Bundesländer-Tour: Doskozil sitzt selbst am Steuer

Kampf um SPÖ-Spitze

Der Chauffeur hat frei, Hans Peter Doskozil nutzt vor allem Wochenenden für seine Tour. Im Dreikampf mit Rendi-Wagner und Babler gibt der Landeschef Gas. In Land und Bund warten aber auch einige Termine.

Von Wolfgang Millendorfer

Bundesländer-Tour: Doskozil sitzt selbst am Steuer

© Privat

Die freien Wochenenden gehen sich nur für den Chauffeur aus, für den Chef wird’s damit in der nächsten Zukunft nichts: Wenn Hans Peter Doskozil mit seiner „Freundschaft-Tour“ die Bundesländer besucht, dann will er meistens selbst am Steuer sitzen. Das Gebot der Stunde ist neben möglichst vielen Kontakten nämlich auch, dass keine Landes-Ressourcen und keine landespolitischen Termine für den SPÖ-internen Wahlkampf „geopfert“ werden sollen.

Dass zuletzt manch Repräsentations-Termin ausgefallen ist, lag auch an Sitzungen, die sich eben gehäuft haben. Aber wie verträgt sich der ständige Partei-Wettkampf mit den Landeschef-Aufgaben – und nicht zu vergessen mit dem Vorsitz in der Landeshauptleute-Konferenz, wenn im Mai die Sitzungen starten, mitten in der heißen Phase vor dem Sonderparteitag. Die Antwort gibt vorläufig „ein prall gefüllter Terminkalender“, wie im Umkreis von Doskozil zu hören ist. Diese Woche wird noch der Finanzausgleich im Bund verhandelt, bevor „Freundschaft“-Termine in Wien, Wiener Neustadt oder Köflach anstehen.

Einen dichten Tour-Kalender kann auch Herausforderer Nummer zwei aufweisen: Andreas Babler und Doskozil kommen sich in den Ländern aber nicht in die Quere. Um die amtierende SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner ist es terminmäßig noch eher ruhig.

Dass es jetzt doch zum Dreikampf gekommen ist und von den weiteren 70 Mitbewerbern keiner die Vorgaben erfüllt haben dürfte, regt in der Partei angesichts des Trubels um die Befragung kaum auf. Das Herausforderer-Duo regt aber zu Gedankenspielen an: So kann sich Alt-Landeschef Hans Niessl im BVZ-Gespräch sogar eine gemeinsame Zukunft für Doskozil und Babler vorstellen.