... über den sogenannten Trainereffekt.
Wer stoppt Herbstmeister Oslip?
2. Klasse Nord
Oslip deklassiert Sigleß mit 5:1 und bescherte dem SV die erste Heimpleite.
Der FC Oslip (r. Lukas Lippl) gewann mit 5:1 gegen Sigleß (l. Benjamin Radislovitsch). Johannes Götzinger
© Johannes Götzinger
Wie bremst man eine Tormaschine, die keiner so recht in den Griff bekommt? Diese Frage beschäftigte den SV Sigleß vor dem Spitzenspiel gegen den frisch gebackenen Herbstmeister FC Oslip, und die Antwort fiel am Freitagabend ernüchternd aus: gar nicht. Punktgleich waren beide Teams in die Partie gegangen, am Ende trennen sie drei Zähler, denn Oslip fertigte die Hausherren mit 5:1 ab.
Dass dieses Ergebnis kein Zufall war, zeigt ein Blick auf die Saison: Siebenmal gewann Oslip mit mindestens drei Toren Unterschied, darunter 6:1 gegen Steinbrunn, 5:0 bei Hirm/Zillingtal und 5:2 gegen den SC Eisenstadt (SCE) nach einem 0:2 zur Pause. Mit 38 Treffern in zwölf Spielen erzielt die Elf im Schnitt mehr als drei Tore pro Partie, und Sigleß erwischte es gleich doppelt: Dem 0:3 am 1. Spieltag folgte nun das 1:5. Wie dieses Tempo zustande kommt, zeigte das Spitzenspiel besonders deutlich.
Oslip-Trainer Thomas Achs beschreibt das Rezept so: „Von Beginn weg haben wir aggressiv gegen Gegner und Ball verteidigt, und damit ist Sigleß nicht ganz klargekommen.“ Sigleß-Sektionsleiter Peter Zistler bestätigte das aus der anderen Perspektive: „Durch Ballverluste in unserem Drittel und schnelles Umschalten gelangen fast alle Tore.“ Dass die Maschine nicht immer so läuft, zeigen die Ergebnisse gegen Zagersdorf (0:4), Schützen (0:1) und Trausdorf (1:1). Alle drei kommen aus der unteren Tabellenhälfte, stehen tief und lauern auf Konter, und gegen sie tut sich Oslip schwer, weil die Räume zum Kontern fehlen. Für Sigleß ist die Niederlage dennoch kein Beinbruch, wie Zistler fair einräumte: „Man kann Oslip nur gratulieren, die stehen nicht umsonst an erster Stelle.“