Ehrung für Burgenlands Vize-Polizeichef Werner Fasching

Auszeichnung in Gold

Kürzlich wurden verdiente Persönlichkeiten von der Landeshauptstadt geehrt. Unter anderem befand sich auch Landespolizeidirektor-Stellvertreter Generalmajor Werner Fasching aus Rohrbach darunter, er wurde mit dem Verdienstkreuz in Gold der Landeshauptstadt Eisenstadt ausgezeichnet.

Von Helga Ostermayer

Eisenstadts Bürgermeister Thomas Steiner (2.v.l.) und die beiden Vizebürgermeister Istvan Deli (r.) und Charlotte Toth-Kanyak ehrten Landespolizeidirektor-Stellvertreter Generalmajor Werner Fasching mit dem Verdienstkreuz in Gold der Landeshauptstadt Eisenstadt.

Eisenstadts Bürgermeister Thomas Steiner (2.v.l.) und die beiden Vizebürgermeister Istvan Deli (r.) und Charlotte Toth-Kanyak ehrten Landespolizeidirektor-Stellvertreter Generalmajor Werner Fasching mit dem Verdienstkreuz in Gold der Landeshauptstadt Eisenstadt.

© zVg

„Natürlich habe ich mich über diese hohe Auszeichnung sehr gefreut. Sie ist ein Zeichen der Anerkennung meiner Arbeit aber auch der Arbeit der Polizei insgesamt. Ich sehe diese Auszeichnung daher auch stellvertretend für die Kolleginnen und Kollegen im Raum Eisenstadt“, so der Geehrte.

Landespolizeidirektor-Stellvertreter Generalmajor Werner Fasching trat gleich 1980 nach der Matura am BRG Mattersburg und der Grundausbildung beim ÖBH bei der Gendarmerie ein. Seine Grundausbildung absolvierte er in der Gendarmerieschule Rust. 1995 kam es zur Zusammenlegung von Gendarmerie und Polizei, seitdem ist er Polizist, was schon von Kindesbeinen an sein Traumberuf war. „Nach der Ausbildung wurde ich von 1981 bis 1984 auf den Gendarmerieposten Neudörfl eingeteilt, danach war ich ein Jahr bei der Kriminalabteilung in Eisenstadt tätig. Während dieser Zeit wurde ich zum Tatortbeamten bei der Spurensicherung ausgebildet. Die zweite Jahreshälfte 1985 arbeitete ich in der Sonderkommission zur Aufarbeitung des Weinskandals“, schildert der Generalmajor.

1986 und 1987 absolvierte er an der Gendarmeriezentralschule Mödling die Ausbildung zum leitenden Beamten - umgangssprachlich Gendarmerie-Offizier. Nach der Ausbildung war er zwei Jahre lang Gendarmerie-Abteilungskommandant in Mattersburg und zuständig für die Bezirke Mattersburg und Oberpullendorf. Seine Hauptaufgaben waren die berufliche Weiterbildung der Kolleginnen und Kollegen, Schießausbildung, Beschwerdeerhebungen und Wafffengebrauchserhebungen sowie die Dienst- und Fachaufsicht über die beiden Bezirke.

Mitglied der Sonderkommission für die Roma-Morde

Mit Jänner 1990 wechselte Werner Fasching nach Eisenstadt zur damaligen Kriminalabteilung des Landesgendarmeriekommandos Burgenland und wurde Stellvertreter des Leiters. „In diese Zeit fielen viele interessante Amtshandlungen wie etwa die Roma-Morde in Oberwart, bei der ich in der Sonderkommission mitarbeitete, die Spitzelaffäre um den ehemaligen Polizisten Kleindienst, auch in diesem Fall gehörte ich der Sonderkommission an, aber auch die Klärung vieler Einbruchsserien, Morde, Betrugs- und Wirtschaftsdelikte wie etwa die Bank Burgenland“, erzählt der hochrangige Beamte.

Mit Juli 2002 wurde er in das Bundesministerium für Inneres berufen und übernahm das Referat für internationale Angelegenheiten. Hauptverantwortlich war er damals für EU-Projekte im Zusammenhang mit der Grenzsicherheit. Mit der damaligen Einrichtung von Zentren für Landgrenzen in Berlin, Luftgrenzen in Rom, Seegrenzen in Spanien und Griechenland, Zentrum für Grenztechnologie in United Kingdom, Zentrum für Risikoanalyse in Helsinki und ein Ausbildungszentrum in Österreich, hatte er die Koordination und die Teilnahme an den Besprechungen dieser Zentren als Hauptaufgabe. Aus diesen Zentren entstand die Europäische Grenzschutz-Agentur FRONTEX mit Sitz in Warschau. Ab der Einrichtung von FRONTEX war Werner Fasching Leiter der nationalen Kontaktstelle für FRONTEX in Österreich. „Mit Anfang 2008 kehrte ich in das Landespolizeikommando Burgenland zurück und wurde Stellvertreter des Landespolizeikommandanten Generalmajor Nikolaus Koch“, fährt Werner Fasching mit seinen Schilderungen fort.

Seit dem Jahre 2012 Stellvertreter des Landespolizeidirektors

„Mit September 2012 kam es in Österreich zu einer großen Polizeireform mit der Zusammenlegung von Landespolizeikommanden, Bundespolizeidirektionen und Sicherheitsdirektionen. Mit dieser Reform wurde ich Stellvertreter des Landespolizeidirektors, damals Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und Leiter des Geschäftsbereiches A und somit verantwortlich für sämtliche operative Angelegenheiten in der Polizei Burgenland. Diese Funktion bekleide ich bis heute“, weiß er zu berichten und fährt fort: „Zusätzlich notwendig für die Funktion eines Stellvertreters ist eine akademische Ausbildung. Ich habe an der FH Wr. Neustadt zuerst die Ausbildung 'Polizeiliche Führung' mit einem Bachelor-Abschluss absolviert und im Anschluss die Masterausbildung 'Strategisches Sicherheitsmanagement' abgeschlossen.“

Generalmajor ist ein Amtstitel, der für bestimmte Funktionen vorgesehen ist. Im Burgenland ist er für den Stellvertreter und Leiter des Geschäftsbereiches A vorgesehen. Diesen Titel führt Werner Fasching seit September 2012. Neben der Rolle als Stellvertreter des Landespolizeidirektors fallen in seinen Aufgabenbereich die strategische Ausrichtung der Polizeiarbeit, der Dienstvollzug und die operative Gestaltung der Polizeiarbeit im Burgenland. Generalmajor Werner Fasching merkt an: „Eine solche Karriere kann man nur bis zu einem bestimmten Grad selbst beeinflussen. Darüber hinaus ist auch etwas Glück notwendig und zur richtigen Zeit am richtigen Ort das Richtige tun. Geholfen dabei hat mir sicherlich meine Zeit im Innenministerium.“

Im März 2026 steht die Pension an

Landespolizeidirektor-Stellvertreter Generalmajor Werner Fasching wird mit Ende März des kommenden Jahres in den Ruhestand treten. „Wenn man fast 46 Jahre im Dienst der Exekutive steht und vieles mitgestalten konnte, ist natürlich ein bisschen Wehmut dabei. Ich blicke mit Stolz zurück auf diese Zeit, von der ich keine Minute missen möchte. Ich freue mich aber trotzdem schon auf die Zeit danach“, gibt er unumwunden zu und zitiert den chinesischen Philosophen Konfuzius, der einmal sagte: „Wähle einen Beruf der dir Freude macht, dann brauchst du keinen Tag in deinem Leben mehr zu arbeiten“. Für Werner Fasching trifft dieses Zitat völlig zu. Für ihn ist der Polizeiberuf der absolute Traumberuf, den er jederzeit wieder wählen würde, wie er sagt.

Prägende Herausforderung im Bereich der Migration

Welche Momente und Situationen aus seinem Berufsleben sind dem Generalmajor besonders in Erinnerung geblieben? „Auf der Jagd nach einem Serieneinbrecher in Gemeindeämter im Jahre 1990 konnte ich gemeinsam mit meinem damaligen Chef und Leiter der Kriminalabteilung Oberst Nikolaus Koch den Täter in meiner Heimatgemeinde Rohrbach beim Verlassen des Gemeindeamtes festnehmen“, erinnert sich Werner Fasching. „Weiters waren die Herausforderungen im Bereich der Migration äußerst prägend, besonders die 71 Toten in Parndorf und die große Migrationskrise 2015, bei der ich Einsatzkommandant war. Aber auch die hohe Zahl an Flüchtlingen in den Jahren danach mit dem Höhepunkt 2022 mit über 80.000 Flüchtlingen, werde ich niemals vergessen“, schildert der Generalmajor.

Der bald 64-jährige Rohrbacher ist verheiratet und Vater von zwei Kinder, die beide ebenfalls eine Karriere bei der Polizei eingeschlagen haben und auf die der Vater sehr stolz ist, ebenso wie auf seine beiden Enkelkinder. In der bevorstehenden Pension freut er sich schon seinen Hobbys mehr Zeit widmen zu können. Werner Fasching ist ein begnadeter Segler, der in Kroatien ein Segelboot liegen hat und auch schon den Atlantik überquert. Früher war er Leistungssport-Sportschütze und holte im Vorderladerschießen fünfmal den Weltmeistertitel und zweimal den Europameister sowie unzählige Staatsmeister- und Österreichische Meistertitel. Jetzt ist der Schießsport eines seiner Hobbys. Bis 1989 trat er mit seiner Band „Pannonia Buam“ bei Tanzveranstaltungen im Bezirk Mattersburrg auf. Radfahren und Wandern gehören ebenfalls zu den Tätigkeiten, die der hochdekorierte Polizeibeamte gerne ausübt. „Ich habe einen Obstgarten mit rund 40 Obstbäumen, die entsprechend gepflegt werden müssen. Das Obst wird auch zu Saft, Most und Edelbränden verarbeitet“, das alles erfordert Zeit, von der der Landespolizeidirektor-Stellvertreter Generalmajor Werner Fasching bald mehr zur Verfügung haben wird.