Beim traditionellen Rotweinherbst in Horitschon öffneten 13 renommierte Weingüter ihre Kellertüren.
Prickelnde Debatte um Juvina in Deutschkreutz
Aus dem Gemeinderat
Vertrag für Juvina Mineralwasser verlängert. Starzinger Getränkegruppe bleibt in Deutschkreutz.
© Shutterstock/elmar gubisch
Im Jahr 1975 schloss die Gemeinde Deutschkreutz als Grundeigentümer einen Vertrag mit der Starzinger Getränkegruppe zur Förderung des Juvina Mineralwassers auf die Dauer von 50 Jahren. Jener Vertrag läuft nun Ende Juli aus. Aus diesem Grund befasste sich der Gemeinderat im Rahmen seiner vergangenen Sitzung mit einer Vertragsverlängerung.
Bürgermeister Andreas Kacsits (ÖVP) erläuterte, dass das Unternehmen Starzinger ein Angebot abgegeben hat, dass eine Verlängerung um 20 weitere Jahre umfasst sowie eine Erhöhung des Förderzins um 20 Prozent. In einer Verhandlung, bei der Bürgermeister Andreas Kacsits und LBL-Gemeindevorstand Manfred Kölly anwesend waren, handelte man eine Mindestabgabe an die Gemeinde von 40.000 Euro pro Jahr aus.
„Dieser Betrag ist nach oben hin offen und hängt davon ab, wie viel Liter Mineralwasser tatsächlich gefördert werden“, so Kacsits, der weiter ausführt, dass die Mindestabgabe bisher bei knapp 30.000 Euro festgelegt war. „Im Vorjahr hat die Gemeinde in etwa 70.000 Euro erhalten“, so Kacsits.
Sowohl ÖVP als auch LBL stehen zum neuen Vertrag
„Das Unternehmen Starzinger ist seit Jahrzehnten in Deutschkreutz angesiedelt, zahlt Kommunalsteuer und ist auch Sponsor des örtlichen Fußballvereins. Damit der Betrieb wirtschaftlich weitergeführt werden kann, wurde ein Kompromiss geschlossen. Bis dahin kann die Firma gehen. Mehr war nicht drin“, so Manfred Kölly (LBL).
Dass doch „mehr drin gewesen wäre“ sieht hingegen die SPÖ, die auch kritisiert, dass man sich erst viel zu spät um eine Vertragsverlängerung bemüht habe.
„Grundsätzlich freue ich mich, dass die Firma Starzinger der Gemeinde als Vertragspartner erhalten bleibt. Wir arbeiten schon seit über 50 Jahren gut zusammen. Es wurde aber aktiv verhindert, dass andere interessierte Firmen – die bereits an anderen Orten im Burgenland tätig sind – ein Angebot abgeben konnten. Wir weisen seit über zwei Jahren auf dieses Thema hin. Vor etwa 1,5 Jahren lag ein viel besseres Angebot von Starzinger auf dem Tisch. Doch es geschah nichts. Erst vor etwa drei Monaten, als wir selbst einen neuen Interessenten gesucht und dem Bürgermeister den Kontakt vermittelt haben, kam Bewegung in die Sache. Dann wurde – hinter verschlossenen Türen – zwischen Bürgermeister Kacsits, Kölly und Starzinger eine Einigung getroffen, die zu Lasten unserer Gemeinde geht“, so Vizebürgermeister Jürgen Hofer (SPÖ), der weiter ausführt: „Einen Vertrag zu solchen Bedingungen für 20 Jahre abzuschließen – ohne zu prüfen, ob es bessere Angebote gibt – ist nicht nur fahrlässig, sondern ein klarer Nachteil für die Gemeinde. Wirtschaftlich kompetentes Handeln sieht anders aus. Von Herrn Kölly kennen wir solche Aktionen. Aber dass die ÖVP bei diesem Spiel mitmacht, enttäuscht besonders.“
Laut Bürgermeister Andreas Kacsits hat es ein Gespräch mit einem weiteren Interessenten gegeben, ein zweites Angebot wurde schriftlich jedoch nicht eingereicht.
„Wir wollen die Quelle nicht an eine Landesinstitution vergeben“, ergänzt zudem Kölly.
Die SPÖ stellte einen Abänderungsantrag, wonach der Wasserzins dem Index angepasst werden soll und das Wasserrecht ohne Zustimmung der Gemeinde nicht weitergegeben werden darf. Der Antrag wurde mit Stimmen der ÖVP und LBL mehrheitlich abgelehnt.
Der Hauptantrag betreffend einer Vertragsverlängerung um 20 Jahre und eine Zinsanpassung um 20 Prozent wurde mit Stimmenthaltungen seitens der SPÖ mehrheitlich angenommen.