Neudörfl verlängert Vertrag mit „Cities App“ um weiteres Jahr

FPÖ stimmt dagegen

Vor einem Jahr trat die Marktgemeinde Neudörfl der Cities App bei, einer Plattform, auf der Vereine und Gewerbetreibende Neuigkeiten, Termine und Angebote veröffentlichen können. Bei der letzten Gemeinderatssitzung wurde der Vertrag um ein weiteres Jahr verlängert. Die FPÖ stimmte dagegen.

Von Christian Artner

Neudörfls Vizebürgermeister und Finanzausschussvorsitzender Michael Sgarz (SPÖ) brachte bei der Gemeinderatssitzung den Antrag auf Verlängerung der Cities App ein. FPÖ-Ortsparteivorsitzender Robert Perger (r.) sowie sein Parteikollege GR Robert Gredelj stimmten gegen den Antrag.

Neudörfls Vizebürgermeister und Finanzausschussvorsitzender Michael Sgarz (SPÖ) brachte bei der Gemeinderatssitzung den Antrag auf Verlängerung der Cities App ein. FPÖ-Ortsparteivorsitzender Robert Perger (r.) sowie sein Parteikollege GR Robert Gredelj stimmten gegen den Antrag.

© Marktgemeinde Neudörfl

Zu Anfang war die Cities App nur am Handy verfügbar, seit Herbst gibt es als Ergänzung dazu einen Web-Auftritt. Über 250 Städte und Gemeinden sind österreichweit Partner, im Burgenland sind es aktuell 97. „Wir haben uns ein paar Zahlen, die speziell für Neudörfl interessant sind, zukommen lassen“, referierte Vizebürgermeister und Finanzausschussvorsitzender Michael Sgarz (SPÖ) bei der Gemeinderatssitzung. Demzufolge gibt es 729 aktive Benutzer der App in Neudörfl. „Aktiv heißt in diesem Fall, dass man sich mit Neudörfler Vereinen oder Unternehmen verbunden hat oder die Push- Fähigkeit verwendet, sei es für den Müllkalender, sei es für sonstige Angebote von Vereinen oder Firmen.“ 1.552 Neudörfler und Neudörflerinnen schnuppern darüber hinaus „ab und zu“ in die App hinein, sagte Michael Sgarz. „Bei einer Gemeinde mit knapp fünftausend Einwohnern, wovon nicht alle eine Handy besitzen, ist das keine schlechte Zahl.“

„Manche Vereine ersparen sich durch die App eigene Homepage“

Die Verlängerung um ein weiteres Jahr, beschlossen durch die Mehrheit von SPÖ, ÖVP und Grüne, wird der Gemeinde 7.097 Euro kosten. Darin inkludiert ist eine Beratung des Unternehmens citiesapp für die Neudörfler Vereine und Gewerbetreibenden. „Wir haben ausverhandelt, dass unseren Vereinen und Betrieben noch einmal der Mehrwert der App näher gebracht wird. Durch die Webversion erspart sich zum Beispiel so mancher Verein eine eigene Homepage.“ Einige Vereine und Unternehmen nutzen Cities auch jetzt schon recht eifrig, berichtete Michael Sgarz, bei anderen braucht es vielleicht noch etwas Überzeugungsarbeit.

„Nützliche Funktionen der App werden von der Gemeinde nicht verwendet“

So richtig überzeugt sind auch die beiden FPÖ-Gemeinderäte Robert Perger und Robert Gredelj nicht. Ginge es nach ihnen, wäre der Vertrag nicht verlängert worden. Parteivorsitzender Robert Perger begründet deren Haltung. „Ich bin nicht zufrieden wie es sich entwickelt hat. Die meisten Firmen in Neudörfl setzen auf bekannte und etablierte Social-Media-Kanäle und nicht auf die Cities-App.“ Leider werden laut Robert Perger nützliche Funktionen der App seitens der Gemeinde nicht genutzt. „Die App bietet beispielsweise die Möglichkeit, Anliegen direkt vom Handy an die Gemeinde zu übermitteln – inklusive Bildern, GPS-Koordinaten und Prioritätseinstufung. Gerade für den Spielplatz wäre das äußerst nützlich, um Defekte an Geräten sofort und nachverfolgbar zu melden. Da diese Funktionen von der Gemeinde nicht genutzt werden, ist der Nutzen der App nicht größer als bei einer gemeindeeigenen Facebook-Seite.“