Maibaum-„Massaker“ in Bruck, Wilfleinsdorf und Kaisersteinbruch

Brauch oder Vandalismus?

Der Maibaum in Bruck überstand die Nacht zum 1. Mai nicht. Jene von Wilfleinsdorf und Kaisersteinbruch wurden schon vor dem Aufstellen zerstört.

Von Von Susanne Müller

Der Brucker Maibaum wurde in der Nacht zum 1. Mai umgeschnitten.

Der Brucker Maibaum wurde in der Nacht zum 1. Mai umgeschnitten.

© privat

Mit dem traditionellen Fackelzug begingen die SPÖ-Organisationen von Bruck und Bruckneudorf wie immer den Tag der Arbeit an dessen Vorabend. Die beiden Bürgermeister, Gerhard Weil und Gerhard Dreiszker, versahen den Maibaum noch mit einer Tafel „Ein Hoch dem 1. Mai“ (die NÖN berichtete). In Bruck „erlebte“ der Maibaum den 1. Mai dann allerdings nicht. In der Früh lag der Baum quer über den Hauptplatz. Jemand hatte - gemäß dem Brauch des Maibaum-Umschneidens - in der Nacht ganze Arbeit geleistet.

Bei den Maibäumen von Wilfleinsdorf und Kaisersteinbruch sah die Sache jedoch anders aus. Die Bäume wurden schon zerschnitten, bevor sie überhaupt aufgestellt waren. Sie waren vorab auf Privatgrundstücken gelagert worden und dort mit einer Motorsäge zerschnitten worden. Die Feuerwehren von Kaisersteinbruch und Wilfleinsdorf machten am Ende das Beste daraus. Die Reste aus den beiden zerschnittenen Bäumen wurden zu einem neuen Baum für Wilfleinsdorf „zusammengestückelt“ und Kaisersteinbruch besorgte sich noch in letzter Minute einen neuen Baum. „Schade drum“, sagt Wilfleinsdorfs Feuerwehr-Kommandant Andreas Arthaber. Verständnis für die Aktion hat er keines: „Das hat mit Brauchtum nichts zu tun, wenn man schon zwei Tage vorher schauen geht, wo man Maibäume zerschneiden kann.“