Seit vier Jahren gibt es den Sonnenmarkt in Güssing. Die Bilanz fällt positiv aus, doch die steigenden Lebenshaltungskosten bringen immer mehr Menschen in finanzielle Bedrängnis.
Dreifache Mutter baute für Ehemann vier Kilo Cannabis an
Großproduktion
Um das Familieneinkommen zu entlasten, baute eine dreifache Mutter für ihren Ehemann im eigenen Garten Cannabis an. Die bislang unbescholtene Frau wurde zu 15 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.
Bei der Cannabiszucht bewies die Angeklagten einen grünen Daumen.
© Symbolbild: Valentin Baciu/Shutterstock.com
Im Oktober 2025 hatte am Anwesen der Frau im Bezirk Güssing eine Hausdurchsuchung stattgefunden. Die Kriminalpolizei fand im Garten vier erntereife Cannabispflanzen, eine Pflanze war bereits abgeerntet, Blüten befanden sich im Trocknungsapparat. Im Keller war fertige Ware gelagert, feinsäuberlich verpackt.
Die Polizei hatte eine Cannabisplantage entdeckt, die von der Hausbewohnerin, Mutter von drei Kindern, betrieben wurde. Am Mittwoch, 4. März 2026, stand die Frau in Eisenstadt vor Gericht.
Bei der Polizei hatte sie angegeben, seit 2022 sechs Kilo Cannabis erzeugt zu haben. Sie lebe von ihrem Mann getrennt, dieser konsumiere regelmäßig Cannabis. Um ihn hinsichtlich seiner Ausgaben zu entlasten, habe sie für ihren Mann Drogen angebaut. Dadurch sei dieser besser in der Lage, die Familie finanziell zu unterstützen.
100 Gramm Cannabis für Brennholz
Vor Gericht relativierte die Frau ihre Angaben vor der Polizei. Sie habe nicht sechs Kilo Cannabis, sondern rund vier Kilo produziert. Einmal hatte sie einem Brennholzlieferanten 100 Gramm Cannabis als Gegenleistung für getrocknetes Holz übergeben. Auch eine Weitergabe von Cannabis bei einem Festival gab die Frau zu.
Doch der größte Teil des Suchtgifts soll an den Ehemann gegangen sein. „So viel kann der Mann ja nicht verbraucht haben!“, wunderte sich die Richterin. „Es herrschte Erklärungsbedarf bei dieser großen Menge“, bestätigte der ermittelnde Kriminalbeamte. „Irgendwo muss es ja hingekommen sein.“
Keine weiteren Abnehmer ausfindig gemacht
Die Ermittlungen brachten aber keine weiteren Abnehmer zutage.
„Es ist illegal und unter Strafe gestellt“, ermahnte die Staatsanwältin die Drogenproduzentin. „Sie bediente nicht ein großes Drogennetzwerk“, erwähnte der Verteidiger. Der Ehemann der Angeklagten habe sich der Aussage entschlagen: „Er versuchte, den eigenen Kopf aus der Schlinge zu ziehen, weil er auch genug Ärger hatte“, kommentierte dies der Verteidiger.
2,2 Kilo Cannabis wurden bei der Frau sichergestellt. Das Gericht ging schließlich von einer Menge von vier Kilo aus, die produziert worden waren.
Die Angeklagte wurde wegen der Suchtmitttelproduktion zu 15 Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Das Urteil ist rechtskräftig.