Vom Container in die modernste Klinik

Akutordination

Was 2016 in einem provisorischen Container begann, ist nun endgültig im Zentrum der Gesundheitsversorgung des Südburgenlands angekommen. Die Akutordination Oberwart ist mit Anfang Juni in die neue Klinik Oberwart übersiedelt.

Von Bertie Unger

Barbara Halper (Direktorin für Prozess- und Projektmanagement der Gesundheit Burgenland) mit Arzt und Koordinator Hannes Leirer.

Barbara Halper (Direktorin für Prozess- und Projektmanagement der Gesundheit Burgenland) mit Arzt und Koordinator Hannes Leirer.

© GB

Für Patient:innen bedeutet die Übersiedelung kürzere Wege, für die Klinik eine engere Zusammenarbeit mit den bestehenden Ambulanzen. Gleichzeitig fällt der Umzug in ein besonderes Jahr: Vor zehn Jahren war die Akutordination Neuland und startete in Oberwart als Pilotprojekt. Gemeinsam von Land Burgenland, Gebietskrankenkasse und Ärztekammer initiiert, sollte sie eine Lücke schließen, die viele Menschen kennen: akute Beschwerden am Abend, wenn die Hausarztordination bereits geschlossen hat, die Notaufnahme aber eigentlich nicht notwendig wäre. Oberwart wurde zum Teststandort. Später wurde das Modell auf das gesamte Burgenland ausgeweitet.

„Patientinnen und Patienten können mit akuten Beschwerden, mit denen sie zu einem Hausarzt gehen würden, zwischen 17 und 22 Uhr in die Akutordination kommen. So wollen wir die Versorgungslücke im niedergelassenen Bereich in den Abendstunden schließen und damit die Notaufnahme der Klinik entlasten“, sagt Barbara Halper, Direktorin für Prozess- und Projektmanagement der Gesundheit Burgenland.

Ein völlig anderer Stellenwert

Mit der Übersiedlung in die neue Klinik Oberwart erhält die Einrichtung nun auch räumlich einen anderen Stellenwert. Denn die Akutordination befindet sich künftig in unmittelbarer Nähe zur Zentralen Ambulanten Erstversorgung (ZAE) und zu den Fachambulanzen. „Die räumliche Nähe ermöglicht eine noch engere Zusammenarbeit und sorgt für eine rasche, zielgerichtete und bedarfsgerechte Versorgung der Patientinnen und Patienten. Die Akutordination bleibt damit ein wichtiger Baustein zur Sicherstellung einer wohnortnahen medizinischen Erstversorgung in der Region“, erklärt Landeshauptmann Hans Peter Doskozil.

Gedacht ist die Ordi weiterhin für Patient:innen mit akuten, aber nicht lebensbedrohlichen Beschwerden, die normalerweise eine Hausarzt- ordination aufsuchen würden. Wer mit einer akuten Erkrankung am Abend medizinische Hilfe benötigt, soll dadurch rasch versorgt werden, ohne die Notaufnahme unnötig zu belasten. „Durch die Akutordination wird sich der Schwerpunkt der Primärversorgung wieder dorthin verlagern, wo er tatsächlich hingehört – zur Ärztin und zum Arzt für Allgemeinmedizin“, sagt der Arzt und ehrenamtliche Koordinator der Akutordination, Hannes Leirer.

Die Anmeldung erfolgt direkt in der Klinik. Bereits beim Empfang wird entschieden, ob eine Behandlung in der Akutordination ausreicht oder ob eine Weiterleitung an die ZAE beziehungsweise an eine Fachambulanz notwendig ist. Für Kinder und Schwangere gelten spezielle Regelungen.

Auch medizinisch wurde das Angebot erweitert. Vor Ort können unter anderem Harnuntersuchungen, Blutzuckermessungen, CRP-Tests und EKG-Untersuchungen durchgeführt werden. Die Befunde werden unmittelbar erstellt und ausgehändigt. Bei Bedarf können auch Rezepte ausgestellt werden.