Oberwarter Zeitgeschichte hautnah

Buchpräsentation

„Stefan Miertl“ – „Liebster Herrgott, [...] lass mein Fleh'n nicht vergeblich sein“. Angelika Bayer-Miertl erzählt eine bewegende Familiengeschichte zwischen Monarchie, Weltkrieg und Gegenwart.

Von Bertie Unger

Foto v. l.: Carina Graf (AK-Bücherei), Christine Heindl (Lektorin), Horst Horvath (Verlagsleiter), Silke Rois (AK-Büchereileiterin), Angelika Bayer-Miertl (Autorin).

Foto v. l.: Carina Graf (AK-Bücherei), Christine Heindl (Lektorin), Horst Horvath (Verlagsleiter), Silke Rois (AK-Büchereileiterin), Angelika Bayer-Miertl (Autorin).

© AK Bibliothek

In der AK-Bücherei Oberwart fand die Präsentation des Buches „Stefan Miertl – Liebster Herrgott, […] lass mein Fleh“n nicht vergeblich sein“ von Angelika Bayer-Miertl statt. Es ist der 15. Band der vom Historiker Herbert Brettl herausgegebenen Reihe „Burgenländische Lebensgeschichten“. Zur Eröffnung begrüßten Herbert Brettl sowie Horst Horvath, Verlagsleiter der edition lex liszt 12, die rund 100 anwesenden Gäste. Durch das Gespräch mit der Autorin führte Christine Heindl.

Geschichte einer Familie im Zeitgeschichte-Kontext

Das Buch widmet sich dem bewegten Leben von Stefan Miertl, der 1929 in Oberwart geboren wurde. Erzählt wird die Geschichte seiner Familie im Kontext der burgenländischen und europäischen Zeitgeschichte – von der späten Habsburger-Monarchie über die Zeit des Nationalsozialismus bis in die Gegenwart. Im Zentrum stehen persönliche Erinnerungen: an den Vater Johann Miertl, der als Matrose der k. u. k. Kriegsmarine auf den Weltmeeren unterwegs war, an den im Zweiten Weltkrieg gefallenen Bruder sowie an einen Onkel, der als Widerstandskämpfer hingerichtet wurde.

Die Erlebnisse der Familie spiegeln ein Stück burgenländischer Geschichte wider – besonders eindrucksvoll schildert das Buch das Leben in Oberwart während der NS-Zeit. Ergänzt werden die Erzählungen durch historische Dokumente und zeitgenössische Berichte, die ein vielschichtiges Bild des Alltags in Zeiten großer Umbrüche zeichnen. „Ein wichtiger Beitrag, in dem wir alle dazu aufgerufen sind, uns auch 80 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges immer wieder für ein 'Niemals vergessen' einzusetzen und uns gegen Faschismus und für Demokratie und Frieden stark zu machen“, unterstrich Büchereileiterin Silke Rois die Bedeutung der Veranstaltung für das Gedenkjahr 2025.