Mattersburg: Ehemalige Bäckerei wird zu Vereinslokal

Ab 15. März

Der Verein „Martins Vermächtnis“ eröffnet sein Lokal in jener Immobilie, wo die Bäckerei Wagner 47 Jahre beheimatet war.

Von Richard Vogler

Der zukünftige Sitz vom Verein "Martins Vermächtnis" befindet sich in der Michael Kochstraße, direkt neben dem „Matschakergasserl“.

Der zukünftige Sitz vom Verein "Martins Vermächtnis" befindet sich in der Michael Kochstraße, direkt neben dem „Matschakergasserl“.

© Richard Vogler

Am 15. März ist es so weit: Von 15 bis 19 Uhr findet die Eröffnungsfeier der Heimstätte des Vereins „Martins Vermächtnis“ statt. Der Verein setzt sich für Verbesserungen der Rahmenbedingungen für Kinder mit Autismus-Spektrum-Störung (ASS) ein, gemäß dem Motto: „Autismus sichtbar machen und sensibilisieren.“

„Die Tätigkeiten des Vereins fanden bislang bei uns zu Hause statt. Wir waren eigentlich schon länger auf der Suche nach einer Vereinsstätte“, berichtet Obfrau Monika Riedl, ehe im vergangenen Jahr der Kontakt zu Sigrid Weiss gefunden wurde. Weiss ist Besitzerin jener Immobilie in der Michael Kochstraße 23, wo die Bäckerei Wagner 47 Jahre beheimatet war und im Mai 2023 schloss. Danach wurde „Mimis Backstube“ eröffnet, diese schloss jedoch nach einem Jahr wieder.

Im letzten Quartal des vergangenen Jahres einigte sich der Verein mit Sigrid Weiss auf einen Mietvertrag, und das Lokal wurde in Eigenregie komplett umgebaut. „Im vorderen Bereich gibt es nun einen offenen Bereich, dort können Aktivitäten wie Sitzungen, Vorträge, Workshops oder auch die Treffen der Selbsthilfegruppe abgehalten werden“, so Riedl-Mrkonjic.

Mattersburg: Ehemalige Bäckerei wird zu Vereinslokal

© Facebook

Der Vereinsgründung liegt ein tragisches Ereignis zugrunde, wie Monika Riedl-Mrkonjic auf der Homepage berichtet: „Der Verein ist, wie der Name schon sagt, Martins Vermächtnis. Unser kleiner Martin bekam im Alter von vier Jahren die Diagnose: frühkindlicher Autismus, genau wie sein Zwillingsbruder. Wir Eltern bemühten uns schon damals, zur Sensibilisierung der Gesellschaft beizutragen. Mit fünfeinhalb Jahren, am 20. Februar 2023, lief Martin seinen Pädagoginnen auf einem Spaziergang davon. Nach rund eineinhalb Stunden Suche wurde er auf einem Privatgelände leblos in einem Biotop treibend gefunden. Trotz aller Bemühungen konnte unser Martin nicht mehr reanimiert werden. Nichts in unserem Leben machte mehr Sinn, aber eines wussten wir: Wir würden nicht zulassen, dass der Tod unseres geliebten Sohnes sinnlos gewesen ist.“

Der Entschluss, für Verbesserungen der Rahmenbedingungen für für Kinder mit Autismus zu kämpfen, stand somit fest. „Wir lernten in dieser Zeit viele tolle und unglaublich engagierte Menschen kennen, die unseren Weg begleiten und mit uns zusammen an einem Strang ziehen. So beschlossen wir auch, unseren Verein Martins Vermächtnis zu gründen und gemeinsam für mehr Sensibilisierung und Aufklärung zu sorgen. Ebenso sind wir bemüht, die Rahmenbedingungen zu verbessern, sei es nun in Gesprächen und Diskussionen in der Politik oder aber mit Sensibilisierungsarbeit in Betreuungs- und Bildungseinrichtungen“, so Mrkonjic.