Michaela Eitzenberger feierte kürzlich ihr zehnjähriges Betriebsjubiläum. Mit Cranio Sacraler Körperarbeit, Aromaberatung und ihrer Natur-Boutique hat sich die Neudörflerin ihren eigenen beruflichen Weg geschaffen. Auch für die Zukunft hat sie noch viele Ideen.
Einladung zur Besichtigung: Laichgewässer in Neudörfl wird „eröffnet“
Bei der Lazawiese
Auf der Lazawiese entstand ein besonderes Naturschutzprojekt: ein Laichgewässer für Amphibien und Reptilien. Wer sich selbst ein Bild davon machen möchte, hat dazu am Freitag, dem 29. Mai, Gelegenheit. Dann lädt die Gemeinde gemeinsam mit der Österreichischen Gesellschaft für Herpetologie (ÖGH) zur Erwanderung und Besichtigung des Geländes ein. Treffpunkt ist um 14.30 Uhr vor dem Rathaus. Vor Ort gibt es fachliche Informationen rund um das Projekt und seine Bedeutung für Natur- und Artenschutz.
Die Mitglieder des Umweltausschusses mit Leiterin und Gemeindevorständin Sabine Schügerl (5. v. r.) beim Lokalaugenschein direkt auf der Lazawiese im März 2024. Mit dabei waren auch Christian Proy (r.) von der Österreichischen Gesellschaft für Herpetologie, der Neudörfler Ökologe Stephan Ettmar (2. v. r.) mit seinen beiden Kindern und Hannes Steiger, Vertreter der Neudörfler Jagdgesellschaft (6. v. r.).
© Artner
Die Idee für das Laichgewässer entstand bereits vor mehreren Jahren. Auslöser war ein Hinweis des Neudörfler Ökologen Stephan Ettmar, der auf zahlreiche verendete Kröten im Bereich der S4-Auffahrt aufmerksam machte. In weiterer Folge nahm sich der Umweltausschuss unter der Leitung von Gemeindevorständin Sabine Schügerl der Problematik an. Gemeinsam mit Christian Proy von der Österreichischen Gesellschaft für Herpetologie wurde schließlich ein umfassendes Konzept zur Schaffung eines Ersatzlaichgewässers entwickelt.
Christian Proy gilt österreichweit als Experte auf diesem Gebiet. Er war lange Zeit ehrenamtlicher Generalsekretär und wissenschaftlicher Beirat für Amphibien bei der ÖGH, die im Naturhistorischen Museum Wien angesiedelt ist. Innerhalb der „Initiative Schaufelteich“ war er bereits an weit über hundert vergleichbaren Projekten beteiligt. Das Neudörfler Laichgewässer zählt mittlerweile zu seinen zahlreichen betreuten Anlagen.
Spatenstich für das Projekt war im Februar 2025
Sabine Schügerl ruft die Eckpunkte des Projekts in Erinnerung: „Erstmals im Umweltausschuss war es 2023 Thema, richtig gestartet wurde im Frühjahr 2024. Leider hat sich die bürokratische Abwicklung fast ein Jahr hingezogen und die Bewilligung zur Errichtung traf am 21. Dezember 2024 ein. Im Feber 2025 war der Spatenstich.“

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Das Gewässer auf der Lazawiese mit einer Fläche von ca. 25 mal 12 Metern wurde speziell auf die Bedürfnisse unterschiedlicher Amphibienarten abgestimmt. Während der tiefste Bereich etwa 80 Zentimeter misst, wurde das Südufer bewusst sehr flach gestaltet. Dadurch kann sich das Wasser rasch erwärmen – ideale Bedingungen etwa für Wechselkröten oder Laubfrösche. Kühlere und schattigere Bereiche nahe des Waldes sollen wiederum anderen Arten zugutekommen.
Amphibien und Reptilien stehen unter strengem Artenschutz
Bei der Umsetzung wurde besonderer Wert auf Nachhaltigkeit und Naturschutz gelegt. Die Bauweise ermöglicht es theoretisch sogar, den Teich später wieder rückstandslos zu entfernen. Gleichzeitig schützt eine Betonschicht, wie sie für Trockensteinmauern verwendet wird die darunterliegende Folie vor Schäden durch Wildtiere wie Wildschweine. Durch eingearbeitete Rillen können sich außerdem Laub, Lehm und Mikroorganismen ansiedeln, eine wichtige Grundlage für ein funktionierendes Ökosystem.

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Denn mit dem Laichgewässer entsteht weit mehr als nur ein Teich. Experte Christian Proy rechnet damit, dass sich dort künftig zahlreiche Tierarten ansiedeln werden, darunter Wechselkröte, Gelbbauchunke, Laubfrosch, Springfrosch und verschiedene Molcharten. Viele davon stehen unter strengem Schutz. Amphibien gelten zudem als wichtige Bioindikatoren: Wo sie vorkommen, ist meist der Naturraum intakt. Neben Fröschen und Kröten profitieren auch Insekten, Vögel und viele weitere Lebewesen von den neuen Lebensräumen.
Projekt war von Beginn an mit Herausforderungen verbunden
Das Projekt war allerdings von Beginn an mit Herausforderungen verbunden. Bereits 2024 wurde um die naturschutzbehördliche Genehmigung angesucht. Im Zuge eines Lokalaugenscheins entdeckte man auf der vorgesehenen Fläche seltene Pflanzenarten, darunter den Blutroten Sommerwurz sowie größere Bestände von Wiesensalbei. Dadurch mussten zusätzliche naturschutzfachliche Unterlagen eingeholt werden. Schlussendlich erhielt das Projekt jedoch die notwendige Bewilligung, da die Eingriffe als gering eingestuft wurden und zusätzliche ökologische Ausgleichsmaßnahmen vorgesehen waren.
Gemeindevorständin Schügerl: Laichgewässer ist ökologische Aufwertung der Lazawiese
Unterstützung fand das Vorhaben nicht nur parteiübergreifend im Gemeinderat, sondern auch von der Neudörfler Jagdgesellschaft. Zudem profitiert das Projekt vom Beitritt Neudörfls zur KLAR!-Region, wodurch Fördermittel für Bepflanzung und ökologische Maßnahmen zur Verfügung stehen. Die Materialkosten werden großteils von der ÖGH getragen, wodurch sich die finanziellen Aufwendungen für die Gemeinde in Grenzen hielten. „Lediglich Aushub und der Faserbeton wurde von der Gemeinde finanziert“, berichtet Sabine Schügerl. Für die Gemeindevorständin ist das Laichgewässer „ein wichtiger Beitrag für den Artenschutz und eine ökologische Aufwertung der Lazawiese. Ich freue mich, dass dieses Projekt umgesetzt werden konnte.“