Im Bezirk Neusiedl am See wurden im Jagdjahr 2025/26 insgesamt 3.937 im Straßenverkehr getötete Wildtiere gemeldet – damit liegt der Bezirk österreichweit an erster Stelle.
Arad Benkö: Nahost-Sondergesandter mit burgenländischen Wurzeln
Neues Gesicht
Außenministerin Beate Meinl-Reisinger ernennt ihren Kabinettschef Arad Benkö mit 1. Jänner 2026 zum Sondergesandten für den Nahen Osten. Der erfahrene Diplomat mit Wurzeln in Neusiedl am See soll Österreichs Beiträge in einer politisch angespannten Region koordinieren. Sein Mandat umfasst Friedensprozesse, wirtschaftliche Zusammenarbeit und die Abstimmung humanitärer Hilfe.
Ab 1. Jänner 2026 wird Arad Benkö Sondergesandter für den Nahen Osten.
© Twitter/AradBenkoe
Von Neusiedl in die Welt der Diplomatie
Als Sohn einer aus Neusiedl am See stammenden Familie hat Arad Benkö einen bemerkenswerten Weg hinter sich. Benkö ist seit mehr als einem Vierteljahrhundert im diplomatischen Dienst tätig. Er leitete österreichische Botschaften in der Ukraine, in Georgien und in Lettland, war Direktor des Österreichischen Kulturforums in Tel Aviv und politischer Berater bei der UNO-Mission im Kosovo (UNMIK, United Nations Interim Administration Mission in Kosovo).
Im März 2025 holte Außenministerin Meinl-Reisinger den damaligen Botschafter in der Ukraine als Kabinettschef ins Außenministerium. Diese Funktion gibt Benkö mit Jahresende 2025 ab, um die neue Aufgabe als Sondergesandter zu übernehmen.
Die Geschichte seiner Vorfahren wurde vom Neusiedler Historiker Martin Pieber im Buch „Die jüdische Familie Wallenstein-Benkö“ dokumentiert. „Ich habe in diesem Buch selber so manche mir bis dahin unbekannten Geschichten und Zusammenhänge gelernt“, sagte Benkö in einem früheren Interview mit der BVZ.
Die Verbundenheit zur Region ist für ihn bis heute spürbar. Erinnerungen an Radtouren mit den Großeltern, Gartenarbeit und das Martinigansl am See sind ihm geblieben. Auch während seiner Zeit als Botschafter in der Ukraine nahm er burgenländischen Wein mit an seine Dienstorte – „ein fixer Bestandteil eines gemütlichen oder offiziellen Abendessens“, wie er erzählte.
Fokus auf Stabilität und Zusammenarbeit
Das Außenministerium begründet die Ernennung Arad Benkös mit der „hochdynamischen Phase“ im Nahen Osten. Die fragile Lage im Gazastreifen, in Syrien und im Libanon sowie die diplomatischen Bemühungen um einen internationalen Friedensplan verdeutlichten den Bedarf an kontinuierlichem Engagement.
Benkös Mandat umfasst die Länder Israel, die Palästinensischen Gebiete, Ägypten, Jordanien, den Libanon und Syrien sowie die Beziehungen Israels mit der arabischen Welt. Zu seinen Aufgaben zählen die Förderung von Friedens- und Vermittlungsprozessen, die Abstimmung zwischen humanitärer Hilfe, Entwicklungszusammenarbeit und Außenpolitik sowie die Stärkung der wirtschaftlichen Beziehungen. Mit Ausnahme der Reisekosten entstehen laut Ministerium keine zusätzlichen Ausgaben.
Zwischen Erfahrung und Verantwortung
Benkös Ernennung spiegelt sowohl seine langjährige internationale Erfahrung als auch seine Fähigkeit zur Vermittlung in komplexen politischen Situationen wider. Im früheren BVZ-Gespräch betonte er, dass Diplomatie „Kommunikation und Ermöglichung der Kommunikation“ sei – gerade dort, wo Spannungen herrschen.