Drei Abende lang stand der Festsaal der Volksschule Parndorf ganz im Zeichen der traditionellen Tamburizzamusik. Der Tamburizza-Verein „Ivan Vukovič – Parndorf“ lud von Freitag bis Sonntag zum Großen Tamburizza Herbstkonzert und durfte sich über einen großen Besucherandrang freuen.
Unternehmer verurteilt: Tricks mit Reparatur-Boni
Betrügerisch
Fast 55.000 Euro schummelte ein insolventer Unternehmer am Masseverwalter vorbei. Und er fälschte Rechnungen, um den Reparatur-Bonus ausbezahlt zu bekommen.
Der 34-jährige Angeklagte gab zunächst kaum etwas, dann aber alles zu.
© BVZ/Kirchmeir
Ein 34-jähriger Unternehmer hatte sich mit zwei Shops im Bezirk Neusiedl selbstständig gemacht. Doch das Geschäft lief nicht wie erhofft, und so schlitterte der Mann im Herbst 2022 in die Insolvenz.
Unter der Anleitung eines Masseverwalters sollte er die Geschäfte weiterführen und genaue Aufzeichnungen über seine Finanzen führen. Anstatt sich an die Vorgaben zu halten, nahm der Mann aber fast 55.000 Euro aus der Kassa und verwendete das Geld für eigene Zwecke.
Außerdem erschlich er sich durch gefälschte Rechnungen fast 7.000 Euro an Reparatur-Boni.
Betrügerische Krida und schwerer Betrug
Die Staatsanwaltschaft klagte den Unternehmer daraufhin wegen betrügerischer Krida und gewerbsmäßigen schweren Betrugs an. Vor Gericht gab der 34-Jährige zunächst nur zu, 10.000 Euro für private Zwecke aus der Kasse entnommen zu haben. Die überhöhten Rechnungen habe ein Mitarbeiter ausgestellt.
„Was sagte der Masseverwalter zu Ihnen?“, fragte die Richterin. „Er sagte, ich soll die Tageslosungen auf das Insolvenzkonto einzahlen“, gab der Angeklagte zu. Ein entsprechendes Merkblatt habe er unterschrieben.
Der Masseverwalter hatte angegeben, dass er den Unternehmer immer wieder an seine Verpflichtungen erinnern musste. Er sei wiederholt „vertröstet“ worden, die Zahlungen flossen nicht wie vereinbart.
Kurz nach Insolvenzeröffnung 6.000 Euro für private Zwecke entnommen
Die Richterin hielt dem Angeklagten vor, dieser habe laut Kassabuch bereits im Oktober 2022 fast 6.000 Euro, im November weitere 2.200 Euro und im Dezember mehr als 8.000 Euro aus der Shopkassa entnommen.
„Ich kann mich gar nicht erinnern, dass ich so viel privat entnommen habe“, druckste der Angeklagte herum. Das Kassabuch habe die Buchhalterin geführt. „Ich weiß nicht, wie sie darauf kommt...“, meinte er.
„Das Problem war, dass das Kassabuch erst im Nachhinein erstellt wurde“, erklärte der Verteidiger. „Und das, obwohl Sie den Auftrag hatten, ein Kassabuch zu führen!“, ermahnte die Richterin den Unternehmer.
Angeklagter leugnete Misswirtschaft hartnäckig
Einige Beträge wurden vom Angeklagten auf das Konto seiner Lebensgefährtin überwiesen, offenbar, um das Geld am Insolvenzkonto vorbeizuschleusen. „Nein, ich habe alles an den Masseverwalter überwiesen“, widersprach der Angeklagte hartnäckig.
Er bestritt auch, gefälschte Kaufverträge erstellt und damit höhere Reparatur-Boni erschlichen zu haben. „Alle Rechnungen wurden überprüft und bei einigen wurden Fälschungen und überhöhte Beträge festgestellt“, berichtete die Richterin. 17 Kaufverträge seien teilweise oder zur Gänze gefälscht worden. Es seien auch Unterschriften von Kunden gefälscht worden.
Zeuge: „Das ist nicht meine Unterschrift“
Ein Zeuge sagte: „Das ist nicht meine Unterschrift, diesen Kaufvertrag habe ich nie gesehen.“
Er glaube zwar nicht, dass sein Mitarbeiter die Kaufverträge gefälscht habe, so der Angeklagte, er wisse aber auch nicht, wer es gewesen sein könnte. „Ich war leider nicht dabei“, meinte der Unternehmer.
Nachdem alle Details erörtert und eine Ladung der früheren Buchhalterin sowie die Öffnung des Kontos der Lebensgefährtin in den Raum gestellt worden waren, übernahm der Angeklagte schließlich doch die Verantwortung für die ihm vorgeworfenen Straftaten.
Er wurde zu 16 Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt und nahm das Urteil an.