Beliebte Beere: Jede/r in Österreich isst jährlich 3,8 Kilo Erdbeeren

Haupterntezeit

Vor Kurzem hat in Wiesen, Burgenlands Erdbeerort, die Haupternte der Erdbeeren gestartet. Insgesamt werden im Burgenland auf rund 40 Hektar die köstlichen roten Früchte angebaut.

Von BVZ Redaktion

Vizebürgermeister und Erdbeerbauer Christoph Ramhofer, Landwirtschaftskammerpräsident Nikolaus Berlakovich, Wiesens Bürgermeister Matthias Weghofer, Lara I. und Erdbeerbauer Michael Habeler freuen sich, dass die heimischen Erdbeeren heuer besonders geschmacksintensiv sind.

Vizebürgermeister und Erdbeerbauer Christoph Ramhofer, Landwirtschaftskammerpräsident Nikolaus Berlakovich, Wiesens Bürgermeister Matthias Weghofer, Lara I. und Erdbeerbauer Michael Habeler freuen sich, dass die heimischen Erdbeeren heuer besonders geschmacksintensiv sind.

© LK Burgenland/Tesch-Wessely

Aufgrund der langen Trockenheit im Frühjahr wird heuer eine mengenmäßig durchschnittliche Ernte erwartet, doch dank des Niederschlags der vergangenen Tage konnten sich der Geschmack und die Qualität der Erdbeeren hervorragend entwickeln.

Im Schnitt isst jeder Österreicher und jede Österreicherin rund 3,8 Kilogramm Erdbeeren jährlich. „Die heimische Erdbeere ist bei den Konsumentinnen und Konsumenten besonders beliebt, da sie das erste saisonale und regionale Freilandobst ist. Das heimische Lieblingsobst der Burgenländerinnen und Burgenländer gibt es auch heuer wieder in hervorragender Qualität und in ausreichender Menge. Die heimische Erdbeere schmeckt nicht nur besser, sie schützt auch das Klima durch kurze Transportwege und sichert die regionale Wertschöpfung. Beim Kauf gilt es, auf die Herkunft zu achten oder direkt beim Erdbeerbauern aus der Region die Früchte zu beziehen“, appelliert Nikolaus Berlakovich, Präsident der Burgenländischen Landwirtschaftskammer.

Im Burgenland bewirtschaften knapp 30 Betriebe etwa 40 Hektar Erdbeerfläche. Das Hauptanbaugebiet befindet sich im Bezirk Mattersburg, in der Region rund um Wiesen. Der größte Teil der Frucht wird im Freiland produziert. Ein kleiner Teil (zirka zwei Prozent) wird unter geschütztem Anbau, etwa im Folientunnel, gezogen. „Diese Produktionsweise gewinnt immer mehr an Bedeutung, da die Produktionssicherheit mit gleichbleibender Fruchtqualität gewährleistet wird“, erklärt Michael Habeler, Erdbeerbauer aus Wiesen und Vizepräsident des Obstbauverbandes Burgenland. „Wenn wettertechnisch keine Extremereignisse kommen, dürfen wir uns auf eine gute Saison bis Ende Juni freuen“, so Habeler.

Vermarktet werden die Erdbeeren Ab-Hof sowie unmittelbar bei den Erdbeerfeldern am Straßenrand, in Bauernläden und im Lebensmittelhandel. Heuer wird der Kilopreis, wie im letzten Jahr, bei etwa 13 Euro liegen.

„Durch die lange Trockenheit im Frühjahr rechnen wir heuer mit einer mengenmäßig eher durchschnittlichen bis leicht unterdurchschnittlichen Ernte. Aufgrund des Niederschlags der letzten Tage und der wärmeren Temperaturen konnten sich die Qualität und der Geschmack der Erdbeeren aber ausgezeichnet entwickeln“, berichtet Christoph Ramhofer, Erdbeerbauer und Vizebürgermeister aus Wiesen. „Somit können sich die Konsumentinnen und Konsumenten wieder auf Top-Produkte freuen. Wir sind gerade am Beginn der Haupternte. In den letzten Wochen haben wir immer wieder gezittert, weil in einigen Nächten Frost vorausgesagt wurde. Aber Gott sei Dank sind wir verschont geblieben. Wenn in den nächsten Tagen und Wochen keine Wetterextreme wie starke Hitze, starker Regen oder Hagel auftreten, und noch etwas Niederschlag kommt, sind wir zufrieden und die Konsumentinnen und Konsumenten können mit süßen, geschmacksintensiven Erdbeeren rechnen.“

Wie in allen Bereichen der Landwirtschaft steht auch der Obstbau im Burgenland vor vielen Herausforderungen. Aufgrund von Wetterkapriolen wie Frühjahrsfröste, Trockenheit, Hitze und Hagel in den vergangenen Jahren müssen die Obstbaubetriebe im Sinne der Produktionssicherheit in der Zukunft technologisch investieren. „Wenn unsere Betriebe weiterhin wettbewerbsfähig bleiben wollen, müssen sie ständig in Witterungsschutzeinrichtungen wie Hagelnetze, Frostschutzmaßnahmen oder Bewässerungssysteme investieren“, erklärt Landwirtschaftskammer-Präsident Berlakovich.

Eine der größten Herausforderungen zurzeit ist aber der fehlende Pflanzenschutz. „Es gibt immer weniger Pflanzenschutzmittel im Obstbau. Wenn es so weitergeht, wird es nur mehr schwer möglich sein, im Freiland zu produzieren. Und das kann nicht das Ziel hinsichtlich Klimaschutz und Versorgungssicherheit sein, dass heimische Obstbaubetriebe aufhören und die Erdbeeren hunderte Kilometer importiert werden müssen“, geben die Erdbeerbauern Habeler und Ramhofer abschließend zu bedenken.

Daten und Fakten zum Erdbeeranbau im Burgenland

Fläche: ca. 40 Hektar (davon 50% im Bezirk Mattersburg)

Betriebe: etwa 30 (12 im Bezirk Mattersburg)

Unter Glas/Folie: ca. 2% der Gesamtfläche

Selbstpflückanteil: ca. 7% der Gesamtfläche

Bioflächen: 13 Betriebe mit ca. 14 Hektar