichte.
Bad Sauerbrunns Sebastian Tisch zog sich im BFV-Cup einen Syndemoseband-Riss zu und fehlt in den letzten beiden Hinrunden-Spielen. .
© Sebastian Schmidt
Abwehrchef fällt aus
Bad Sauerbrunn.Bittere Nachrichten gab es in der vergangenen Woche für den Tabellendritte Bad Sauerbrunn: Innenverteidiger Sebastian Tisch hat sich im Cupspiel in Kittsee eine Verletzung zugezogen. Nachdem der 24-Jährige angeschlagen ausgewechselt werden musste, ergab die Diagnose einen Riss des Syndesmosebandes. Bereits beim 1:1 in St. Margarethen fehlte Tisch, auch die beiden letzten Hinrundenspiele gegen Klingenbach und bei Edelserpentin wird er verpassen. Zum Vorbereitungsstart auf die Rückrunde soll der Innenverteidiger aber rechtzeitig wieder fit sein.
Der Kreis schloss sich
Oberpullendorf. Mark Heinrich ist mit 37 zwar schon im gehobenen Fußballalter, seiner Fitness macht aber niemand etwas vor. Im März riss er sich nämlich in Leithaprodersdorf die Achillessehne. Der Oberpullendorfer Goalie hatte schon kurz nach seiner Verletzung angekündigt, dass er frühestmöglich wieder auf dem Platz angreifen würde. Im Sommer stand der Ungar wieder bei den Testspielen in Fußballschuhen als Torwarttrainer auf dem Platz, als hätte er sich wenige Monate zuvor nicht eine der schlimmsten Verletzungen im Sport zugezogen. Der Höhepunkt: Heinrich schien am Freitag zum ersten Mal wieder auf dem Spielbericht auf, weil sich Ersatzgoalie Kevin Fazekas in der Reserve verletzte - und das ausgerechnet im Heimspiel gegen Leithaprodersdorf.
Des einen Freud, des anderen Leid
Lackenbach. Kein anderes Team steht in der Burgenlandliga so sehr unter Zugzwang wie der SV Lackenbach. Der Abstand des Schlusslichts auf das rettende Ufer wird immer größer, die Hoffnung demnach immer kleiner. Auf Lackenbach warten jetzt zwei absolute Entscheidungsspiele, die man bestenfalls beide gewinnen sollte. Umso mehr klammert man sich an Dingen fest, die sich als Vorteil entpuppen könnten. Eine Sache, die bestimmt unter diese Kategorie fällt, ist die Sperre von Nicolas Oswald. Der Taktgeber im Kohfidischer Mittelfeld wird am Samstag gesperrt fehlen. „Er ist vielleicht sogar ihr wichtigster Spieler, das ist schon sehr gut für uns“, weiß Chefcoach Norbert Nemeth.
Die zwei Seiten einer Medaille
Deutschkreutz. Mike Hartl hat äußerst positive Neuigkeiten bezüglich seines Kaders zu berichten. Mathias Hänsler befindet sich wieder voll im Mannschaftstraining, wird aber nach monatelanger Verletzungspause keine Minuten mehr absolvieren. Man möchte beim Klub dahingehend kein Risiko eingehen. Klaus Furtner hatte zuletzt in Runde sechs seinen letzten Startelfeinsatz und gab gegen Pama sein Comeback. Der Deutschkreutzer Cheftrainer musste aber auch eine Hiobsbotschaft entgegennehmen. Verteidiger Fabian Tröscher hatte sich beim Aufwärmen gegen Rust eine vermeintlich leichtere Verletzung zugezogen, die Diagnose bestätigte aber etwas anderes. Die Hinrunde ist für Tröscher aufgrund eines Muskelbündelrisses gelaufen. Zudem ist Youngster Tobias Gager fraglich. „Das wird sich am Freitag herausstellen, ob er spielen kann“, sagt Hartl.
15-jähriger durfte am Weltspartag auf die Bank
Klingenbach. Nils Frank wurde dieses Jahr 15 Jahre alt und spielte schon zwei Mal in der Reserve durch. Gegen Edelserpentin setzte Trainer Thomas Klemenschitz den talentierten Defensivspieler aus Klingenbach auf die Bank. Sein Können durfte er diesmal nicht zeigen, denn schon zum vierten Mal in diesem Herbst konnte der Gegner nicht antreten. In der Tabelle ist Halbturn Letzter, hat aber noch jede Partie bestritten, auch wenn - wie in Pinkafeld - Werner Hoffmann (53 Jahre) und Wolfgang Knöbl (51 Jahre) spielen mussten.
Ein junger Hüpfer sprang ins kalte Wasser
Rust. Mit Roman Scheit hat der Aufsteiger einen jungen Tormann. Weil der 20-Jährige an Angina erkrankte und Antibiotika nehmen musste, wurde es in Kohfidisch im Tor noch jünger. Luca Nemeth wurde im August erst 16 Jahre alt. Der Eigenbauspieler kam im Sommer nach zwei Jahren in Mattersburg wieder zurück zu seinem Stammverein. Trainer Özgür Nurlu über das Debüt: „Für die Tore konnte er nichts, sonst hat er alles gut gemacht.“ Nemeth hatte aber nicht viel zu tun, dennoch verlor Rust 1:2.
6 Punkte, obwohl die Reserve verlor
Eberau. Mit 6 Punkten im Gepäck reisten die Eberauer am Freitag aus Neusiedl am See ab - die Kampfmannschaft siegte mit 4:1, die Reserve verlor mit 1:6. Die sechs Punkte gab es trotzdem, weil auch die U12 ein eingeschobenes Freundschaftsspiel gegen Neusiedl spielte und siegte.
Eigengewächs feierte die Rückkehr nach Verletzung
St. Margarethen. Tobias Schindler spielte erstmals in dieser Saison wieder in der Kampfmannschaft. „Er hat sich das verdient“, lobte Trainer Franz Lederer. Schindler wurde im August 18 Jahre alt, verpasste aber einen Großteil der Herbstsaison wegen einer Verletzung. Nun lief er zum 32. Mal für seinen Heimatverein auf. Vor seiner Einwechslung hatte der St. Margarethener in der Reserve gespielt und dort den Ausgleich erzielt. St. Margarethen fügte der Reserve Bad Sauerbrunn die erste Niederlage in dieser Saison zu. Dabei herrschte am Ende der Herbstferien wieder Personalmangel. Tormann Matthias Böhm spielte wieder auf dem Feld. Und Harald Moser (48 Jahre) und Gerald Schneider (44 Jahre) halfen aus, die beiden haben fast 700 Ligaspiele für St. Margarethen bestritten.
Debüt schon wieder mit Sieg belohnt
Kohfidisch. Thomas Polzer und Paul Toth coachen Kohfidisch zum bereits zweiten Mal in dieser Saison interimistisch. Zu Beginn der ersten Amtszeit siegte man in Halbturn 3:0, jetzt holte man gegen Rust ein 2:1 und drei Punkte. Außerdem war es der erste Heimsieg der laufenden Saison.
Tadic/Zapfel kommen besser in Fahrt
Pinkafeld. Auf dieses Sturmduo ist Verlass: Dario Tadic und Lukas Zapfel erzielten bereits 20 Tore. In der letzten Saison, der Aufstiegssaison, kamen die beiden auf 70 Treffer. Gegen Halbturn traf Tadic dreimal, Zapfel steuerte zwei Tore bei.
Zwei Cup-Opfer fehlten in Oberpullendorf
Leithaprodersdorf. Die Partie im BFV-Cup-Achtelfinale in Neudörfl am Nationalfeiertag brache zwei Spielern einen Platz auf der Tribüne. Levi Markhardt musste nach einem Schlag auf den Knöchel wegen einer Prellung pausieren, will aber bei den zwei Schlagern zum Jahresabschluss (St. Margarethen und Klingenbach) wieder dabei sein. Das Jahr definitiv vorbei ist für Lukas Siegl. Der Zweitertormann darf im Cup spielen, zog sich dabei eine Kapselverletzung in der Schulter zu und kann dieses Jahr nicht mehr spielen. Statt des 21-Jährigen Götzendorfers sitzt nun der 18-jährige Leithaprodersdorfer Daniel Züger auf der Bank. Der spielte einmal in einer Kampfmannschaft, in Stotzing im Zuge der Zusammenarbeit. Das war in Runde eins, wo er aufgrund einer desolaten Defensivleistung bei der 1:8-Niederlage gegen Nickelsdorf verlor.
Furiose Anfangsphasen von Edelserpentin
Edelserpentin. Anfangsphasen kann die SPG Edelserpentin. Gegen Sankt Margarethen führte man nach 12 Minuten mit 2:0, gegen Klingenbach nach zwei Minuten mit 1:0. Anders als im Spiel gegen die Greaboch-Kicker, das man 2:5 verlor, brachte Edelserpentin diesmal über die gesamte Distanz eine gute Leistung aufs Feld und holte beim Leader ein 2:2.
Toth hat wieder einen Doppelpack geschnürt
SK Pama. Sebastian Toth ist derzeit der Mann der Stunde beim SK Pama. Schon in der Vorwoche hatte der Angreifer mit einem Doppelpack gegen Pinkafeld auf sich aufmerksam gemacht. Nun legte er beim 2:2 gegen Deutschkreutz gleich die nächsten beiden Treffer nach. Besonders sehenswert war sein erstes Tor: Toth ließ auf der Seite einen Gegenspieler aussteigen und zirkelte den Ball anschließend herrlich ins Kreuzeck. Mit seinen beiden Treffern sicherte er den Pamern erneut einen wichtigen Punkt.
Dreimal Aluminium für Attila Süveges
Neudorf/Parndorf Juniors. So viel Pech muss man erst einmal haben! Attila Süveges von der SpG Neudorf/Parndorf Juniors brachte beim 2:2 gegen Schlusslicht Lackenbach das Kunststück fertig, gleich dreimal am Aluminium zu scheitern. Einmal traf der Offensivspieler die Stange, einmal die Latte und einmal das Lattenkreuz. Alleine mit diesen drei Möglichkeiten hätte Süveges seiner Mannschaft den erhofften Heimsieg bescheren können. Doch der Ball wollte einfach nicht ins Tor. Am Ende mussten sich die Neudorfer trotz zahlreicher hochkarätiger Chancen mit einem enttäuschenden Unentschieden begnügen.
Bitteres Déjà-vu für Peter Herglotz
Halbturn. Diese Auswärtsfahrt nach Pinkafeld wird Peter Herglotz wohl so schnell nicht vergessen. Der Trainer des USV Halbturn musste mit seiner Mannschaft eine empfindliche 1:7-Niederlage hinnehmen. Besonders kurios: Schon vor drei Jahren hatte Halbturn in Pinkafeld mit exakt demselben Ergebnis verloren. Für Herglotz ist die neuerliche Abfuhr besonders bitter, schließlich ist Pinkafeld sein Stammverein.
Neusiedls Abwehr wird zur Großbaustelle
Neusiedl. Die Verletzungssorgen beim SC Neusiedl nehmen kein Ende. Besonders prekär ist mittlerweile die Situation in der Defensive. Mit Tomas Bockay und Barna Toth fallen beide etatmäßigen Innenverteidiger verletzt aus. Dazu hat sich mit Patrick Sonnleitner auch noch ein Außenverteidiger verletzt. Wie schwer diese Ausfälle wiegen, zeigte sich bereits bei der 1:4-Heimniederlage gegen Eberau. Als sich auch noch Toth verletzte, geriet die ohnehin neu zusammengestellte Abwehr gehörig ins Wanken. Für das bevorstehende Auswärtsspiel in Rust sind das alles andere als gute Vorzeichen.

Alles mit der Ruhe! Trotz seines Alters arbeitete sich Oberpullendorfs Mark Heinrich in Windeseile zurück und saß zuletzt wieder auf der Ersatzbank.
© Martin Ivansich