Während das neue Gesetz zu Integrations-Pflichten vorbereitet wird, zeigen die Zahlen: Burgenland hat im Österreich-Vergleich den geringsten Zuzug: Der Anteil von Menschen mit ausländischem Geburtsort, wie es statistisch heißt, liegt bei 13,9 Prozent.
Erster Blick auf den Sommertourismus: Das Burgenland ist gut gebucht
Darüber spricht das Land
Einen Nächtigungsrekord verzeichnete der Burgenland Tourismus im Mai, für Juli und August wird eine gute Buchungslage erwartet: Das Land ist ein Besuchermagnet; woher die Gäste kommen und was sie erwartet, verrieten die Tourismus-Manager im BVZ-Gespräch.
Die Kellerstöckl im Südburgenland gelten jeden Sommer als bewährte Urlaubsziele.
© Burgenland Tourismus, Stefan Gergely
„Der Juni hat unter den Auswirkungen der schweren Unwetter gelitten, speziell im Süden des Landes, das hat sich danach aber wieder stabilisiert“, freut sich Tourismus Burgenland-Geschäftsführer Didi Tunkel. Er schätze die Buchungslage für die Monate Juli und August als sehr gut ein.
Im ersten Halbjahr 2024 verzeichnete der Tourismus im Burgenland bislang Rekordwerte. Laut den am Mittwoch, 26. Juni, veröffentlichten Tourismuszahlen für den Mai 2024 wurde mit 332.456 Nächtigungen und 124.683 Gästeankünften das beste Mai-Ergebnis seit Beginn der statistischen Aufzeichnungen erzielt. Bei den Nächtigungen ist das ein Plus von 18,7% im Vergleich zum Vorjahr, bei den Ankünften sogar ein Plus von 22,1%.
© Grafik: BVZ, Quelle: Burgenland Tourismus
Im Zeitraum von Jänner bis Mai 2024 erreichte das Burgenland mit 1.040.654 Nächtigungen und einer Steigerung von 11,8% im Vergleich zum Vorjahr einen neuen Höchstwert. Bei den Ankünften gab es in diesem Zeitraum ein Plus von 13,4%
Im Mai entwickelte sich der Tourismus in allen drei Tourismusregionen positiv. Besonders stark war das Wachstum im Nordburgenland, wo die Zahl der Übernachtungen um 23,7 % auf 200.839 stieg. Die Region Mittelburgenland-Rosalia verzeichnete einen Zuwachs um 8,6 % auf 43.620 Übernachtungen, im Südburgenland gab es ein Plus von 13,4 % und insgesamt 87.997 Übernachtungen.
Drei von vier Gästen kommen aus Österreich
Die wichtigste Zielgruppe für den Tourismus im Burgenland sind die Inlandstouristen: Drei von vier Gästen kommen aus Österreich, Deutschland folgt mit zirka 13%. Deutlich weniger Burgenland-Urlauber stammen aus Ungarn, Tschechien, der Slowakei und der Schweiz.
„Besonders hervorzuheben ist die starke Präsenz von Besuchern aus den benachbarten Bundesländern: Niederösterreich und Wien führen mit jeweils über 20 % Anteil an den Gesamtnächtigungen, gefolgt von der Steiermark und Oberösterreich“, berichtet Didi Tunkel. Etwas mehr als 6% der Übernachtungen werden von Burgenländern gebucht.

© Burgenland Tourismus
Bei den Buchungen für den Sommer setzt sich der Trend zu kürzeren Aufenthalten und kurzfristig getroffenen Urlaubsentscheidungen fort. Folgen von Inflation und Teuerung seien, heißt es seitens des Burgenland Tourismus
, nicht direkt spürbar. Jedoch gebe es in den Tourismusbetrieben Beobachtungen, dass insgesamt weniger für den gesamten Aufenthalt ausgegeben werde.
„Urlaub bleibt für die meisten sehr wichtig und wird als Grundbedürfnis angesehen“, stellt der Tourismus Burgenland-Chef fest. Daher werde eher bei den Nebenausgaben gespart. „Die Gästeerwartungen sind allerdings hoch und Qualität wird in allen touristischen Segmenten erwartet und gefordert“, sagt Didi Tunkel.
Am beliebtesten sind im Burgenland die 4- bis 5-Sterne-Hotels: Fast 40% der Nächtigungen fanden im Vorjahr in diesen Hotelkategorien statt. Jeweils zirka 15% der Nächtigungen entfielen auf Campingplätze und 3-Sterne-Hotels. Privatquartiere machten 12% der Nächtigungen aus.
Bei den Gästen aus China wurde von Jänner bis April 2024 ein Plus von 150% verzeichnet: Kamen im Vergleichszeitraum 2023 130 Personen aus China an, so waren es heuer 325. Bei diesen Gästen handelt es sich laut Burgenland Tourismus, vor allem um Shopping-Urlauber, die im Designer Outlet in Parndorf verweilen.

© Burgenland Tourismus, Maria Hollunder, Maria Hollunder
Die Reiselust der Burgenländer
Laut dem Ruefa Reisekompass 2024 planen vier von fünf Burgenländern, heuer zu verreisen. Ihr durchschnittliches Urlaubsbudget beträgt 1.926 Euro. Für 57,8% wirkt sich die Teuerung auf die Reiseplanung aus. Konsequenz: Man versucht, Frühbucher- oder Last Minute-Angebote zu nutzen und will am Urlaubsort sparen . 7,8% sagen, sie werden aus finanziellen Gründen in nächster Zeit gar nicht verreisen.
45,3% der Burgenländer planen einen Badeurlaub, knapp 40% eine Städtereise. 37,7% ziehen einen Wellness-Urlaub vor, 28,3% machen einen Aktiv-Urlaub mit Sport oder Wandern.
Stimmen zum Sommertourismus

© TVB Nordburgenland/Maria Hollunder, Maria Hollunder
Patrik Hierner, Geschäftsführer Tourismusverband Nord: „Nachdem sich der Wasserstand des Neusiedler Sees wieder erholt hat, werden im Sommer 2024 die Aktivitäten am und um den See verstärkt im Fokus stehen. Dabei setzen wir auf Aktivitäten in den Seebädern wie spezielle Kinderprogramme, die rund um den See koordiniert werden. Neueröffnungen wie im Seebad Breitenbrunn tragen zu einem noch besseren Sommerangebot am Neusiedler See bei.
Daneben setzen wir auf bewährte Säulen wie das Kulturprogramm mit den Musikfestivals als Aushängeschilder. Viele Gäste nutzen auch im Sommer das bestens ausgebaute Radwegenetz für Rundfahrten um den See – oft in Verbindung mit den gerade im Sommer besonders häufig verkehrenden Fähren am Neusiedler See.
Und sollte das Wetter im Sommer einmal nicht so gut sein, sind dem Urlaubsvergnügen im Nordburgenland auch keine Grenzen gesetzt. Zahlreiche Museen, das größte Outlet-Center Österreichs in Parndorf, die St. Martins Therme und zahlreiche andere Indoor-Freizeiteinrichtungen sind bei absolut jedem Wetter einen Besuch wert.
In den Seebädern wurde teilweise stark investiert. So können Kinder etwa in Podersdorf den österreichweit größten Hüpfpolster erleben und auch diverse Sportaktivitäten sind durch neue Freizeiteinrichtungen noch besser möglich. Neue Unterkünfte ergänzen die Neuerung, dazu zählen auch völlig neue Formate wie beispielsweise Tiny Houses direkt in Strandnähe. Insgesamt erwarten wir uns gerade im Bereich Camping und Glamping eine sehr gute Entwicklung im Sommer.“

© BVZ/Wagentristl, Peter Wagentristl
Brigitta Pelzer, Geschäftsführerin Tourismusverband Mittelburgenland-Rosalia: „Wir setzen auf den Ausbau von online buchbaren Angeboten auf myburgenland.travel, vor allem zu Wein- und Kulinarik-Events, aber auch bei Packages für Rad- und Wanderaufenthalte. Mit Veranstaltungen wie Anradeln, SeeOpening, Genusswandertag am Kogelberg oder der dritten Auflage des Blaufränkischland Marathons werden diese Themen für Besucherinnen und Einheimische „erlebbar“ gemacht.
Anfang September steht eine Neuauflage des „Genusswandertages am Kogelberg“ auf dem Programm, bei dem Wanderlustige auf einem Rundweg von ca. 20 Kilometer die wunderbare Landschaft des Naturparks durchlaufen. Jede der acht teilnehmenden Gemeinden bereitet ihre eigene Genussstation entlang der Strecke mit Speis und Trank, Musik und Rahmenprogramm vor.
Auch das Thema Kultur nimmt einen wichtigen Stellenwert ein – allen voran mit dem Liszt Festival in Raiding, den Schlossspielen in Kobersdorf, dem Kammermusikfest in Lockenhaus oder dem breit gefächerten Konzertangebot am Festivalgelände in Wiesen. Parallel dazu gibt es weitere Konzerte und Aufführungen – von klassisch bis modern, Konzerte, Festivals, Kabarett oder Theater ist alles dabei.“

© Burgenland Tourismus
Dietmar Salmhofer, Geschäftsführer Tourismusverband Süd: „Bewährte Urlaubziele sind die Kellerstöckl und die Thermen. Im Südburgenland beginnen nun auch die kulturellen Sommer-Highlights. Einen Namen haben sich die Burgenland-Trails gemacht, und wir hoffen, dass wir in den Sommerferien viele Mountainbiker in der Region begrüßen dürfen. Das Thema Radfahren ist im Süden insgesamt ein wichtiges, deshalb hat uns die Unwettersituation mit den Schäden große Sorgen bereitet.
Das Angebot für Mountainbiker, Cross Country Fahrer und E- Biker wurde um ein Highlight erweitert. Es gibt nun seit Juni die „Mountainbike Route Burgenland- Trails“. Diese Route verbindet den größten Tourismusort im Südburgenland mit den Burgenland-Trails. Durch diese Neuerung hat man nun die Möglichkeit nicht nur auf dem „Bahntrassen Radweg“ bis nach Rechnitz zu fahren, sondern auch auf einer Route durch die schönen Wälder des Südburgenlandes, gespickt mit sieben Single Trail Abschnitten.“