Beim Impulsevent GAME.SET.FUTURE des run4future business club trafen sich prominente Vertreter aus Sport und Wirtschaft in Wien. Neben einem spannenden Tennis-Duell stand auch die wirtschaftliche Bedeutung der Erste Bank Open im Mittelpunkt.
Was macht den Ort lebenswert?
darüber spricht das Land
Das Dorf ist im Wandel - wie stärkt man im öffentlichen Raum wieder Gemeinschaft und Lebensqualität? Schülerinnen und Schüler der Mittelschule Schattendorf gingen im September auf Entdeckungsreise.
Mit Baukötzen probieren die Schülerinnen und Schüler aus, wie "Nachverdichtung" im Dorf funktionieren kann.
© BVZ/Kirchmeir
Nach der spielerischen Bearbeitung wichtiger Begriffe rund um die Themen Baukultur und Dorferneuerung verteilt die Workshop-Leiterin Sibylle Bader Rollenkarten zum Umhängen. Wer möchte Frau Helfer, die Dorfpolizistin, sein? Nicki übersiedelte zur Ausbildung nach Wien und ist nur an den Wochenenden hier. Oliver ist Familienvater mit zwei kleinen Kindern. Ein niederländisches Ehepaar macht jedes Jahr Urlaub im Dorf. Lois ist in der mobilen Krankenpflege tätig. Maxi Gartner ist mit dem Rollator im Ort unterwegs.
Dann ist da noch Sascha, das Volksschulkind, und Alex, der im Dorf in einem Geschäft arbeitet. Wie geht es ihnen als Dorfbewohner? Fühlen sie sich wohl, sicher und sozial eingebunden?
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Die Schülerinnen und Schüler der vierten Klasse Mittelschule schlüpfen in ihre Rollen und schon beginnt der Spaziergang durch den Ort aus ungewohnter Perspektive.
Was berichtet Nicki, der Student? „Hier in meinem Ort habe ich ein Gefühl der Sicherheit“, meint einer der jungen Workshop-Teilnehmer.
Man kommt man zu Fuß überall hin, sagt eine Schülerin. „Ich kenne alle und kann die Leute mit Vornamen ansprechen“, erzählt sie.
Wir sind in der Hauptstraße angekommen. Sibylle Bader zeigt auf einen typisch burgenländischen Streckhof und erklärt, wie der Charakter des Straßendorfs entstanden ist: „Entlang der Straße wurden die Häuser wie auf einer Perlenkette gebaut.“ Hinter den alten Giebelhäusern öffnet sich meist ein schmaler Hof, begrenzt von landwirtschaftlichen Nutzräumen: Stall, Scheune, Stadel. Daran schließt sich ein Garten an. Und manchmal tritt man vom Garten noch direkt auf die Felder.
Die Kinder sitzen in einer überdachten Haltestelle. „Da ist es so richtig ruhig!“, schwärmt das „Touristen-Paar“. Zwei Meter neben der Schülergruppe rauscht der Autoverkehr vorbei. „Und da oben hört man ein Flugzeug“, sagt Sibylle Bader. Von wegen „ruhig“. Und eigentlich ist die Hauptstraße „ein einziger Parkplatz“, stellt die Referentin für das Thema „DorfERleben“ fest.
Einen Radweg gibt es nicht. Trotzdem berichten einige Schüler, dass sie mit dem Fahrrad zum Billa am Ortsrand fahren.
Weil ein LKW den Gehsteig blockiert, müssen die Schüler die Straßenseite wechseln. Vor dem Kaufhaus wurden Sitzgelegenheiten aufgestellt. Auch ein Brunnen ist da. „Das nennt man Dorfmöblierung“, erklärt die Workshop-Leiterin.

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„Früher saßen die Frauen auf ihren Bankerln direkt vor den Häusern“, erzählt die Mittelschullehrerin, die die Exkursion begleitet. „Mit den Sitzgelegenheiten hier wollte man wieder eine Kommunikationsstelle schaffen.“
„Das ist ein Beitrag gegen die Anonymität“, sagt Sibylle Bader. Die Sitzmöbel sind ein wichtiger Impuls fürs Dorfleben.
Die Workshop-Leiterin hat einen Schwamm und zwei Deckel mitgebracht, um das Prinzip der Schwammstadt zu erklären. Ein Deckel ist dicht, der andere hat kleine Löcher. „Was passiert, wenn es auf eine versiegelte Fläche regnet?“, fragt sie. „Das Wasser rinnt in den Kanal, nicht in den Boden darunter.“ Anstatt zu versickern und später, in Trockenzeiten, zur Verfügung zu stehen, verschwindet das Wasser aus dem Ort oder verursacht eine Überflutung. Irgendwann fließt das kostbare Nass ins Meer.
Sind die Oberflächen durchlässig, so bleibt das Wasser im Ort. Sibylle Bader erklärt, wie die Schwammstadt funktioniert: In den Boden wird Granulat mit Hohlräumen eingebaut, die Wasser aufnehmen können. „Wir müssen versiegelte Flächen in unseren Ortschaften aufbrechen, also entsiegeln“, sagt Sibylle Bader.
Wir queren neuerlich die Straße und erreichen die neu gestaltete Bushaltestelle. Die „Dorfpolizistin“ wird um ihre Einschätzung gefragt. „Gibt es sichere Übergänge?“ - „Ja“, meint die Schülerin. Tatsächlich haben wir nur einen Zebrastreifen passiert. Gäbe es mehr davon, würden die Autofahrer langsamer fahren, vermutet die Workshop-Leiterin.
„Wie ist es für alte Leute?“, fragt sie die „Rollator-Benützerin“. „Zebrastreifen fehlen“, beklagt sich prompt die Schülerin. Und die nächste Apotheke ist in Baumgarten.
Gut, dass es in Schattendorf das „Dorfschattl“ gibt, einen Taxidienst für alle, die nicht mehr so mobil sind. „Es fährt nach Baumgarten oder auch nach Loipersbach“, berichtet ein Schüler.
„Es hat viel Spaß gemacht“, sagt abschließend eine Schülerin. „Wir wissen jetzt viel über das Dorfleben“, lobt ein Klassenkollege.
„Ich habe heute erfahren, dass das Sicherheitsgefühl der jungen Leute groß ist. Das ist ein wichtiger Faktor“, sagt Sibylle Bader. Die Lebensqualität im Dorf ist hoch. Aber es gilt, das dörfliche Zusammenleben bewusst zu stärken. Und dafür ist es nie zu spät.

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Orte der Dorfgemeinschaft rückt der Architektur Raumburgenland mit dem Jahresschwerpunkt „Dorfleben“ in den Mittelpunkt. Das Programm schafft Bewusstsein für den Stellenwert des öffentlichen Raums.
Zur jugendgerechten Bearbeitung des Themas kooperiert der Architektur Raumburgenland mit der Wanderklasse – Verein für BauKulturVermittlung, geleitet von Sibylle Bader. Gefördert vom Land Burgenland wurden Workshops an Schulen durchgeführt, etwa in Neuhaus am Klausenbach, Pamhagen, Eberau, Eisenstadt und Schattendorf. Beim Gang durch den Ort lenkte Sibylle Bader den Blick auf Besonderheiten.
Tipp: Ausstellung SQUARE! positively shrinking in der Architekturgalerie Eisenstadt (bis 6. November). Gezeigt werden Maßnahmen zur Verbesserung des dorf- und städteräumlichen Umfelds und Ideen für die Umgestaltung zentraler Plätze.