Ärztekammer Burgenland drängt auf einheitliche Leistung und Honorare

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Der neue Präsident der Ärztekammer Burgenland Christian Toth drängt auf eine Vereinheitlichung der Leistungen und der Honorare in Österreich.

Von Von APA / NÖN.at und APA / BVZ.at

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© Syda Productions/shutterstock.com

Die Verhandlungen für die Ärzte-Honorare mit der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) haben bereits begonnen und sollen zumindest die Inflation widerspiegeln, betonte Toth im APA-Interview. Er hofft auf einen raschen Abschluss im Jänner. Für Februar kündigte er ein Comeback der Akut-Ordinationen an Wochentagen an.

"Die Verhandlungen zu den Honoraren sind gestartet, die Angebote der Kasse liegen vor", so Toth. Ein Modell orientiere sich dabei an der Regelung in der Steiermark, das zweite sei abhängig von der Beitragseinnahmenentwicklung. Zur Zeit prüfe die Ärztekammer die Angebote. Im Burgenland liegen die Honorare im Österreich-Vergleich im hinteren Drittel, es gelte daher neben der Inflationsabgeltung auch den Rückstand auf die anderen Bundesländer zu berücksichtigen. "Man müsste ein vergleichbares System zusammenbringen, es braucht eine Vereinheitlichung bei den Leistungen und beim Honorar", forderte Toth.

Um den Beruf sowohl im Spitals- als auch im niedergelassenen Bereich attraktiver zu gestalten, muss an zwei Stellschrauben gedreht werden, dem Gehalt und den Arbeitsbedingungen. "Wenn die Arbeitsbelastung zu hoch ist, hilft auch Geld nicht", gibt der ÄK-Präsident zu bedenken. Entscheidend für angehende Ärzte sei etwa die Zahl der Dienste oder die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Freizeit. Von der ÖGK forderte er, für neue Strukturen und Modelle offen zu sein. Vorstellbar sei etwa, Kassenverträge zu kombinieren, auch Teilzeit sei ein Thema. Was das Spitalsärztegehalt auf konkurrenzfähigem Niveau betrifft, gebe es seitens des Landes bereits eine Ankündigung: "Ich hoffe, dass sich da bald etwas tut."

Initiativen wie das Stipendium für die Ärzteausbildung im Burgenland begrüßt Toth grundsätzlich: "Ein Stipendium kann helfen, Ärzte ins System zu bringen." Sich danach zu verpflichten, im Burgenland zu arbeiten, lehnt er jedoch ab: "Ärztinnen und Ärzte sollen ja gerne hier arbeiten. Es liegt am Wort Verpflichtung, das kommt nicht so gut an."

Auch Dienste an den Wochenenden und Feiertagen würden derzeit freiwillig besetzt. "Wir müssen daran arbeiten, dass die Versorgung am Wochenende sichergestellt ist. Daran arbeiten wir mit der Kasse gerade." Derzeit sei der Versorgungsgrad in den Bezirken unterschiedlich gut, die Ärzte warten hier auf eine Lösung: "Sonst nehmen sich die Kolleginnen und Kollegen zunehmend raus aus dem System", drängt er auf Ergebnisse. Gestartet wird im Februar wieder mit den Akut-Ordinationen, die Spitälern vorgelagert sind. Nach einer coronabedingten Pause werden sie Montag bis Freitag von 17 bis 22 Uhr verfügbar sein. "Das ist ein gutes System", so Toth.

Kritik der ÖGK am Wahlarztsystem hingegen kann der Kardiologe naturgemäß nicht nachvollziehen: "Ich verstehe die Sicht der Kasse diesbezüglich nicht. Man versucht, die Wahlärzte permanent in die Ecke zu drängen, wonach sie sich an der Struktur bereichern wollen. Das ist eine vollkommen falsche Sicht. Es ist ein zusätzliches Versorgungskonzept." Außerdem sollte man zunächst die Patienten fragen, warum sie eine Wahlärztin oder einen Wahlarzt aufsuchen. "Die Kasse muss sich bewegen und bei den Kassenverträgen nachbessern", und etwas gegen zu lange Wartezeiten unternehmen, forderte Toth.

Anpassungen brauche es auch - wie bereits angekündigt - beim Mutter-Kind-Pass. "Die Honorare wurden seit 1994 nicht angepasst. Es ist eine legitime Forderung, der man nachkommen muss", meinte der Kammerpräsident, der die Attraktivierung für eine gute Idee hält.

Die Belastung des gesamten Gesundheitspersonals, der niedergelassenen Ärzte und der Spitalsärzte in den Krankenhäusern durch die aktuelle Infektionslage sei auch im Burgenland hoch, aber nicht so dramatisch wie etwa in der Bundeshauptstadt. Auf dem Gang müsse im Burgenland noch kein Patient liegen. "Es lässt sich managen, aber man muss permanent reagieren", stellte Toth fest. Apropos Wien, die Ankündigung des Wiener Gesundheitsverbundes, Gastpatienten aus anderen Bundesländern künftig nur noch in Ausnahmefällen behandeln zu wollen, kann Toth nicht nachvollziehen: "Akutpatienten müssen versorgt werden und es gibt Kooperationsabkommen, denn manche Leistungen gibt es im Burgenland einfach nicht. Einem in Österreich Versicherten kann man eine Leistung nicht vorenthalten."