Bad Sauerbrunn: OSG baut Seniorenquartier der besonderen Art

Fertigstellung 2029

In Bad Sauerbrunn soll in den kommenden Jahren ein neues Seniorendorf bei der ehemaligen Seniorenresidenz Rosengarten, die vor rund drei Jahren aufgrund der Insolvenz des damaligen Betreibers geschlossen wurde, entstehen. Die Oberwarter Siedlungsgenossenschaft (OSG) plant gemeinsam mit der Gemeinde eine Wohnanlage auf 9.000 Quadratmetern, die im Endausbau mehr als 70 Wohneinheiten umfassen soll. Vorgesehen sind drei Bauabschnitte mit unterschiedlichen Wohnformen – von barrierefreien Bungalows über betreubare Wohnungen bis hin zu einer Seniorenwohngemeinschaft in einem denkmalgeschützten Gebäude.

Von Christian Artner

Architekt Norbert Reithofer vom „team plankraft ZT-GmbH“, Vizebürgermeister August Gruber (LIBS), Bürgermeister Gerhard Hutter (LIBS), OSG-Geschäftsführer und -Obmann Alfred Koller sowie Gemeindevorstand Gerhard Keiblinger (LIBS) präsentieren die Pläne.

Architekt Norbert Reithofer vom „team plankraft ZT-GmbH“, Vizebürgermeister August Gruber (LIBS), Bürgermeister Gerhard Hutter (LIBS), OSG-Geschäftsführer und -Obmann Alfred Koller sowie Gemeindevorstand Gerhard Keiblinger (LIBS) präsentieren die Pläne.

© Christian Artner

Den Auftakt bilden sieben Bungalows in der Melinda-Esterházygasse. Mit dem Bau soll im Frühjahr 2027 begonnen werden. Die ebenerdigen, vollständig barrierefreien Einheiten werden in zwei Größen errichtet und ermöglichen sowohl Single- als auch Paarwohnen. Eigengärten sollen den Bewohnern zusätzlich ein möglichst selbstständiges Wohnen ermöglichen. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit, bei Bedarf Betreuungs- und Dienstleistungen der benachbarten Wohnangebote in Anspruch zu nehmen.

„Wir wollen hier eine Wohnform schaffen, bei der sehr stark auf Gemeinschaft und gemeinschaftliches Leben abgezielt wird“, erklärt OSG-Geschäftsführer Alfred Koller. Erfahrungen aus einem bereits umgesetzten Projekt in Breitenbrunn sowie mehreren Wohnprojekten im Bezirk Oberpullendorf sollen in die Planung einfließen.

Bad Sauerbrunn: OSG baut Seniorenquartier der besonderen Art

© Christian Artner

Parallel zu den Bungalows ist der zweite Bauabschnitt geplant. Im westlichen Bereich der Anlage, in Richtung Kurzentrum, sollen rund 35 betreubare Wohnungen entstehen. Auch hier sind unterschiedliche Wohnungsgrößen vorgesehen: Die größeren Einheiten werden rund 65 Quadratmeter umfassen, die kleineren etwa 45 bis 50 Quadratmeter. Damit soll sowohl alleinstehenden Senioren als auch Paaren eine Möglichkeit geboten werden, weiterhin eigenständig zu wohnen und bei Bedarf Betreuungsangebote in Anspruch zu nehmen.

Projekt soll Senioren ermöglichen, selbst- und eigenständig zu leben

Der dritte und zugleich architektonisch anspruchsvollste Teil betrifft das denkmalgeschützte Gebäude auf dem Areal. Dieses soll zu einer Seniorenwohngemeinschaft umgebaut werden. Geplant sind rund 25 bis 30 kleinere Wohneinheiten mit einer Größe von etwa 30 bis 40 Quadratmetern. Im Mittelpunkt stehen dabei großzügige Gemeinschaftsbereiche, in denen die Bewohner gemeinsam kochen, essen oder Zeit verbringen können. Gleichzeitig verfügt jeder Bewohner über einen eigenen privaten Rückzugsbereich. Das Projekt soll Senioren ermöglichen, selbstständig und eigenständig zu leben, gleichzeitig aber Gemeinschaft und Betreuung miteinander zu verbinden.

Auch die Lage spielt bei dem Konzept eine wesentliche Rolle. Bürgermeister Gerhard Hutter betont, dass die Anlage nicht am Ortsrand, sondern mitten in Bad Sauerbrunn entsteht. Der Bahnhof befindet sich nur rund 80 bis 100 Meter entfernt und soll ebenfalls barrierefrei erreichbar sein. Zudem liegt das Areal unmittelbar beim Kur- und Erholungsgebiet.

Bad Sauerbrunn: OSG baut Seniorenquartier der besonderen Art

© Christian Artner

Für Architekt Norbert Reithofer vom Büro plankraft ist das Projekt auch deshalb eine besondere Aufgabe, weil er das denkmalgeschützte Gebäude bereits kennt. Sein Büro war vor rund acht Jahren gemeinsam mit den damaligen Eigentümern und dem Bundesdenkmalamt an der Sanierung des Inneren und kleineren Erweiterungen beteiligt. Nun soll die historische Bausubstanz erhalten und gleichzeitig einer neuen Nutzung zugeführt werden.

Kosten werden voraussichtlich in den zweistelligen Millionenbereich gehen

Die Umsetzung der drei Bauabschnitte soll schrittweise erfolgen. Nach dem Start der Bungalows im Frühjahr 2027 wird voraussichtlich im Sommer beziehungsweise Spätsommer mit den betreubaren Wohnungen begonnen. Für die Arbeiten am denkmalgeschützten Gebäude sind zunächst umfangreiche Planungen und Abstimmungen mit dem Bundesdenkmalamt notwendig. Nach derzeitiger Einschätzung könnten diese Arbeiten 2028 starten und das Gesamtprojekt Ende 2029 abgeschlossen sein.

Über die endgültigen Kosten lässt sich derzeit noch keine präzise Aussage treffen. Die OSG hat die Hauptliegenschaft erst vor rund zwei Wochen endgültig erworben, weshalb sich das Projekt noch am Beginn der Planungsphase befindet. Angesichts von mehr als 70 Wohneinheiten und der Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes wird von einem Bauvolumen im deutlich zweistelligen Millionenbereich ausgegangen. Für die Neubauten soll die Finanzierung grundsätzlich über OSG-Eigenmittel erfolgen. Für die Sanierung des historischen Gebäudes werden auch öffentliche Fördermittel angestrebt.