Kobersdorfs Amtsleiter wurde gekündigt

Gemeinderat

Die Kündigung des Kobersdorfer Amtsleiters durch Mehrheitsbeschluss in einer außerordentlichen Gemeinderatssitzung schlägt politisch hohe Wellen.

Von BVZ Redaktion

Kobersdorfs Amtsleiter wurde gekündigt

© Elisabeth Tritremmel

Bei einer außerordentlichen Gemeinderatssitzung wurde die Kündigung von Amtsleiter Stefan Thrackl mehrheitlich beschlossen. Die Fraktion Zukunft Dorf führte dazu aus: „Die Vorwürfe, die wir aufgrund unserer Verschwiegenheitspflicht an dieser Stelle nicht näher nennen dürfen, erscheinen aus unserer Sicht völlig konstruiert und haltlos. Sie sind nach unserer Auffassung vielmehr auf persönliche und politische Befindlichkeiten zurückzuführen.“ Die wahren Ursachen liegen nach Meinung von Zukunft Dorf in einer unprofessionellen Amtsführung des Bürgermeisters und der Vizebürgermeisterin.

„Diese haben nun auch einen drohenden Rechtsstreit und die damit verbundenen Kosten samt Imageschaden für die Gemeinde zu verantworten. Die Fraktion Zukunft Dorf hat im Vorfeld mehrmals versucht, eine für alle Beteiligten gute und konsensuale Lösung zu finden. Sämtliche Vorschläge wurden vom Bürgermeister jedoch kategorisch abgelehnt“, meint man weiter.

Laut Zukunft Dorf fand eine sachliche Diskussion und Aufarbeitung aufgrund einer absoluten Blockadehaltung der SPÖ-Gemeinderäte – trotz mehrmaliger Bemühungen der Fraktion – nicht statt. „Diese Vorgangsweise ist bedauerlich und einer professionellen politischen Kultur unwürdig.

Der durch diese Vorgänge entstandene Vertrauensverlust in die Gemeindevertretung ist enorm“, betont man seitens Zukunft Dorf. Auch die ÖVP Kobersdorf kritisiert die Kündigung des Amtsleiters und warnt vor den Folgen für die Gemeinde. Aus Sicht der ÖVP handle es sich um eine weitreichende Entscheidung mit möglichen langfristigen Auswirkungen auf die Gemeindeverwaltung und die weitere Entwicklung der Gemeinde.

Dem Gemeinderat wurden aus Sicht der ÖVP keine nachvollziehbaren dienstlichen Gründe dargelegt, und ein ernsthafter Versuch, den zugrunde liegenden Situation vorab zu lösen, sie nicht erkennbar gewesen. „Eine Entscheidung dieser Tragweite muss sachlich begründet und für die Gemeindevertretung nachvollziehbar sein. Diese Grundlage hat gefehlt“, so das Team der ÖVP.

„Wir haben von Anfang an versucht, im Dialog eine konstruktive und für alle Beteiligten tragbare Lösung zu finden, leider gab es dazu keine Bereitschaft“, bedauert das Team der ÖVP. „Weitreichende Personalentscheidungen ohne nachvollziehbare und ausreichend belegte Begründung bergen organisatorische Risiken und können finanzielle wie rechtliche Folgen für die Gemeinde nach sich ziehen – getragen von der Allgemeinheit“.

Bürgermeister Andreas Tremmel (SPÖ) verweist auf die Verschwiegenheitspflicht, da man davon ausgehe, dass es zu einem gerichtlichen Verfahren komme werde und da die Gemeinderatssitzung unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattgefunden habe. „Aufgrund personeller Veränderungen im Gemeindeamt wird Amtsleiter-Stellvertreterin Martina Schöll die Amtsgeschäfte führen“, so Tremmel.

Der gekündigte Amtsleiter möchte sich nicht öffentlich zur Sachlage äußern.