Der Bund der Österreichischen Trachten- und Heimatverbände lädt jedes Jahr in ein anderes Bundesland zu einer Fachexkursion ein. Dieses Mal waren Trachtenverbände aus ganz Österreich zu Gast im Burgenland und im Neudörfler Martinihof.
Von Christian Artner
Ein Gruppenfoto mit verschiedenen burgenländischenVolkstanzgruppen, die ihre Trachten im Martinihof präsentierten. Auch Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und die Klubobfrau der Grünen Burgenland, Regina Petrik, wohnten der Trachtenpräsentation bei.
Vier Tage lange, bis einschließlich Sonntag, sind Trachten- und Heimatverbände aus Österreich im Burgenland zu Besuch. Auf der Tagesordnung steht dabei ein dicht gefülltes Programm, das die Gäste vom Norden Burgenlands bis in den Süden führte. Zum Auftakt gab es am Donnerstag eine Präsentation verschiedener burgenländischer Trachten im Martinihof, organisiert vom Volkstanzverband Burgenland, in der die Vielfalt der burgenländischen Trachten vorzeigt werden sollte.
Auch Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und die Klubobfrau der Grünen Burgenland, Regina Petrik, die bei Veranstaltungen des Volkstanzverbandes Burgenland immer wieder gerne zu Gast ist, folgten neben Neudörfls Bürgermeister und Landtagsabgeordneten Dieter Posch der Einladung in den Martinihof.
Bei der Modeschau sah man Trachten mit ihren je eigenen Besonderheiten unter anderem aus Loipersbach, Pöttsching, Gols, Zurndorf, St. Margarethen, Nickelsdorf, Willersdorf und Markt Allhau.
Wissenswertes zum Volkstanzverband Burgenland
Der Grundstein für den Volkstanzverband Burgenland wurde bereits 1921 gelegt, als Deutschwestungarn das neue österreichische Bundesland „Burgenland“ wurde. Im November 1959 gründeten fünf Gruppen den „Landesverband Burgenländischer Heimat-, Volkstanz und Trachtengruppen“ unter OSR Ferdinand Zeltner. Die anderen Volkstanzgruppen verblieben im Volksbildungswerk. Der neu gegründete Landesverband kümmerte sich um die Bereitstellung von Tanzbeschreibungen und Noten und nahm Tonbänder auf.
Im Jahr 1967 kam es durch die Bemühungen von Prof. Harald Dreo zum Zusammenschluss aller burgenländischen Volkstanzgruppen. Im Rahmen der Generalversammlung im Jahr 2017 wurde Matthias Beck zum auch jetzt noch amtierenden Obmann gewählt.
Dem Volkstanzverband Burgenland gehören 26 Erwachsenen- und elf Kindervolkstanzgruppen an. Insgesamt rund 1.000 Mitglieder finden in den Gruppen neben Tanz- und Musikproben sowie Auftritten auch Geselligkeit, Zusammenhalt, Gelegenheit für Ausflüge und Feiern. Dabei fördert Volkstanzen neben dem körperlichen und seelischen Wohlbefinden durch das Erlernen von Schrittabfolgen und immer wieder neuen Tänzen auf vergnügliche Weise geistige Fitness, räumliche Wahrnehmung und Konzentrationsfähigkeit.
Dem Volkstanzverband ist es ein Anliegen, den Volkstanz, die Tracht, die Volksmusik, die Mundart und den Volksbrauch zu erhalten und zu fördern. (Quelle: Volkstanzverband Burgenland)
Vor der Trachtenpräsentation im Martinihof
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Mitglieder der Volkstanzgruppen St. Margarethen, Willersdorf (Bezirk Oberwart) und Markt Allhau (Bezirk Oberwart)
Walter Grafl und Sibylle Tschürtz, Trachtenreferentin des Volkstanzverbandes Burgenland, die die Trachtenschau moderierte (Loipersbach), Helene und Hans-Werner aus Pöttsching.
Präsident des Bundes der Österreichischen Heimat- und Trachtenverbände Rupert Klein (Niederösterreich) und Bundestrachtenreferentin Martina Reitsamer (Oberösterreich)
Vorne: Cornelia Schneeberger aus Loipersbach und Josefa Trimmel-Tscharmann aus Schattendorf von der Galerie Trimmel-Tscharmann, in der eine Ausstellung über Bekleidung, Unterwäsche und Gebrauchsgegenstände der letzten 100 Jahre stattfindet. Hintere Reihe: Angelika Neuner aus Tirol, Alexandra Rinner aus der Steiermark (Murtal), Waltraud Kropac aus der Steiermark (Graz-Umgebung) und Christine Gänser ebenfalls aus der Steiermark (Bezirk Leoben)
Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, Grüne Landtagsabgeordnete und Kluobfrau der Grünen Burgenland, Regina Petrik, die eine Loipersbacher Tracht trägt und immer wieder gern gesehener Gast bei Veranstaltungen des Volkstanzverbandes Burgenland ist, sowie Neudörfls Bürgermeister und Landtagsabgeordneter Dieter Posch
Helene und Hans-Werner aus Pöttsching. Er mit einer typischen Astrachankappe. Sie ist die Haube für den Mann als Winterbekleidung. Sie trägt das Pöttschinger Dirndl. Das Besondere bei den Pöttschingern ist, dass es eine Mädchen- und eine Frauentracht gibt.
Die Golser Festtagstracht. Auch hier ist wieder das Fiata, die burgenländische Arbeitsschürze beim Mann, anders gebunden, als bei den anderen Trachten vorhin. Es ist kein langer Spitz wie etwa in Loipersbach oder Neusiedl, sondern er wird kürzer getragen. Die Frauentracht ist im lilanen Seidenbrokat. Warum ist die Tracht lila? Die Golser sind evangelisch. Lila ist ein Zeichen, dass es eine evangelische Gemeinde ist.
In Zurndorf gibt es wieder ein Hauberl bei der Tracht. Im Burgenland gibt es nur zwei Trachten mit einem Hauberl. Eine weitere Besonderheit ist das Rot-Gold, die Farben des Burgenlandes. Die Herren in Zurndorf sind hingegen legerer. Sie knöpfen ihre Westen nicht zu. Beim Fiata steht der Spitz wieder nach rechts.
St. Margarethen hat auch ein Waschdirndl aus Baumwolle und Leinen. Die Frauen-Tracht wird hinten zugemacht und nicht wie bei den anderen vorne geschnürt. Beim Herren sieht man ein Gilet mit schwarzen Knöpfen und einen V-Ausschnitt ohne Kragen. In St. Margarethen ist die Stiefelhose auch nicht schwarz, wie sie es meistens ist, sondern sie haben eine graue Stiefelhose und einen Sommerhut dazu.
Die Nickelsdorfer Tracht besteht auch aus einem Samtmieder. Früher war es, dass die Trachten aus der Alltagskleidung heraus entstanden. Es war alles zweiteilig. Man hat es früher nicht zusammengenäht, was hier auch gut zu sehen ist.
Erneut Sieglinde und Paul. Sieglinde auch mit einem Hauberl. Man sieht bei den Trachten auch sehr stark Einflüsse aus Ungarn mit den rot eingefassten Gilets. Die Damen haben ein rotes Seidenbrokatdirndl mit einem Schnürmieder, das mit einer schwarzen Kordel geschnürt wird.
Bernhard und Katrin Bruckner, Vertreter der Willersdorfer Volkstanzgruppe. Hier sieht man auch ein Waschdirndl mit hellblauer Baumwollschürze. Bei den Herren gibt es ein dunkelblaues Gilet und keine Stiefelhose. Es sind eine der wenigen, die eine „Deutsche Hose“ tragen mit einem Halbschuh.
Markt Allhauer Festtagstrachten. Es gllitzert ein wenig, es ist ein Samtoberteil, sind Brokatröcke und Seidenschürzen. Bei den Damen sieht man Glasknöpfe. Bei den Herren gibt es auch eine Stiefelhose. Das Gilet ist auf den ersten Blick ganz typisch. Wenn man es genauer betrachtet, sieht man einen Ausschlagkragen und silberne Knöpfe. Der Rücken ist nicht aus dem Stoff des Vorderteils.
Der Bund der Österreichischen Trachten- und Heimatverbände lädt jedes Jahr in ein anderes Bundesland zu einer Fachexkursion ein. Dieses Mal waren Trachtenverbände aus ganz Österreich zu Gast im Burgenland und im Neudörfler Martinihof. (...)
Ein Jahrhundert gelebte Regionalität, Vertrauen und Partnerschaft: Die Raiffeisenbank Neudörfl feiert ihr 100-jähriges Bestehen. Was im Dezember 1926 mit der Gründung des „Spar- & Darlehenskassen - Vereins Neudörfl“ begann, hat sich zu einer wichtigen regionalen Drehscheibe für finanzielle Dienstleistungen und persönliche Beratung entwickelt. Das Jubiläum wurde am 30. Oktober 2026 gemeinsam mit rund 200 Gästen darunter zahlreiche Ehrengäste, Funktionärinnen und Funktionäre, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Kundinnen und Kunden gefeiert. Musikalisch begleitet wurde die Jubiläumsfeier vom Musikverein Szent Miklos Neudörfl.
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