Stafflers schönste Sorgen
Burgenlandliga
SCO-Coach Christian Staffler konnte zuletzt Kapitän Sebastian Berlakovich und Offensivmann Rene Sturm auf der Tribüne lassen, ohne sich den Kopf zu zerbrechen.
Kopfzerbrechen? Fehlanzeige! Christian Stafflers Oberpullendorfer sind weiter am Vormarsch und können dabei auf wichtige Stützen verzichten.
© Martin Ivansich
Lässt man – wie in so gut wie jeder anderen Kategorie auch – Liga-Primus Mattersburg außen vor, so gibt es im rot-goldenen Oberhaus wohl nur ganz wenige Teams, die ihren Kapitän und in den allermeisten Fällen gesetzten Rechtsaußen sorglos nicht in den Kader nehmen können. In Oberpullendorf hat man ein solches Luxusproblem. Capitano Sebastian Berlakovich zwickte der Oberschenkel beim Abschlusstraining, demnach wurde er sicherheitshalber geschont. Rene Sturm konnte unter der Woche aus beruflichen Gründen nicht trainieren und war ebenso nicht auf dem Spielbericht zu finden.
„Sie waren zwar beide dabei, aber halt nicht im Kader“, konnte der Übungsleiter auf zwei zentrale Stützen ganz einfach verzichten. Grund dafür ist die dicke Kaderdecke der Bezirkshauptstädter. Zugegebenermaßen plagen den SCO so gut wie keine Personalsorgen, nichtsdestotrotz hat man im Sommer hervorragende Arbeit hinter den Kulissen geleistet, um überhaupt erst eine solche Ausgangslage zu schaffen.
Junges Blut sofort auf Abruf
Fehlen zwei Stammspieler, rücken ganz einfach andere Kicker nach. Mirko Stefanich ist einer davon. Der großgewachsene Defensivallrounder wurde im Sommer verpflichtet und kam bisher zu „nur“ drei Startelfeinsätzen – der erste in Runde sechs. Dreimal davon blieb sein SCO ungeschlagen, just eben auch gegen Siegendorf, wo der junge Ungar eine überragende Vorstellung bot. Ein Indiz für die starke Kaderbreite. „Mirko ist ein richtig demütiger Spieler mit viel Qualität, der immer da ist, wenn man ihn braucht. Er nimmt seine Rolle an und wird über kurz oder lang eine gute Rolle in dieser Liga spielen.“
Christoph Frühwirth, zuletzt der Matchwinner des vorderen Drittels, hat zwar schon erheblich mehr Spiele von Beginn an absolviert, kommt aber auch öfter von der Bank. Wäre Sturm gegen den ASV zur Verfügung gestanden, hätte Staffler wohl Frühwirth aus der Startelf genommen. Der hätte dann aber kaum einen Treffer und generell eine top Performance beisteuern können. Ein weiteres Indiz für eine nur selten zu erkennbare Kader-Balance in der Burgenlandliga. „Ich muss ihm einfach ein Riesenkompliment machen. Dass er die Qualität hat, ist unumstritten. Aber zu sehen, wie fleißig er im Training arbeitet und mit seinen 18 Jahren performt, ist einfach top“, sparte Staffler auch bei seinem Linksaußen nicht mit Lob. Zumal da auch noch Raphael Fischer regelmäßig neben Staffler und Co. Platz nimmt. Der kreative Angreifer ist mit drei Treffern der beste Joker der Liga.
Es läuft einfach
Unterm Strich kommt man neben all den Lobeshymnen, Statistiken und anderweitig positiv herausstechenden Dingen auf ein und dieselbe Konklusion. Im Fenyös-Stadion läuft es seit geraumer Zeit wie am Schnürchen. „Wenn's rennt, dann rennt's eben“ – Oberpullendorfs gesamte Situation ist nur einer der etlichen Beweise, dass die Floskel im Fußball wohl noch länger seine Daseinsberechtigung genießen wird. Erst recht dann, wenn man am Weg dorthin seine mitunter wichtigsten Spieler als Zuschauer fungieren lassen kann.