Burgenland und Bratislava rücken mit neuer Kooperation näher zusammen

„baum_cityregion“

Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen der slowakischen Hauptstadt Bratislava und dem Burgenland wird ausgebaut. Im Primatialpalais in Bratislava wurde die Arbeitsgemeinschaft „baum_cityregion“ gegründet. Sie soll den Austausch in Bereichen wie Raumplanung, Mobilität, Klimaschutz und Tourismus vertiefen.

Von Von BVZ Redaktion

Burgenlands Landesrat Heinrich Dorner, Bratislavas Vizebürgermeister Jakub Mrva und der Präsident des Niederösterreichischen Landtages, Karl Wilfing, erläuterten die Pläne der Arbeitsgemeinschaft baum_cityregion.

Burgenlands Landesrat Heinrich Dorner, Bratislavas Vizebürgermeister Jakub Mrva und der Präsident des Niederösterreichischen Landtages, Karl Wilfing, erläuterten die Pläne der Arbeitsgemeinschaft baum_cityregion.

© LMS Burgenland

Zusammenarbeit über Grenzen hinweg

Im Primatialpalais in Bratislava wurde am Mittwoch das politische Gremium der neuen Arbeitsgemeinschaft „baum_cityregion“ konstituiert. Dieses Gremium ist das höchste Organ der Kooperation, die künftig eine noch engere Zusammenarbeit zwischen der slowakischen Hauptstadt und den angrenzenden Regionen in Österreich ermöglichen soll.
An der Sitzung nahmen unter anderem der Präsident des Niederösterreichischen Landtags Karl Wilfing, Burgenlands Landesrat Heinrich Dorner, Bratislavas Vizebürgermeister Jakub Mrva und Österreichs Botschafter in der Slowakei, Johannes Wimmer, teil.

„Das heutige Arbeitstreffen stellt die Weichen für eine weitere, vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Stadt Bratislava. Wir heben die Kooperation damit auf eine neue Stufe“, sagte Landesrat Dorner.

Burgenland und Bratislava rücken mit neuer Kooperation näher zusammen

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Die Initiative blickt auf eine 15-jährige Geschichte zurück. Erste gemeinsame Studien zur Stadt-Umland-Thematik rund um Bratislava entstanden bereits um die Jahrtausendwende. Zwischen 2011 und 2022 folgten drei von der Europäischen Union geförderte Projekte unter dem Kürzel „baum“ („Bratislava-Umland“).

Vier Themenbereiche im Fokus

Seit 2017 ist in Bratislava ein gemeinsames Koordinationsbüro aktiv, das die Zusammenarbeit zwischen Niederösterreich, dem Burgenland und Bratislava organisiert. Mit der nun gegründeten Arbeitsgemeinschaft wird diese Kooperation institutionalisiert.

„Die funktionelle Stadtregion von Bratislava erstreckt sich über die Grenzen der Slowakei hinaus auf Gemeinden im Burgenland, in Niederösterreich und auch in Ungarn“, erklärte Dorner. Besonders die Gemeinde Kittsee sei in den vergangenen Jahren stark vom Zuzug aus der Slowakei betroffen gewesen. Neue Stadtentwicklungsgebiete entlang der Grenze hätten direkte Auswirkungen auf das Burgenland und zeigten die Notwendigkeit regelmäßiger Abstimmungen.

Burgenland und Bratislava rücken mit neuer Kooperation näher zusammen

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Die Arbeitsgemeinschaft versteht sich als Informationsdrehscheibe und Impulsgeberin für grenzüberschreitende Projekte. Sie arbeitet in vier Themenfeldern: Kultur und Tourismus, Natur- und Klimaschutz, Raum und Mensch sowie Mobilität. Geplant sind unter anderem regelmäßige Treffen von Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern aus Österreich und der Slowakei sowie Informationsaustausch zu grenznahen Bauprojekten.

Blick in die Zukunft

Die neue Struktur umfasst drei Organe: Das politische Gremium legt die strategische Richtung fest, ein Lenkungsausschuss bereitet die Beschlüsse auf Verwaltungsebene vor, und das Koordinationsbüro setzt diese operativ um. Für die österreichische Seite erfolgt die Abwicklung über die NÖ.Regional GmbH, in enger Abstimmung mit der Wirtschaftsagentur Burgenland GmbH.

Landtagspräsident Karl Wilfing betonte die Bedeutung der institutionellen Zusammenarbeit: „Mit der Arbeitsgemeinschaft baum_cityregion schaffen wir ein geeignetes Instrument, um uns effektiv mit der Stadt Bratislava abstimmen zu können und strategische Vorhaben besser gemeinsam angehen zu können.“

Bratislavas Vizebürgermeister Jakub Mrva kündigte an, die Kooperation künftig auch auf das ungarische Komitat Győr-Moson-Sopron auszuweiten. „Aufgrund der speziellen Grenzlage von Bratislava brauchen wir einen intensiven Austausch mit unseren Nachbarregionen in Österreich und Ungarn“, sagte er. Vertreter des Komitats erhalten künftig Beobachterstatus im Lenkungsausschuss der Arbeitsgemeinschaft.

Der territoriale Schwerpunkt der „baum_cityregion“ liegt auf Bratislava und dem angrenzenden Umland, darunter die österreichischen Bezirke Gänserndorf, Bruck an der Leitha und Neusiedl am See. Ziel ist es, grenzüberschreitende Potenziale zu nutzen, Hindernisse abzubauen und nachhaltige Entwicklung zu fördern.

Weitere Informationen unter: www.baumcityregion.eu