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Tresor-Knacker erfand Raub-Story: 14 Monate Haft
Freund bestohlen
Das Vertrauen eines Freundes nützte ein 30-Jähriger schamlos aus: Er stahl aus dessen Tresor mehr als 12.000 Euro. Der Polizei tischte er danach eine „haarsträubende“ Geschichte auf...
Vor Gericht gab der 30-Jährige zu, die Geschichte vom Raubüberfall erfunden zu haben.
© BVZ/KIrchmeir
Am 28. März 2026 hatte der 30-Jährige das Geld aus dem Tresor entnommen, am 26. Juni 2026 musste er sich wegen dieser Straftat am Landesgericht Eisenstadt verantworten.
Unmittelbar nach der Tat hatte er den Verdacht auf maskierte Räuber gelenkt. Diese seien in das Haus seines Freundes im Bezirk Mattersburg eingedrungen, wo der 30-Jährige nach einem Streit mit seiner Freundin Zuflucht gefunden hatte.
Der 33-jährige Freund, ein Unternehmer, für den der Angeklagte früher gearbeitet hatte, war am 28. März mit seiner Freundin zum Essen ausgegangen. Der 30-Jährige befand sich allein im Haus, laut eigenen Angaben seit drei Tagen schlaflos, auf Kokain-Entzug.
„Ich war psychisch nicht stabil“, sagte der Angeklagte, der aktuell im Bezirk Eisenstadt lebt. „Dann ist es passiert mit dem Tresor.“
Mit Zange und Schraubenzieher Tresor geöffnet
Zuerst mit einem Schlüssel, der aber nicht sperrte, dann mit Zange und Schraubenzieher öffnete er den Geldschrank, von dem er wusste, dass sein Freund darin den Firmenerlös aufbewahrte.
Er nahm nicht alles mit, sondern „nur“ 12.320 von 17.000 Euro.
Dann montierte er an einem Mercedes, der in der Auffahrt stand, Überstellungskennzeichen und fuhr damit in den Bezirk Eisenstadt. Als er Polizeiautos wahrnahm, ließ er den Wagen stehen und lief über Felder, Wiesen und durch den Wald zu seinem Cousin. Auch einen Bach durchquerte er, das Gewand war danach nass. Das Geld deponierte er beim Cousin in der Gartenhütte.
Er zog sich um, nahm ein Taxi, kaufte eine Flasche Wodka, die er leerte. Er rief den Freund an. „Was erzählten Sie ihm?“, fragte die Richterin.
Maskierte Räuber erfunden
„Dass Leute reingekommen sind, die haben den Tresor gefunden“, so der Angeklagte. Er soll auch behauptet haben, dass ihm die zwei maskierten Räuber mit einem Messer Schnittverletzungen im Gesicht und an der Hand zufügten.
Er fuhr zu seinem Freund in den Bezirk Mattersburg, zeigte der Polizei, wie sich der angebliche Raubüberfall ereignet habe.
Zwei Tage später musste der 30-Jährige zur Einvernahme bei der Polizei. Detailliert schilderte er, dass er in der Küche des Freundes zwei maskierte Personen entdeckt habe, die einen „komischen“ Dialekt sprachen, ihn mit dem Messer bedrohten und das Geld mitnahmen.
„Haarsträubend“ nannte sein Verteidiger diese Geschichte.
Zwei Tage später kam die Wahrheit ans Licht
Kurz vor der Einvernahme hatte der 30-Jährige den Freund angerufen und diesem mitgeteilt, er wisse, wo sich das Geld befinde.
Schließlich rückte der 30-Jährige bei der Polizei mit der Wahrheit heraus. Sein Freund bekam das gesamte Geld zurück. Eigentlich hätte er dieses gar nicht gebracht, sagte der 30-Jährige vor Gericht. Er sei damals einer beruflichen Tätigkeit nachgegangen.
„Das Problem sind die Vorstrafen“, ermahnte die Richterin den Angeklagten. 2014, 2017 und 2019 war dieser bereits verurteilt worden, zuletzt zu einer teilbedingten Haftstrafe.
„Ich war auf Entzug“, sagte der Angeklagte. „In normalem Zustand würde ich so etwas nicht machen.“
Er wurde wegen schweren Diebstahls durch Einbruch, unbefugten Gebrauch eines Fahrzeuges, Vortäuschen einer mit Strafe bedrohten Handlung und falscher Zeugenaussage zu 14 Monaten Freiheitsstrafe unbedingt verurteilt.
Polizei musste sich mit der Lügengeschichte befassen
„Man hätte es so und so aufgeklärt“, sagte die Richterin. Besonders „ausgeklügelt“ sei die Geschichte des Angeklagten nicht gewesen. Für die Polizei seien die Falschangaben dennoch mit einem erheblichen Arbeitsaufwand verbunden gewesen.
Der Angeklagte nahm das Urteil an. Er wird im Juli eine Drogenentzugstherapie beginnen und hofft, die Haftstrafe mit Fußfessel verbüßen zu können.