Beim traditionellen Rotweinherbst in Horitschon öffneten 13 renommierte Weingüter ihre Kellertüren.
Lackenbach startet Veranstaltungsserie „Von der Lacke zum Bach“
Dorferneuerung
Die Marktgemeinde Lackenbach geht neue Wege in der Ortsentwicklung und das mutig, kreativ sowie vor allem gemeinsam mit der Bevölkerung. Im Mittelpunkt stehen dabei zwei sich ergänzende Initiativen.
Die Gemeinde hat im Zuge der Dorferneuerung die Initiativen "Mittendrin" und "Von der Lacke zum Bach" gestartet.
© Elisabeth Tritremmel
Einerseits soll durch das Projekt „Mittendrin“ das Ortszentrum neu gestaltet werden. Andererseits hat die Veranstaltungsserie „Von der Lacke zum Bach“ zum Ziel, durch gemeinschaftlich gesetzte künstlerische Impulse neues Leben in den öffentlichen Raum zu bringen.
Aus diesem Anlass arbeitet seit Monaten ein interdisziplinäres Projektteam unter dem Titel „Mittendrin“ an der Zukunft des Lackenbacher Ortskerns. Dabei gilt es, das Gebiet als Lebens- und Begegnungsraum neu zu denken, sowohl funktional als auch emotional. Konkrete Eckpunkte wurden bereits formuliert.
Nun wurde das Planungsbüro „VIA Architektur ZT“ mit einer städtebaulichen Entwicklungsstudie beauftragt. Die Leitung übernimmt Projektmanager Alexander Kuhness. Laut Angebot belaufen sich die Kosten insgesamt auf 38.402,59 Euro, wobei 60 Prozent auf Antrag gemäß den burgenländischen „Dorferneuerungsrichtlinien 2015“ gefördert werden.
Parallel dazu regen junge Kunstschaffende vom Kollektiv „studio kollision“ in Kooperation mit dem wirtschafts-politischen Partner „Architektur Raumburgenland“ zur künstlerischen Auseinandersetzung mit der Dorfstruktur und Ortskultur an.
Ausgangspunkt des Projektes „Von der Lacke zum Bach“ ist der unscheinbare Selitzabach, der durch Lackenbach fließt, teils ist er sichtbar, teils liegt er verborgen. Im Zentrum zwischen dem Hauptplatz und einer neu errichteten Sitztreppe am Bach soll eine temporäre 150 Meter lange Verbindung geschaffen werden.
Dadurch wird aus gebrauchten Materialien, Sachspenden der Bevölkerung und gemeinschaftlich gefertigten Flaggen ein neuer Dorfmittelpunkt gestaltet. Diese gestalterischen Eingriffe sollen für ein positives Zusammenspiel von Landschaft, Kollektivgütern und Gemeinwesen sorgen. Sie sind bewusst simpel gehalten, sollen aber Diskussionen anstoßen, über das Dorfleben, das Zusammensein sowie den Wert öffentlicher Gemeinschaftsräume. Gleichzeitig wird auf burgenländische Traditionen und Nachhaltigkeit gesetzt.
In vier Workshops sind die Lackenbacherinnen und Lackenbacher eingeladen, selbst aktiv zu werden. Zumal die Initiative auf keinem starren Plan basiert, sondern im flexiblen Dialog mit dem Ort wächst. Diese Idee kreativer Freiheit zieht sich durch den ganzen Prozess, ob im kreativen Umgang mit lokalem Material oder im Feiern von Traditionen wie dem Fahnenschwingen.
Am 19. Juli beginnt die Veranstaltungsreihe mit dem Workshop „Textile Topografien – Tücher tauchen“ am Dorfplatz, gefolgt vom Flaggennähen und -schwingen am 25. Juli. Die große Eröffnungsprozession findet am 26. Juli statt. Abgerundet wird der Sommer mit dem Workshop „Aus S(h)and gemacht“ am 30. August, bei dem der berühmte Lackenbacher Quarzsand Verwendung findet.