Am gestrigen Mittwoch legte die Vizebürgermeisterin Martina Kettner (ÖVP) ihr Amt überraschend zurück, fraktionell wurde Birgit Priklopil einstimmig als ihre Nachfolgerin gewählt.
„According to Plato“: Es muss nicht immer Popmusik sein
Harald Allacher aus Gols
Harald Allacher arbeitet beim Roten Kreuz, daneben ist er freiberuflicher Übersetzer. In seiner Freizeit errichtet er am Schreibtisch verzaubernde Klanggebilde.
Über lange Jahre hat Allacher nur einzelne Songs oder kleine Sammlungen veröffenlicht. Nun präsentiert er sein erstes Album.
© Klaus Zwinger
Als wir den Golser Harald Allacher am Tag nach der klammheimlichen Veröffentlichung seines Debütalbums in einem Kaffeehaus treffen, gibt es sein musikalisches Projekt „according to plato“ bereits seit knapp dreißig Jahren. In dieser Zeit veröffentlichte er zwar den einen oder anderen Song für eine überschaubare Zuhörerzahl, primär ging es ihm und geht es ihm auch weiterhin aber um das Auskundschaften von Ideen, die Freude am Komponieren.
Sein wichtigstes Werkzeug ist dabei heutzutage eine Maus, mit der er via Mausklick Noten auf ein Raster im Audioprogramm setzt. Er ist aber niemand, dem man vorwerfen könnte, ohne Kenntnis eines Instruments „nur Knöpfchen auf dem Computer zu drücken“.
„In Wahrheit spiele ich ja Gitarre“ gibt er schmunzelnd zu, während er an seiner heißen Schokolade nippt. Auftritte hat der heute 43-Jährige damit allerdings nie gespielt. „Nur zweimal in der katholischen Kirche“, lacht er. Tatsächlich war die Gitarre für ihn mehr ein Vehikel, um seinen kompositorischen Ideen und Ambitionen Ausdruck zu verleihen.
Die Zeiten ändern sich, die Musik bleibt
Der technologische Fortschritt der letzten Jahre hat in der Wahrnehmung von Allacher den Zugang zur (elektronischen) Musikproduktion und auch die Verbreitung des Endprodukts massiv erleichtert. Diese Entwicklung sei zwar begrüßenswert, gehe aber gleichzeitig auch mit einer riesigen Welle an Konkurrenz auf dem Musikmarkt einher. „Wenn ich es des Geldes wegen machen würde, würde ich es anders machen“, weiß Allacher.

© zVg / Allacher
Lieber im Wohnzimmer als im Rampenlicht
Den großen Durchbruch hat der Wohnzimmerkünstler mit seinem Debütalbum „frontier“ aber ohnehin nicht geplant. Die Musik darauf ist instrumental, meditativ. Stilistisch könnte man Parallelen zu Genregrößen wie dem gebürtigen Neusiedler „Fennesz“ oder dem Szene-Pionier Brian Eno ziehen. Die treffendste Beschreibung seines Erstlingswerks kommt vielleicht von Allacher selbst: „Der Soundtrack einer dunstigen Nacht in einer ländlichen Dystopie“.
Im Brotberuf ist der Wahlwiener Content Manager für eine Herkunftsländerinformationsdatenbank des Roten Kreuzes und nebenher noch freiberuflicher Übersetzer und Lektor.

© Klaus Zwinger
Sein Debütalbum „frontier“ kann auf https://accordingtoplato.bandcamp.com um 5 Euro als Download erworben werden und ist auf allen gängigen Streamingservices verfügbar.

© Klaus Zwinger