Neues Landes-Stipendium: 1.000 Euro monatlich für angehende Mediziner

Angebot an Studierende

Nach Auflösung der Zusammenarbeit mit der Danube Private University in Krems haben Land und Gesundheit Burgenland rasch ein Modell entworfen: Das neue Stipendium läuft zwölf Semester lang (plus zwei Toleranzsemester). Und: Die angekündigte eigene Medizin-Uni im Burgenland bleibt weiter ein Thema.

Von Wolfgang Millendorfer

Die "passende Jacke" hängt bereit. Das Land will die Ausbildung von heimischen Ärztinnen und Ärzten voranbringen.

Die "passende Jacke" hängt bereit. Das Land will die Ausbildung von heimischen Ärztinnen und Ärzten voranbringen.

© Shutterstock, Inna Dodor

Die medizinische Ausbildung auf Hochschulniveau im eigenen Land sei „natürlich nicht von heute auf morgen realisierbar“, sagt Landeshauptmann Hans Peter Doskozil - aber machbar, wenn es nach ihm und der Gesundheit Burgenland geht: In spätestens vier Jahren will man die Akkreditierung geschafft haben und, wie bereits berichtet, im räumlichen Umfeld der neuen Klinik Oberwart oder der Fachhochschule Pinkafeld „eigene“ Ärztinnen und Ärzte ausbilden.

Bis es so weit ist, soll das neue Stipendienmodell als Überbückung dienen, und das ab sofort. Nötig gemacht hat es die nicht ganz harmonische Auflösung der Zusammenarbeit mit der DPU Krems; die bestehenden Stipendien laufen dort aber weiter. Das Medizin-Stipendium des Landes gilt für Studienanfänger im kommenden Wintersemester und für jene, die bereits studieren, und zwar an allen Universitäten.

Und die ersten Studierenden treten schon im kommenden Jahr in den burgenländischen Kliniken an, stellt der Landeshauptmann in Aussicht. Zusammen mit Franz Öller als kaufmännischem Geschäftsführer der Gesundheit Burgenland erklärte er das Stipendienmodell jetzt im Detail.

Neues Landes-Stipendium: 1.000 Euro monatlich für angehende Mediziner

© Wolfgang Millendorfer

Wie schon im Fall der DPU-Kooperation will man bis zu 50 Stipendiaten ansprechen; in der Frage, ob sich diese Zahl erfüllen lässt, ist man noch vorsichtig. Beim bisherigen Modell wurde mit acht bis zehn Millionen Euro jährlicher Kosten kalkuliert, die neue Variante werde darunter liegen. Für Studierende ist das Angebot allemal interessant: 1.000 Euro monatlich gibt’s für die Mindeststudiendauer (und zwei Toleranzsemester).

Nach erfolgreichem Studium verpflichten sich die Stipendiaten, die Facharztausbildung an einem burgenländischen Spital zu absolvieren und für mindestens fünf Jahre im Land zu praktizieren. Voraussetzung für die Bewerbung ist ein Haupt- oder Nebenwohnsitz im Burgenland; ein Auswahlgremium entscheidet über die Vergabe von Stipendien. Details zur Bewerbung auf buregnland.at/medizinstipendium

Bewährt habe sich laut kaufmännischem Geschäftsführer Öller auch das Anstellungsmodell bei der Ausbildung in der Krankenpflege. Dieses soll nun für Hebammen und andere Berufe ebenso umgesetzt werden. Den langfristigen Plan einer Hochschule im Land sieht Öller als zielführend.

Es habe sich gezeigt, dass Studierende für die Zeit danach am besten gebunden werden können, wenn sie regional ausgebildet werden, meint der Geschäftsführer. So will man es schaffen, „gesundheitliche Ressourcen im Burgenland zur Verfügung zu stellen, die man in anderen Bundesländern derzeit mit der Lupe sucht“.