24,41 Millionen Euro für den Bahnausbau im Burgenland

Öffentlicher Verkehr

Mit fünf Verträgen sichern Land Burgenland und ÖBB Investitionen von insgesamt 109,55 Millionen Euro in die Modernisierung und den Ausbau mehrerer Bahnstrecken und Bahnhöfe.

Von BVZ Redaktion

Johann Pluy, Vorstandsdirektor der ÖBB-Infrastruktur AG, und Verkehrslandesrat Heinrich Dorner bei der Unterzeichnung der Verträge.

Johann Pluy, Vorstandsdirektor der ÖBB-Infrastruktur AG, und Verkehrslandesrat Heinrich Dorner bei der Unterzeichnung der Verträge.

© Amt der Burgenländischen Landesregierung, Christian Frasz

109,55 Millionen Euro fließen in die Bahnzukunft des Burgenlands. Das Land beteiligt sich mit 24,41 Millionen Euro an fünf Infrastrukturprojekten, die Verbesserungen auf der Pannoniabahn, der Mattersburger Bahn und am Bahnhof Deutschkreutz sowie die künftige Schleife Ebenfurth umfassen. Verkehrslandesrat Heinrich Dorner und Johann Pluy, Vorstand der ÖBB-Infrastruktur AG, unterzeichneten dazu fünf Finanzierungsvereinbarungen.

Modernisierung auf mehreren Strecken

Auf der Pannoniabahn zwischen Neusiedl am See und Wulkaprodersdorf wurden bereits 2024 die Haltestellen Winden, Breitenbrunn, Donnerskirchen und Schützen barrierefrei umgebaut und die Bahnsteige verlängert. Für weitere Modernisierungen sind die Haltestellen Jois, Purbach, Schützen am Gebirge, Eisenstadt Schule und Wulkaprodersdorf Rathausgasse vorgesehen. Die Arbeiten sollen zwischen 2026 und 2030 stattfinden.

Auch auf der Mattersburger Bahn zwischen Wiener Neustadt und Loipersbach-Schattendorf wird investiert. Die Strecke wird elektrifiziert, damit künftig ein vollständig elektrischer Bahnbetrieb möglich ist. Zusätzlich werden sechs Haltestellen barrierefrei modernisiert. Dazu zählen Katzelsdorf, Neudörfl, Bad Sauerbrunn, Mattersburg Nord, Marz-Rohrbach und Loipersbach-Schattendorf. Mehrere Eisenbahnkreuzungen sollen aufgelassen werden. Das Projekt befindet sich bereits in Bau und soll voraussichtlich Ende 2027 abgeschlossen sein.

Neuer Standort für Güterverladung

Ein weiteres Vorhaben betrifft den Bahnhof Deutschkreutz. Dort wird die Güterverladestelle aus dem Ortszentrum verlegt und der Bahnhof barrierefrei modernisiert. Die Arbeiten für die Verlegung der Verladestelle laufen seit September 2026, die Bahnhofserneuerung ist für 2028 geplant.

Auch die künftige Schleife Ebenfurth ist Teil der Vereinbarungen. Sie soll die Pottendorfer Linie mit der Raaberbahn-Strecke Richtung Wulkaprodersdorf verbinden. In Kombination mit dem zweigleisigen Ausbau der Pottendorfer Linie soll dadurch eine umsteigefreie Verbindung für burgenländische Pendlerinnen und Pendler in Richtung Wien entstehen. Ziel ist eine Verbindung zwischen Eisenstadt und Wien, die hinsichtlich der Fahrzeit mit dem Auto konkurrieren kann. Die Planung ist abgeschlossen, derzeit läuft ein Rechtsmittelverfahren.

Land übernimmt rund 22 Prozent

Insgesamt beträgt der Beitrag des Landes 24,41 Millionen Euro. Das entspricht rund 22 Prozent des gesamten Investitionsvolumens von 109,55 Millionen Euro. Bei den länderübergreifenden Projekten berücksichtigt die Berechnung ausschließlich die auf das Burgenland entfallenden Projektteile.

Die fünf Verträge konkretisieren ein Grundsatzübereinkommen aus dem Jahr 2021 zwischen dem Land Burgenland, dem damaligen Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie sowie der ÖBB-Infrastruktur AG. Darin wurden die gemeinsame Finanzierung von Bahninfrastrukturmaßnahmen, die Modernisierung von Bahnhöfen, die Errichtung von Verkehrsknotenpunkten und Verbesserungen der Sicherheit an Eisenbahnkreuzungen vereinbart.

Johann Pluy, Vorstandsdirektor der ÖBB-Infrastruktur AG, und Verkehrslandesrat Heinrich Dorner

Johann Pluy, Vorstandsdirektor der ÖBB-Infrastruktur AG, und Verkehrslandesrat Heinrich Dorner

© Amt der Burgenländischen Landesregierung, Christian Frasz

Verkehrslandesrat Heinrich Dorner sieht in den Vereinbarungen einen wichtigen Schritt für den öffentlichen Verkehr: „Es freut mich, dass wir heute das Ergebnis der intensiven Gespräche der letzten Jahre für diese fünf Vorhaben zum Abschluss bringen können. Damit setzen wir ein klares Zeichen für den öffentlichen Verkehr der Zukunft im Burgenland: Von einer moderneren, barrierefreien, emissionsärmeren Bahn mit besseren Verbindungen profitieren Pendler, Reisende und Anrainer, jetzt und in der Zukunft.“

Auch ÖBB-Infrastruktur-Vorstand Johann Pluy verweist auf den steigenden Bedarf an öffentlichen Verkehrsverbindungen: „Die Ostregion wächst so stark wie keine andere Region in Österreich. Darum braucht es bereits heute weitreichende Investitionen, um dem steigenden Bedarf an öffentlichem Verkehr gerecht zu werden. Die starke Partnerschaft zwischen ÖBB und Land Burgenland sichert die Modernisierung und den Ausbau des Nah- und Regionalverkehrs für zukünftige Generationen.“